Mit 80 zum ersten Mal ans Meer: Betreutes Reisen stillt das Fernweh

Mit 80 zum ersten Mal ans Meer: Betreutes Reisen stillt das Fernweh

Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 08.03.2017 17:37 Uhr

OÖ/BEZIRK FREISTADT. Nicht immer, wenn Marianne Danner aus Wartberg ob der Aist einen Reisebus oder ein Flugzeug besteigt, ist Erholungsurlaub angesagt: Die pensionierte Diplomkrankenschwester begleitet Menschen, die nicht (mehr) alleine verreisen können, als Teammitglied des Betreuten Reisens, angeboten vom Roten Kreuz.  

Alter, Krankheiten oder eingeschränkte Mobiltät sind kein Grund dafür, auf das Reisen zu verzichten. Damit Menschen mit Einschränkungen den Urlaub mit Sicherheit genießen können, stellen sich Freiwillige wie Marianne Danner als Begleiter zur Verfügung. „Ich habe mir das schon bei meiner Pensionierung vorgenommen und es bis heute nicht bereut“, berichtet die 65-Jährige, die zwei größere Reisen und einige Tagesausflüge pro Jahr begleitet.

Anstrengend, aber große Bereicherung

Obwohl es anstrengend ist, den hilfebedürftigen Reisenden rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen und sich zugleich um das Gepäck zu kümmern, fühlt sich die Wartbergerin durch die Reiseerlebnisse sehr bereichert. „Es ist einfach unvergesslich, wenn zum Beispiel eine 80-Jährige zum ersten Mal das Meer sieht, oder wenn, wie in Rhodos, ein 92-Jähriger unserer Gruppe das Parasailing ausprobiert“, sagt Marianne Danner.

Mit Schwimmflügerln ins Meer

Kein Wunder, dass betreute Reisegruppen überall Aufmerksamkeit erregen, wenn gemeinsam gesungen und gespielt wird oder wenn die Betreuer einem betagten Teilnehmer links und rechts eingehakt und mit Schwimmflügerln zum Badespaß im Meer verhelfen. Marianne Danner: „Manche wollen aber auch einfach nur bis zum Knie hineinstapfen oder den warmen Sand genießen. Jedenfalls sind bei jeder Reise solche Unikate dabei, dass es sicher lustig wird.“

Ticket und Hose verloren

Mit viel Humor im Gepäck sind auch heikle Reisesituationen zu bewältigen. „Es kann schon sein, dass beim Einchecken am Flughafen das Ticket weg ist, oder dass jemand beim Sicherheitscheck die Hose verliert, weil er den Gürtel abgegeben hat“, schmunzelt sie. Auch im Krankheitsfall sind stets Betreuer an der Seite der Reisenden, die im Durchschnitt zwischen 75 und 92 Jahre alt sind. „In Israel war einmal ein Krankenhausbesuch fällig“, berichtet die Wartbergerin. Am schlimmsten hat sie jene Situation in Erinnerung, als ein älterer Herr nach dem Mittagsschlaf aus dem Hotel verschwunden war. „Zum Glück löst sich meist alles wieder in Wohlgefallen auf, und am schönsten ist eine Reise, wenn alles gut klappt und es den Teilnehmern gefällt.“

Das Reiseprogramm:

28 interessante Urlaubsziele stehen heuer auf dem Programm der Sparte Betreutes Reisen des Roten Kreuzes. Neben sechs Tagesausflügen werden auch 26 mehrtägige Reisen innerhalb Österreichs und ins Ausland angeboten. Betreut werden die Reisenden von einem erfahrenen Team aus diplomiertem Pflegepersonal, Altenfachbetreuern und Rotkreuz-Sanitätern. 2017 finden sich zwei Spezialreisen, eine für Demenzkranke und deren Angehörige sowie eine für Trauernde, im Angebot. Das gesamte Reiseprogramm finden Interessierte hier. Kostenlos bestellt werden kann der Reisekatalog per E-mail an reisen@o.roteskreuz.at oder telefonisch unter 0732/7644-522.

 

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