„Es geht um die Sinnlichkeit, um die Ästhetik des Körpers“

Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 14.11.2017 19:55 Uhr

WAIDHOFEN/YBBS. Der Waidhofner Edvin Franjic will hoch hinaus. Als Sprungbrett soll ihm das Format  „Austria“s Next  Topmodel„ dienen, das zurzeit auf ATV (donnerstags um 20.15 Uhr) ausgestrahlt wird.  Das Zeug dazu hat der attraktive junge Mann allemal. Als Widder-Geborener vereint er schließlich all  die  Eigenschaften, die seinem Sternzeichen zugeordnet werden: Ehrgeiz, Leidenschaft, Kampfgeist, Idealismus und Spontaneität. Wir haben den ambitionierten Wirschaftsrechtstudenten zum Gespräch gebeten und durften einen charmanten, fokussierten 25-Jährigen kennenlernen.

Tips: Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Wer ist dein persönliches Topmodel?

Franjic: Vor meinem ersten Fotoshooting habe ich mich mit dieser Branche nicht wirklich beschäftigt, darum kenne ich kaum männliche  oder  weibliche Supermodels. Sehr beeindruckt hat mich aber der Host von ANTM (Anm. d. Red.: kurz für „Austria“s Next  Topmodel„) Eveline Hall. Die Frau ist einfach Bombe! Sie läuft 24/7 mit ihrem persönlichen Stylisten herum. Egal, wo sie ist, der Stylist ist auch da. (lacht) Eveline stand mit Elvis Presley auf der Bühne, hat  mit Größen wie Jean Paul Gaultier gearbeitet. Sie ist eine lebende Legende.

Tips: Apropos Fotoshooting: Wann war dein erstes Mal?

Franjic: Erst im Februar dieses Jahres. Meine Schwester ist Make-up-Artist und suchte ein männliches Model. Am Set wurde ich gefragt, wie lange ich schon modele. Ich sagte, ich modele gar nicht. Und schwuppdiwupp stand ich bei der Linzer Agentur “Look for Models„ unter Vertrag, erste Aufträge für Werbespots folgten bald. Da habe ich Blut geleckt  (lacht) und mich bei  ANTM angemeldet, um meine Bekanntheit und somit den Marktwerkt zu steigern. Dass ich  immer weiter gekommen bin, hat mich selbst überrascht. Erst recht, als ich es unter die Top 14 geschafft habe. Mehr darf ich dazu aber nicht sagen, die Sendung läuft ja noch. (grinst)

Tips: Was waren die größten Herausforderungen bei ANTM?

Franjic: Der erste Tag, als wir ins gemeinsame Loft gezogen sind, war schon krass. Plötzlich standen da überall  Kameras, alles war neu und aufregend. Anfangs wusste ich nicht, wie ich damit umgehen soll. Auch das erste  Nacktshooting war eine Herausforderung. Aber wenn der Bademantel einmal weg ist, blendet man das Drumherum aus. Dann ist  es einfach ein Job, bei dem es darum geht, wie du dich bewegst, wendest, posierst. Es geht ja nicht  um die Nacktheit an sich, es geht um die Ästhetik des Körpers, die Sinnlichkeit, die der Fotograf einfangen soll.

Tips: Du hast ja seit drei Monaten eine Freundin. Ist Eifersucht ein Thema?

Franjic:  Mit dem Nacktshooting, das noch dazu ein Pärchenshooting war, hatte sie keine Freude. (lacht) Ich will aber nicht allzu viel von ihr preisgeben, um sie vor dem  Medien-rummel zu schützen. Nur so viel sei gesagt: Sie ist weder aus der Umgebung noch hat sie mit der Model- oder TV-Szene zu  tun. Bei unserem Kennenlernen hat der große  Zufall Regie geführt.(lächelt)

Tips: Wie gehst du mit dem Medien-Hype um deine Person um?

Franjic: Seit der  Erstausstrahlung läutet das Handy ständig, laufend kommen Meldungen auf den Social-Media-Portalen, mich haben sogar Nachrichten aus Indonesien und Australien erreicht. Nicht zu vergessen die vielen Interviewanfragen und auch die offiziellen  Accounts müssen betreut werden, das alles ist echte Arbeit (lacht). Aber ich schätze jede positive Meldung sehr, freue mich wie ein kleines Schnitzerl darüber (lacht) und bin dankbar dafür.  Das war ja nicht immer so. Als ich mit 12 Jahren nach Waidhofen gekommen bin, fühlte ich mich völlig fehl am Platz.  In der Hauptschule war ich schnell der Außenseiter. Das ging so weit, dass ich hinter die Klassentür ins Eck gedrängt wurde und alle auf mich eingetreten haben, sogar die Mädchen. Wenn ich mir aber anschaue, wo ich heute stehe, glaube ich an ausgleichende Gerechtigkeit.

Tips: Stichwort Gerechtigkeit: Trittst du dafür auch außerhalb deines Wirtschaftsrechtstudiums ein?

Franjic: Ungerechtigkeit ist für mich nur schwer erträglich und Zivilcourage im alltäglichen Leben ein absolutes Muss. Das war sicher mit ein Grund warum ich mich für Wirtschaftsrecht entschieden habe. 

Tips: Dein Weg an die Uni war aber kein linearer ...

Franjic: Im Weißen Rössl in Waidhofen habe ich beim Reiter Andi, dem ich sehr viel zu verdanken habe, die Koch-Kellner-Lehre begonnen und im Schloss an der Eisenstraße die Lehre zum Restaurantfachmann beendet. Auf Saison  habe ich als Barkeeper zwar gutes Geld verdient, aber bald gemerkt, dass ich mehr will. Also bin ich zurück in die  Heimat, habe mich im BFI in Amstetten für die Matura angemeldet und alle Kurse in zehn Monaten durchgezogen. Im Vergleich zum Studium war die Matura aber ein Spaziergang. Für die erste Prüfung auf der Uni habe ich mehr gelernt als für alle Maturakurse zusammen. Da kommt mir meine Selbstdisziplin in jedem Fall zugute.

Tips: Selbstdisziplin war bei “Ninja Warrior„, dem zweiten TV-Format, wo du zu sehen bist, bestimmt auch von Vorteil ...

Franjic: Auf jeden Fall! Kondition, Willensstärke und Kampfgeist sind unabdingbar, wenn man sich gegen 3000 Anmeldungen durchsetzen will. (lacht)

Tips: Und kein einfaches Unterfangen bei deiner Krankengeschichte ...

Franjic: Stimmt! Mit 18 Jahren hatte ich meinen ersten Spontanpneumothorax (Anm. d. Red.: Lungenkollaps ohne Vorankündigung). Es fühlt sich an, als würde ein Faden in der Lunge reißen, wie ein kleines Zucken. Zwei Mal brauchte ich sogar den Hubschrauber. Bis 21 hatte ich sieben Episoden. Ich war damals der einzige in Österreich  bekannte Fall, der öfter als drei Mal damit zu kämpfen hatte. Über die Ursache wissen die Ärzte nicht viel. Ihre  Empfehlungen sind keinen Sport betreiben, nicht schwer arbeiten, nicht schwer heben, einfach nichts tun, was die  Lunge beansprucht. Ich kann mich aber nicht ins Bett legen und Däumchen drehen. Da werde ich depressiv. Von der  Schulmedizin halte ich ohnehin nicht mehr viel. Speziell die Herz-Lungen-Abteilung im Linzer AKH ist mir in sehr schlechter Erinnerung. Dort bin ich zur Überzeugung gelangt, dass viele den Arztberuf nur wählen, um fett Kohle zu  machen oder einfach aus Prestigegründen. Es werden nur wenige Mediziner, weil sie Menschen helfen wollen. Einer, der auf jeden Fall dazu zählt, war der ehemalige Waidhofner Primar Wuttke. Der hat Menschlichkeit groß geschrieben. Ich bin meiner Erkrankung aber auch dankbar, weil ich ohne sie nicht der wäre, der ich heute bin. Sie hat mich reifen lassen und mental stark gemacht. Es sind die schwerwiegenden Zeiten, die einen lehren. 

Glück ist kein Zustand auf den man hinarbeiten kann. Momente, die glückllich  machen, passieren vielmehr.

Was mich nervt: Menschen, die nicht über den Tellerrand schauen können

Mit wem ich gerne einen Abend verbringen würde: mit meinem verstorbenen Opa

Mit wem auf keinen Fall: Nun, da gibt es schon den einen oder anderen. (lacht)

Wenn ich mich für einen Tag wo hinbeamen könnte, wäre das: nach Australien, nach Sydney

Worauf ich nie verzichten möchte: auf meine Vergangenheit und die Menschen, die mich geformt haben

Liebe ist Glück.

Mein Lebensmotto: Mach mehr aus deinem Leben! Versuch am nächsten Tag besser zu sein als am Vortag!

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