Die Donau als letzte Ruhestätte

Die Donau als letzte Ruhestätte

Margareta Pittl Online Redaktion, 06.03.2019 07:15 Uhr

BEZIRK MELK. Seit 2008 sind in Niederösterreich, anders als etwa in Oberösterreich und Wien, Beisetzungen in Gewässern möglich. Erhebungen, wie viele Donaubestattungen es seither gegeben hat, gibt es nicht. Die Zahl dürfte allerdings überschaubar sein.

Rund 850 Menschen sterben jedes Jahr im Bezirk Melk. Die meisten von ihnen finden in Grab und Urne ihre letzte Ruhestätte. „Es gibt eine Entwicklung hin zur Individualisierung“, weiß Rainer Wernhart, Pressesprecher des Bundesverbandes der Bestatterinnungen. Seit 2008 können in Niederösterreich Beisetzungen in Gewässern durchgeführt werden. Diese Möglichkeit werde zwar immer wieder in Anspruch genommen, aber von einem Trend könne man nicht sprechen, so Wernhart. Das bestätigen auch die Ybbser Bestattungsunternehmer Sandra Neulinger-Hochreiter und Peter Wöginger. „Zwischen drei und fünf Donaubestattungen haben wir im Jahr“, so Neulinger-Hochreiter. Diese Anzahl sei seit 2008 in etwa gleichbleibend. „Die Menschen, die das wünschen, haben meist eine Verbindung zur Donau. So hatten wir beispielsweise einmal einen Kapitän, der sich in der Donau beisetzen lassen wollte“, erzählt die Bestatterin.

Bewilligung der Gemeinde

Für eine Donaubestattung muss eine Bewilligung der Gemeinde, in deren Gebiet sich der für die Beisetzung vorgesehene Bereich der Donau befindet, eingeholt werden. Im Regelfall sei das aber kein Problem, so Neulinger-Hochreiter. Außerdem braucht es eine spezielle Seeurne, in die das Wasser eindringen kann, damit sie untergeht. Auch das Material der Urne muss sich im Wasser auflösen können. Die Asche ohne Urne zu verstreuen, sei verboten, so Neulinger-Hochreiter. Wie viel eine Donaubestattung kostet, hängt ganz von den individuellen Wünschen ab: Will man ein kleines Boot, ein großes Schiff, oder auf ein Fahrzeug verzichten und die Urne vom Steg weg ins Wasser lassen.

Freidenker

Ein Pionier im Bereich Natur- und Seebestattung ist Peter Wöginger. Er war einer der ersten in Österreich, der alternative Beisetzungsmöglichkeiten anbot und sie auch weltweit durchführt. „Menschen, die neue, alternative Wege gehen, sind oft ganz bewusste Menschen, die zurück in den Kreislauf der Natur wollen und sich vorher schon mit dem Tod auseinandergesetzt haben“, erklärt der Ybbser Bestatter. Eine Handvoll Donaubestattungen hätte er seit 2008 gehabt. „Naturbeisetzungen wünschen sich meist Freidenker, Menschen, die sich keine Grabstätte leisten oder ihre Kinder nicht mit einer belasten wollen und Menschen, die den Gedanken, in der Erde zu verrotten, nicht ertragen“, so Wöginger.

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