Wiener Neustadt Sportdirektor Andreas Schicker: „Noch zählen wir nicht zu den Großen“

Wiener Neustadt Sportdirektor Andreas Schicker: „Noch zählen wir nicht zu den Großen“

Michael J. Payer Michael J. Payer, Tips Redaktion, 13.12.2017 09:22 Uhr

WIENER NEUSTADT. Der SC Wiener Neustadt hat in der Sky go Erste Liga eine beeindruckende Herbstsaison gespielt. Tips hat mit Sportdirektor Andreas Schicker über den Erfolg gesprochen: Rückblick, Ausblick und die Hoffnung auf den Bundesligaaufstieg.

Tips: Wiener Neustadt liegt punktegleich mit Favorit Ried an der Spitze – haben Sie sich das genauso vorgestellt?

Andi Schicker: Wir hatten einen super Start. Das war die Basis für diesen guten Herbst. Dabei haben wir immer konstant gespielt und hatten nie einen richtigen Einbruch. Dass wir jetzt 38 Punkte auf dem Konto haben, ist eine top Ausgangsposition für das Frühjahr.

Tips: Der SC Wiener Neustadt will da sein, wenn die Großen schwächeln. Jetzt ist man in der Tabelle selbst ein Großer. Hat sich die Rolle für das Frühjahr geändert?

Schicker: Auf keinen Fall. Innsbruck und Ried sind klar über uns zu stellen. Auch Austria Lustenau vom Budget her. Wir haben das mit einem starken Kollektiv wettgemacht. Noch zählen wir nicht zu den Großen.

Tips: Wiener Neustadt ist die beste Auswärtsmannschaft. Warum klappt es auf fremden Plätzen besser?

Schicker: Unser Spiel passt perfekt zu Auswärtsspielen. Aus einer guten Defensive schnell umschalten und auf Konter spielen. Auswärts ist man nicht gezwungen etwas zu machen und kann abwarten. Wir haben die gebotenen Räume einfach genutzt. Da gab es auch einige 1:0-Siege. Wobei man teilweise auch spielerisch gute Leistungen gesehen hat.

 

Topspieler beim SC

Tips: Mit Hamdi Salihi hat der SC auch den Top-Torschützen in den eigenen Reihen. Was gibt´s zum Routinier zu sagen?

Schicker: Er war ein Goldgriff. Er hat jede Partie gespielt und ist sehr fit. Was er geleistet hat, spricht Bände. Er bringt immer auf den Punkt Leistung und ist der Papa in der Kabine. Er ist ruhig und hilft den Jungen. Er ist einfach ein riesen Gewinn für den Verein.

Tips: Fabian Miesenböck hat als Zweitbester fünf Tore am Konto. Klafft hinter Salihi ein Loch?

Schicker: Es hat sich ganz gut aufgeteilt. Vor allem gegen Ende der Herbstsaison haben sich auch andere in die Liste eingetragen. Sicher wünscht man sich noch mehr Tore. Man darf aber nicht vergessen, dass wir extrem viel gegen den Ball arbeiten. Daher sind wir schon sehr zufrieden.

Tips: Mit Mario Ebenhofer hat man auch einen der Top-Vorbereiter in den eigenen Reihen. Gibt es schon Anfragen für den einen oder anderen SC-Akteur?

Schicker: Bis jetzt gibt es noch keine Anfragen. Viele haben bei uns aufgezeigt. Durch die Bank waren alle top. Es wird nicht so sein, dass wir jemanden herschenken werden. Wir wollen mit dem Kader in das Frühjahr gehen und uns vielleicht punktuell verstärken. Aber alles mit Maß und Ziel, denn wir wollen keine Unruhe reinbringen.

Tips: Erfolgsmeldungen gibt es auf allen Ebenen: Kooperationsspieler Dejan Ljubicic hat beispielsweise bei Rapid Fuß gefasst. Ein Beweis für eure gute Arbeit?

Schicker: Vor der Saison haben wir das auch so verkauft. Wir wollen mit großen Vereinen zusammenarbeiten. Dafür stehen wir. Für den Verein ist es ein Gewinn wenn es einer wie Ljubicic schafft. Für die Transferzeit kann man sicher mit solchen Beispielen punkten. Wir haben die Möglichkeit den Jungen Spielpraxis zu geben und bringen ihn besser zum Stammverein zurück. Das ist der Weg von Wiener Neustadt.

 

Trainerfrage

Tips: Trainer Roman Mählich war bei Sturm als Nachfolger von Franco Foda im Gespräch. Wie froh ist man bei Wiener Neustadt, ihn weiter auf der Bank zu haben?

Schicker: Es hat Gespräche mit Sturm gegeben. Roman hat einen riesen Anteil an unserem Erfolg. Er hat bis zum Schluss die Spannung aufrechterhalten. Die Mannschaft glaubt zu 100 Prozent an ihn. Sein Umgang mit den Spielern ist top. Jeder weiß wo er steht. Da kann man nur den Hut ziehen. Er wird sicher eine große Trainerkarriere machen. Aber jetzt passt es perfekt in Wiener Neustadt.

Tips: Lag Plan B bei der Trainerfrage schon in der Schublade?

Schicker: Da habe ich mir wenig Gedanken gemacht. Wir hätten bis 8. Jänner Zeit gehabt weil Foda in Graz bis zum Winter fertig macht. Ich war aber immer überzeugt, dass Roman bei uns bleibt.

 

Ausblick

 

Tips: Es gab bisher vier Saisonniederlagen. Zwei gegen Ried, eine gegen Innsbruck und eine gegen den FAC. Schmerzt die gegen das damalige Tabellenschlusslicht FAC besonders?

Schicker: Nach jedem Sieg haben wir uns über das FAC-Spiel Gedanken gemacht. Solche Spiele gibt es in jeder Saison. Es gleicht sich alles aus. Und wir sind mit unseren 38 Punkten sehr zufrieden.

Tips: Wie soll es im Frühjahr weitergehen?

Schicker: Wir haben eine super Ausgangsposition und wissen, dass es schwierig wird. Es ist noch ein weiter Weg. Wenn es zu den Schlüsselspielen kommt, wird man sehen, wie die Burschen damit umgehen. Ich bin von den Jungs absolut überzeugt. Wir werden alles versuchen.

Tips: Wird es Kader-Veränderungen geben? Stichwort Tomas Simkovic?

Schicker: Vom Interesse an Tomas habe ich auch gelesen (lacht). Ich habe mit ihm ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Von seiner Qualität brauchen wir nicht reden. Wenn das machbar ist, wäre er eine riesen Bereicherung. Es hat aber noch keine Gespräche gegeben. Er muss für sich selbst abklären, ob er schon nach Österreich zurückkommen will. Ansonsten wird Michi Brandner im Jänner in die Vorbereitung mit einsteigen. Verstärkungen würden uns guttun. Es fehlt ein wenig an Geschwindigkeit. Wir wollen noch unberechenbarer werden.

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