Fünf Tipps zum Schutz von Igeln

Fünf Tipps zum Schutz von Igeln

Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 10.08.2018 09:55 Uhr

YBBSTAL.  Der Igel wurde vom Naturschutzbund zum Tier des Jahres 2018 gewählt. Das Maskottchen der Aktion „Natur im Garten“ ist ein erklärter Liebling vieler Gärtner, weil er zahlreiche unliebsame Gäste im Garten wie Schnecken frisst. Der Igel ist aufgrund seines spezifischen Verhaltens und des Fehlens eines natürlichen Fluchtreflexes zahlreichen Gefahren ausgesetzt. „Natur im Garten“ erklärt, wie Igel im Garten Schutz finden können.

Igel erwachen in unseren Bereitengraden zirka im April aus dem Winterschlaf. Nachdem die Futterreserven aufgefüllt sich, beginnt die Paarungszeit, welche bis zirka Ende August andauert. Nach etwa 35 Tagen Tragzeit kommen vier bis sieben Jungigel zur Welt. Diese sind bei der Geburt 12 bis 25 Gramm schwer, rund sechs Zentimeter lang und haben schon Stacheln, allerdings sind sie von einer weichen Haut überzogen. Erwachsene Igel haben 6.000 bis 8.000 Stacheln, die in die Rückenhaut eingebettet sind. „Die Igel-Mütter sind in dieser Zeit besonders aktiv, um Nahrung für ihre Jungtiere zu sammeln. Unfälle durch Autos oder Rasenmäher sind daher zu erklären, dass Igel keinen Fluchtinstinkt haben, sondern sich bei lauernder Gefahren einziehen. Aus diesem Verhalten entspringt in unserem Sprachgebrauch der Begriff ,Einigeln“„, weiß Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Aktion “Natur im Garten„. Mit sechs Wochen sind die Jungen dann auf sich alleine gestellt und entdecken die Gartenwelt für sich.

1. Tagsüber mähen: Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Dadurch steigt die Gefahr, wenn abends oder in der Nacht der Rasen gemäht wird – egal ob manuell oder mit einem Rasenroboter. Man sollte die Mahd von hohem Gras vorweg begutachten, ob die Igel gerade aktiv sind.  

2. Bilden von strukturreichen Elemente im Garten: Ein „wildes Eck„ hilft bei der Suche nach Nahrung und bietet Nistmaterial oder einen Schlafplatz. Als Bewohner reichstrukturierter und kleinräumiger Landschaften sind nahrungsreiche Hecken oder Blumenwiesen, Gebüsche mit dichtem Unterwuchs, aber auch offene Flächen in naturnahen Gärten, Bäche und Waldränder für Igel lebensnotwendig. 

3. Vermeiden von durchgehenden Betoneinfassungen oder niedrig angesetzten Zäune: Igel können nicht klettern. Betoneinfassungen stellen eine unüberwindbare Barriere dar. Niedrige Maschendrahtzäune bergen die Gefahr, dass Igel steckenbleiben.  

4. Vermeiden von chemisch-synthetischen Pestiziden wie Schneckengift: Sie wirken sich negativ auf den Igelbestand aus, weil sich die Giftstoffe sich in der Nahrungskette anreichern. 

5. Igel im Sommer nicht füttern: Nur in der nahrungsarmen Zeit im Frühling, wenn die Tiere ausgehungert sind und der Boden noch gefroren ist, und im Herbst, insbesondere für Jungtiere und Igelmütter, kann es hilfreich sein, Futter anzubieten. Ausreichend ist ein flaches Schälchen im Garten mit einer Mischung aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und Weizenkleie oder Haferflocken. Dem Igel keine Milch geben!  

 

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