Den Körper zur Selbstheilung anregen

Den Körper zur Selbstheilung anregen

Erich Schacherl, Leserartikel, 10.11.2017 17:49 Uhr

MEIRES. Renate Prinz hat heuer ihre kinesiologische Praxis eröffnet. Neben der Absicht Menschen mit dieser alternativmedizinischen Methode zu helfen, geht es ihr auch darum, Aufklärungsarbeit in der Region zu leisten. Deshalb lud sie Tips Redakteur Erich Schacherl zu einer Schnupperstunde ein.
Von ERICH SCHACHERL

Ohne zu wissen, wie man das Wort schreibt und worum es dabei geht, dachte ich bei Kinesiologie laienhaft an eine Heilmethode aus China. Ganz normal ausgesprochen klingt das ja irgendwie nach chinesisch und logisch. Renate Prinz musste lachen, als ich ihr zur Eröffnung unseres Gesprächs die Frage stellte, was denn Kinesiologie mit China zu tun hat. Also nein, Kinesiologie und China gehören nicht zusammen. Aber „es gibt eine Verbindung zur traditionellen chinesischen Medizin, das ist die Lehre der Meridiane (Energielaufbahnen im Körper), mit der auch wir Kinesiologen arbeiten“, klärte sie mich auf.

Kinesiologie

Nun wollte ich es genau wissen. Kinesiologie ist die wissenschaftliche Lehre von der Bewegung, die angewandte Kinesiologie ein alternativmedizinisches Diagnose- und Behandlungskonzept aus dem Bereich der Körpertherapie und der Chiropaktik, ist bei Google zu erfahren. Das Wort leitet sich von den griechischen Begriffen „kinesis“, das bedeutet Bewegung und „logos“, eine Lehre, ab. Griechenland also, nicht China, okay. Ich konnte mir trotzdem noch immer nicht wirklich was vorstellen.

Angewandte Kinesiologie

Da gefiel mir die Definition von Klaus Wienert von der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie e.V (DGAK) schon besser, der auf der Website des DGAK Kinesiologie als eine effektive Methode, Blockaden sowie Stressreaktionen abzubauen, Potenziale zu fördern und das Wohlergehen, die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern, beschreibt. Entwickelt hat die angewandte Kinesiologie (Applied Kinesiology) der amerikanische Chiropraktiker George Joseph Goodheart in den 1960er Jahren. Seither hat es zahlreiche Weiterentwicklungen mit unterschiedlichen Bezeichnungen gegeben.

Muskeltests

Endgültig Licht in mein Dunkel brachte Renate in ihrer Praxis in Meires, indem sie mir zeigte, was sie als Kinesiologin mit ihren Klienten bei einer ersten Sitzung macht. Im Mittelpunkt stehen Muskeltests. Aufgrund der Reaktion eines Muskels weiß die Expertin, ob eine Blockade im Körper vorhanden ist oder nicht. „Ich drücke einen Muskel sanft in eine bestimmte Richtung, nachdem ich dem Klienten die Muskelbewegung vorher zeige und ihn dann bitte, auf ein Kommando von mir - “Halten„ - den Muskel anzuspannen. Wenn sich der Muskel bewegen lässt, weiß ich, dass eine Blockade vorliegt. Denn wenn keine Blockade vorliegt, ist es nicht möglich, einen angespannten Muskel zu bewegen“, erklärte sie mir die simple, aber sehr effiziente Methode.

Selbstheilung anregen

Nach kurzen Tests um meinen Körper auf die kommende Behandlung einzustimmen, ging es los. „Diese Vortests sind sehr wichtig, weil sich sonst der Körper nicht auskennt, was wir von ihm wollen“, beschrieb Renate die Hintergründe und wies damit auf einen der zentralen Punkte der angewandten Kinesiologie hin. „Ziel und Zweck ist es, den Körper zur Selbstheilung anzuregen. Der Körper kann sich selbst heilen. Ich als Kinesiologin schaue, wo gibt es Störungen, wo kommen sie her, ich löse die Blockaden und dann geht der Körper in die Selbstheilung. Dabei unterstütze ich ihn“, informierte sie mich weiter. „Der Körper kann nicht lügen“, fuhr sie fort. „Ein Klient kann mir schon sagen, dass er beispielsweise keine Magen- oder Darmprobleme hat, auch wenn das nicht stimmt. Aber wenn ich den entsprechenden Muskeltest mache, kriege ich eine klare, ehrliche Antwort“. Die Weisheit des Körpers, die wir Menschen der modernen, hochtechnisierten Welt vergessen haben, zulassen und zu nutzen, fiel mir dazu ein und der Gedanke gefällt mir.

14 Muskeltest

Dann ging der Ganzkörpercheck richtig los. Tests an unterschiedlichen Muskeln lagen vor mir. „Wenn jemand zum ersten Mal zu mir kommt, teste ich 14 Muskeln durch. Wir fangen jetzt mit dem ersten Muskeltest an. Es geht um den Zentralgefäßmeridian. Wir fangen mit der rechten Hand an, danach kommt die linke, wir Kinesiologen testen immer beidseitig, weil die Meridiane so verlaufen“, erklärte Renate mir genau, was passiert und worum es geht. Ich erfuhr von den Zusammenhängen zwischen den Muskeln, Meridianen, Organen, dem Lymphsystem, Akupressurpunkten und so weiter. Einige Blockaden fand Renate bei mir und lösts sie beispielsweise mit Akupressur an den entsprechenden Punkten am Körper auf. Diagnosen stellt sie keine, weil das nicht Teil ihrer Arbeit ist. Nebenbei erfuhr ich auch, dass die angewandte Kinesiologie mittlerweile auch schulmedizinisch anerkannt ist und es sich dabei „um kein esoterisches Wischi-Waschi handelt“, wie sie mit einem Lächeln erläuterte.

Fühlte sich gut an

Während der Behandlung, zwischen Entspannung und Konzentration auf das, was Renate machte und sagte, verlor ich jedes Zeitgefühl. Am Ende fühlte ich mich recht gut, ich spürte im ganzen Körper starke Energieflüsse. „Ziel ist es schon, dass es irgendwann so normal ist, zum Kinesiologen zu gehen, wie es heutzutage normal ist, sich massieren zu lassen“, sagte Renate dann noch beim Verabschieden. Auch der Gedanke gefällt mir.

Kinesiologie Renate

Renate Prinz, 0664/1627186

 

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