40 Jahre im Geschäft ohne jemals einen Veranstalter anrufen zu müssen

Gerald Nowak Gerald Nowak, Tips Redaktion, 14.08.2012 15:10 Uhr

WELS. Es begann alles vor 40 Jahren mit einem Konzert in Wien, zu dem Martin Pyr­ker ohne vorher vom Veran­stalter gehört worden zu sein auftrat. Nun gibt es nicht nur eine Jubiläums-CD mit dem Titel „Jubilee Joy 40 Years on Stage“, sondern auch ein Jubi­läumskonzert mit den Größen der Boogie-Woogie-Szene im Rahmen des MusikFestiWels am Samstag, 18. August, als Schlachthof-Open-Air.

„40 Jahre im Geschäft und das dazu sehr erfolgreich, wie geht das?“, fragt sich naturgemäß der Musikfreund. „Wahrscheinlich geht es nur dadurch, wenn man nicht direkt von der Musik ab­hängig ist. Ich hatte immer ein zweites Standbein. Ich musste nie einen Veranstalter anrufen. Die sind immer zu mir gekommen. Das ist naturgemäß ein Luxus“, erzählt Pyrker. Und genauso kam es auch zum ersten Konzert. „Ich habe 1971 das Klavier entdeckt. Vorher hatte ich klassischen Vi­olinunterricht und danach habe ich mich autodidaktisch an der Gitarre und Schlagzeug wei­ter gebildet. Am Klavier spielte ich solo Boogie Woogie. Durch Zufallsbekanntschaften kam ich zu Vince Weber und anderen und schon war der erste Auftritt da. Ein Veranstalter engagierte mich, ohne mich vorher gehört zu haben“, erzählt Pyrker. Der Auftritt war ein Erfolg und so machte er Boogie Woogie und Piano-Blues in Österreich zu einer Marke. Die Auftritte wur­den mehr und größer und schließ­lich 1976 ein Konzert im großen Saal des Wiener Konzerthauses. Damit war die Bühne auch inter­national geebnet. Trotzdem blieb sich Pyrker treu. „Mir ging es, und geht es heute noch viel mehr, nur um die Musik. Mir sind Solo-Konzerte mit Zuhörerpublikum, die nicht die große Show brau­chen, am liebsten. Da kommt für mich viel Emotion herüber, da wird die Musik noch lebendiger. Für Bühnensperenzchen bin ich nicht zu haben, ein ganz kleines Zugeständnis sind meine Kla­viersocken, aber nur ein kleines“, sagt der 58-Jährige, der in seinem Leben nicht immer den geraden Weg nehmen konnte. „Sicher hat es immer Rückschläge gegeben. Aber die gehören dazu. Musi­kalisch gesehen spielen wir ein Minderheitenprogramm. Aber trotzdem darf man stolz sein, dass wir mit unserer Platte “Boo­gie Woogie Session„ auf Platz drei der Ö3 Hitparade waren im Jahr 1976. Seit meinem Debüt habe ich rund 2000 Konzerte gegeben, derzeit sind es rund 50 bis 60 im Jahr. Es macht unheim­lich viel Spaß“, hält Pyrker fest.Vor allem die Zusammenarbeit mit seiner Tochter Sabine, die ebenfalls auf dem Jubiläumston­träger zu hören ist und im En­semble vom Schlagzeugvirtuo­sen Martin Grubinger spielt, hat ihm neue künstlerische Impulse gegeben. Pyrker spielt mit Ge­fühl eine emotionale Musik mit viel Tiefgang. Das berührt und auch sein bescheidenes Auftre­ten. „Ich kann es nur wiederho­len. Wichtig ist alleine die Musik und die Zuhörer honorieren das am Ende. Da bin ich mir ganz si­cher“, schließt Pyrker.<

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