Sonnenstrom statt Diesel-Abgase: So helfen Wartberger in Nigeria

Sonnenstrom statt Diesel-Abgase: So helfen Wartberger in Nigeria

Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 01.01.2019 18:58 Uhr

WARTBERG. Wenn Karl Hochedlinger am 20. Jänner das Flugzeug in Richtung Nigeria besteigt, ruht seine Ein-Mann-Firma drei Wochen lang. Urlaub ist für den Elektrotechniker und seine Ehefrau Rosa allerdings nicht angesagt: Die beiden Wartberger sind Teil einer Reisegruppe, die im Heimatdorf von Pfarrer Emeka Emeakaroah wichtige Hilfsprojekte unterstützt. Geplant ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage bei einem Spital.

Hohe Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen, wenige Bildungschancen: Die Menschen in Nigeria kämpfen mit einer Vielzahl von Problemen. Emeka Emeakaroah, Pfarrer in den niederösterreichischen Ober-Grafendorf und Weinburg (Bezirk St. Pölten-Land) bemüht sich seit Jahren, die Situation der Menschen in seinem Heimatland zu verbessern.

Tochter stellte Kontakt her

Den Kontakt zu dem tatkräftigen schwarzen Gottesmann hat Hochedlingers Tochter Elisabet hergestellt. Die Optikerin hat 2016 im Heimatort des Pfarrers, dem 4000-Seelen-Dorf Umunohu, eine Optikerwerkstatt mitaufgebaut und Personal dafür eingeschult. „Grauer Star und Weitsichtigkeit sind in Nigeria weitverbreitet“, weiß Elisabet Hochedlinger. Immer wieder reisen ganze Ärzteteams mit dem umtriebigen Pfarrer in das neun Flugstunden entfernte Nigeria, um in dem von ihm gegründeten Madonna Austria Hospital Ihitte zu operieren. Neben Augenerkrankungen sind Leisten- und Nabelbruch-Operationen an der Tagesordnung, da besonders Kinder schwere Wasserbehälter weit vom Brunnen ins Dorf tragen müssen. Dabei ziehen sie sich oft gefährliche Gewebebrüche zu, weiß Rosa Hochedlinger.

Sauberer, günstiger Sonnenstrom statt teurer Diesel

Genau in diesem Krankenhaus ist im Jänner auch der Einsatzort von Karl und Rosa Hochedlinger: „Wir werden die Stromversorgung des 50-Betten-Krankenhauses mit einem Einzugsgebiet von rund 70.000 Menschen von einem Dieselaggregat auf Photovoltaik umstellen“, berichtet der Elektrotechniker – angesichts der argen Umweltverschmutzung und des teuren Dieselpreises (70 Cent pro Liter bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 30 Euro) ein dringendes Anliegen.

Container mit Material schon unterwegs

Bereits vor Monaten hat der Wartberger das Material für die aus Spenden finanzierte 30 kW-peak-Anlage in einem Container auf die Reise geschickt. In den ersten Jännertagen 2019 soll der Schiffstransport in Nigeria eintreffen. „Dann muss Emekas Bruder geschickt verhandeln“, spielt Karl Hochedlinger auf die weit verbreitete Korruption in dem westafrikanischen Land an. Schon bei seinem Besuch im Vorjahr hat der Elektrotechniker den im OP-Vollbetrieb fließenden Strombedarf gemessen und die Anlage danach ausgerichtet. Langlebige Materialien und umweltfreundliche Batterien mit Salzwasser waren ein Kriterium. Ein heimischer Elektriker hilft bei der Installation und wird auf Fehlerbehebung geschult. Daneben gibt es auch eine Fernwartung, über die Hochedlinger Fehler orten kann.

Unterstand für Wartende

Montiert wird die Sonnenstrom-Anlage auf ein Gerüst neben dem Spital, dessen Dächer dafür zu schwach wären. „Dadurch bekommen die Leute einen schattigen Unterstand, denn die Patienten kommen von weither und warten oft geduldig eine ganze Woche auf die Behandlung im Spital“, berichtet Elisabet Hochedlinger. Neben dem Krankenhaus und der Sonnenstromanlage gibt es noch eine Vielzahl weiterer Projekte von Pfarrer Emeka. Dazu gehört auch eine große Schule, der Bau von Brunnen und Berufsausbildung.

Pateneltern gesucht

Vor allem liegt ihm aber am Herzen, Patenschaften für Kinder zu vermitteln, die bei weitem nicht alle eine Schule besuchen. Familie Hochedlinger hat selbst drei Patenkinder, denen mit je 100 Euro pro Jahr der für Einheimische teure Schulbesuch ermöglicht wird. Neben Briefkontakt sind auch persönliche Besuche möglich: Pfarrer Emeka führt jedes Jahr im August eine Kulturreise nach Nigeria. Weitere Informationen: Wer die Vorhaben von Pfarrer Emeka in Nigeria unterstützen möchte, kann das mit einer Spende auf das Konto „One Heart Spital Nigeria“, AT10 3258 5001 0000 6403 tun.

 

 

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