Rückschau auf 2017: Weniger Verkehrstote

Rückschau auf 2017: Weniger Verkehrstote

Philipp Hebenstreit Philipp Hebenstreit, Tips Redaktion, 29.12.2017 10:40 Uhr

WIEN. Erfreuliche Nachricht vor dem Jahreswechsel: Laut vorläufigen Zahlen des Innenministeriums sind per 28. Dezember 2017 410 Personen auf heimischen Straßen tödlich verunglückt. Das ist ein neuer historischer Tiefstand.

Im Jahr 2017 verunglückten auf Österreichs Straßen 410 Personen tödlich - das ist ein neuer historischer Tiefstand. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von fünf Prozent. 182 Getötete kamen im Pkw ums Leben, 83 Getötete waren Motorradfahrende, 70 Fußgänger, 31 Radfahrer, 22 Lkw-Insassen sowie weitere 22 Personen verunglückten mit sonstigen Verkehrsmitteln (Moped, Traktor, etc.). „Ein starker Rückgang der Getötetenzahl zeigt sich bei Radfahrenden – und zwar um 35 Prozent“, erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé. Überraschend ist das Ergebnis bei der Analyse der Gesamtunfallzahlen nach Altersklassen. Rückgänge gibt es hier nur in den „Risiko“-Gruppen – minus sechs Prozent bei den 15 bis 24-Jährigen sowie minus 26 Prozent bei den Senioren (ab 65 Jahren).

86 Prozent weniger Tote in 45 Jahren

Grundsätzlich konnte die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr in den letzten Jahrzehnten deutlich gesenkt werden – von einem historischen, negativen Spitzenwert von 2948 Getöteten im Jahr 1972 auf vorläufig 410 im Jahr 2017 – das ist ein Minus von 86 Prozent. „Ein Wermutstropfen ist, dass in diesem Zeitraum die Zahl der Unfälle und der Verletzten nicht im gleichen Maß gesunken ist“, bedauert der ÖAMTC-Experte. 38.466 Unfälle im Jahr 2016 sind ein Minus von 27 Prozent, 48.393 Verletzte ein Minus von 33 Prozent seit 1972. „Die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit darf daher nicht nur auf die Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten abzielen, sondern muss sich darauf konzentrieren, vor allem die Zahl an Schwerverletzten, im speziellen der Schwerstverletzten, deutlich zu senken“, fordert der ÖAMTC-Verkehrsexperte.

Bündel an Maßnahmen zur weiteren Verbesserung

Handlungsmöglichkeiten zeigt die Analyse der langjährigen Verkehrssicherheitsarbeit auf. „Die drastische Reduzierung der Zahl an Verkehrstoten in den vergangenen Jahrzehnten gelang vor allem durch die stetige Verbesserung der passiven Sicherheit von Pkw und durch die moderne Notfallmedizin. Darüber hinaus haben auch Verkehrssicherheitsmaßnahmen einen wesentlichen Beitrag geleistet“, fasst der ÖAMTC-Techniker zusammen. Ein großes Potenzial, zukünftig Unfälle zu vermeiden und Gefahrensituationen zu kompensieren, die vor allem durch Unachtsamkeit oder Fehlverhalten entstehen, bieten elektronische Fahrerassistenzsysteme wie Fahrdynamikregelung, Notbremssystem, Abstandsregelung, Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und vieles mehr. „Um die Zahl der Getöteten und der Schwerverletzten weiter zu reduzieren, muss der Fokus verstärkt auf ungeschützte Verkehrsteilnehmer gelegt werden, zum Beispiel durch die kontinuierliche Verbesserung und die vermehrte serienmäßige Implementierung von automatischen Notbremssystemen mit Fußgänger- und Radfahrererkennung“, fordert der ÖAMTC-Verkehrstechniker.

Meilensteine der Fahrzeugsicherheit

Fahrzeugseitig wurde in den vergangenen 50 Jahren viel verbessert, beispielsweise Scheibenbremsen, Knautschzone, Drei-Punkt-Gurt, Airbags, ABS, ESP und restriktivere Vorgaben bei Crashtests. „Der Club hat hier vor 30 Jahren mit der Durchführung erster Crashtests einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass seitens der Fahrzeughersteller mehr in die Fahrzeugsicherheit investiert wurde und wird“, betont Nosé. Die passive Sicherheit der Fahrzeuge hat sich dadurch enorm verbessert. So wurden zum Beispiel Gurtsysteme durch Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer deutlich verbessert, Knautschzonen und Fahrzeugvorbau optimiert und dadurch die Gefahr, dass Motor und Getriebe in den Fahrgastraum eindringen, reduziert.

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