Klaus Oppitz: „Die Politik-Satire ist mein großes Steckenpferd“

Klaus Oppitz: „Die Politik-Satire ist mein großes Steckenpferd“

Gerald Nowak Gerald Nowak, Tips Redaktion, 13.07.2017 08:05 Uhr

WELS. Wenn man mit Klaus Oppitz spricht, dann darf man sich nicht wundern, wenn permanent Notizen gemacht werden. Aber nicht vom Fragenden, sondern vom Befragten. Kein Wunder, als Autor mehrerer Bücher, dazu Chef-Autor von „Bist du deppert“, ist Schreiben die Lebensaufgabe.

Die Stadt Wels ist ja fast Stammgast in der Puls-4-Satire-Steuergeldverschwendungsshow „Bist du deppert!“. Nach dem Welios, der Überzahl an Vizebürgermeistern war auch noch die subjektive Kompetenz-Macht Ordnungswache dran. Chef-Autor Klaus Oppitz ist gebürtiger Welser. „Es gibt da keinen Zusammenhang. Wir bekommen Hinweise aus der Bevölkerung. Denen gehen wir zusammen mit den Kollegen von Dossier aber auch anderen Medien nach. Wir recherchieren alles aus. Denn es geht ja um Fakten, trotz Spaß und Satire, die ja auch bei der Sendung mit dabei ist. Am Ende muss alles zusammenpassen und stimmen. Ansonsten geht es nicht auf Sendung“.

 

Genug Material

 

Material gibt es auf jeden Fall genug: „Die Politik liefert ja genügend und das permanent“, erzählt der Autor. Neben der Arbeit für „Bist du deppert“ und für „Wir sind Kaiser“ (seit zehn Jahren) hat Oppitz auch zwei Bücher herausgebracht. „Die Politik-Satire ist mein großes Steckenpferd. Doch auch hier müssen die Fakten passen“. Das betrifft den Roman „Landuntergang“, in der Österreich unter einem rechtsradikalen Bundeskanzler aus der EU austritt und zu einem diktatorisch regierten Polizeistaat wird. Vier Anti-Helden, die Monty Python und Helge Schneider alle Ehre gemacht hätten, rotten sich im Mühlviertel zur Christlichen Republik, der ersten Terrormiliz Österreichs zusammen. Vom Mühlviertel aus wollen sie Österreich retten.

Auswandertag

Bei „Auswandertag“, dem Erstlingswerk von Oppitz, geht es um eine Familie, die aus Österreich, das wirtschaftlich am Ende ist, den Schilling eingeführt und den Öxit vollzogen hat, in das europäische Vorzeigeland Nummer eins, die Türkei, flüchten will. Auf ihrer abenteuerlichen Flucht begegnen die Putscheks burgenländischen Schwarzhändlern, echt arischen Ungarn, zwielichtigen Schleppern, politisch verfolgten Kärntnern und landen in einem Istanbuler Flüchtlingslager. Hier müssen sie erfahren, dass Integration eine wirklich schwierige Aufgabe ist, vor allem, wenn ein Familienmitglied allmählich in den Wahnsinn gleitet. Das Besondere an diesem Roman: Er ist 2014 erschienen, also vor der großen Flüchtlingswelle: „Diese Idee habe ich schon länger im Kopf gehabt. Es war mir wichtig zu zeigen, wie es ist, wenn man die Geschichte umdreht. Wir leben in spannenden Zeiten in denen viel passiert und in Bewegung gekommen ist. Es ist die Frage, wie man damit umgeht und ob man alles einfach hinnimmt oder mit Satire auf Dinge hinweist“.

Information

Klaus Oppitz, geboren 1971 in Wels, Schule in Wels, Matura in Grieskirchen, arbeitete als Werbetexter und Regisseur und schreibt für Fernsehen und Bühne. Mit „Auswandertag “ hat Oppitz 2014 seinen vielbeachteten Debütroman vorgelegt, gefolgt von der Rechtsextremismus- und Terrorsatire „Landuntergang“ (2016) und der ironischen Sammlung von Politikerzitaten „Lösungen sind nicht die Antwort“ (2017). Alle erschienen im Residenz-Verlag.

 

 

 

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