Unheilbar krank, dennoch werde ich den Tumor besiegen!“

Unheilbar krank, dennoch „werde ich den Tumor besiegen!“

Katharina Vogl Katharina Vogl, Tips Redaktion, 02.11.2018 18:08 Uhr

ZWETTL. Pleuramesotheliom: seit Mai 2018 weiß Ulrike Thaler, dass sie den bösartigen, aggressiven und gleichzeitig sehr seltenen Tumor des Rippenfells mit sich trägt. Dieser ist bereits sehr weit fortgeschritten und die Prognose der Ärzte ernüchternd. Doch die Diätologin aus Zwettl gibt nicht auf, sie hat ihren ganz eigenen Zugang und vor allem das sichere Gefühl, dass sie der Tumor nicht umbringen wird.

„Es geht mir gut, es ist mir nie schlecht gegangen, das ist wirklich so“, schmunzelt Ulrike Thaler auf die Frage nach ihrem Empfinden. Einzig der Husten sei lästig. Dieser war auch der Grund, warum sie damals einen Lungenfacharzt aufsuchte.

Nach einer Computertomografie stand es fest. „Der befundende Arzt meinte nur: Frau Thaler ich muss gestehen, ich bin ratlos, das schaut grauenvoll aus was sie da haben“, erzählt die 43-Jährige. Eigentlich dürfte sie dieses Pleuramesotheliom gar nicht haben - dafür ist sie doch zu jung, zudem weiblich und hatte zeitlebens nie etwas mit Asbest zu tun. Und selbst wenn man asbestbelastet sei, würde der Ausbruch der Erkrankung 30 bis 40 Jahre dauern, weiß Thaler. Dieser bösartige Tumor des Rippenfells tritt zudem äußerst selten auf, in Österreich ist die Rede von eins zu einer Million.

Keine hohe Lebenserwartung

Im Falle Thalers ist der Tumor bereits sehr weit fortgeschritten und laut Schulmedizin unheilbar. Die Ärzte geben ihr unbehandelt maximal ein Jahr, mit schwerer Chemotherapie und vielen großen Operationen steigt die Lebenserwartung vielleicht auf zwei Jahre. All das war keine Option für die Mutter von drei kleinen Kindern.

Doch trotz dieser Diagnose sei sie nie in ein Loch gefallen, glücklicherweise fügte sich danach sehr viel, erzählt sie. Durch den Film „Trotzdem gesund“ von Kurt Langbein wurde Ulrike Thaler auf eine private Tagesklinik in Wien aufmerksam. Der dortige Arzt für Allgemeinmedizin und Onkologie Ralf Kleef meinte: „Frau Thaler, ich bin sehr gerührt, sie sind sehr krank, aber es gibt Möglichkeiten.“ In einem nächsten Schritt wurde ihr Tumormaterial in Düsseldorf genauestens analysiert, um exakt abgestimmte Therapien ausfindig zu machen.

Biologische Chemotherapie

Es stellte sich heraus, dass einjähriger Beifuß, der auch als „biologische Chemotherapie“ bezeichnet wird sowie Vitamin D, Aspirin und hochdosiertes Vitamin C bei ihr helfen sollten. Letzteres hat sie allerdings langsam wieder ausgeschlichen, da sie das Gefühl hatte, es tue ihr nicht gut. Zudem kam noch eine siebenwöchige Fiebertherapie. „Die Tumorzelle hat einen großen Nachteil, der wird schnell mal zu heiß und kann nicht wie die anderen Körperzellen die Temperatur wieder runterregeln“, ist Thaler informiert. Anhand eines Differenzierungstests kam man weiters zu dem Ergebnis, dass eine von 32 Mistelsorten („Viscum Aceris“) Ulrike Thaler helfen sollte, diese spritzt sie sich selbst. Sie erzählt außerdem von „Blushwood Berry-Tropfen“ (australische Frucht), die sie ebenfalls zu sich nimmt. So gäbe es Studien, wo diese Tropfen direkt in den Tumor injiziert worden wären und dieser bereits nach kurzer Zeit begann, sich zurückzubilden.

„Bin nicht umsonst krank“

Zusätzlich zur körperlichen Therapie arbeitet sie auch ganz bewusst auf der mentalen Ebene. „Man sagt ja, man ist nicht umsonst krank.“ Unter anderem fühlt sie sich bei einer Heilpraktikerin gut aufgehoben, die nach dem biologischen Heilwissen arbeitet, das besagt, dass jedem Organsystem ganz bestimmte Konflikte zugrunde liegen. „Wenn du es schaffst, diese Konflikte zu lösen, dann braucht der Körper diese Erkrankung nicht mehr.“ In ihrem Fall ist es das Rippenfell, das wächst. „Ich habe mir damit einen ziemlich großen Schutzmantel umgelegt, der mein Innerstes schützen soll“, erläutert Thaler.

Es gehe nun darum zu schauen, was dem zugrunde liegt, damit dieser Schutzmantel nicht mehr benötigt wird. Emotionen, Konflikte oder Blockaden - derzeit beschäftigt sie sich intensiv damit, diese zu lösen, dabei helfen sollen ihr die verschiedensten Techniken.

Am allerwichtigsten erscheint es ihr aber, dass „man die Verantwortung bei sich lässt“ und sie nicht beispielsweise bei einer Arzttür abgibt. „Der Tumor ist in mir gewachsen, das sind meine Körperzellen, daher habe ich ihn nie als fremd- oder gar bösartig empfunden.“

„Zornig auf den Krebs“

Ihre drei Kinder, fünf, sieben und neun Jahre alt, sind allerdings zornig auf die Krankheit. Dafür, dass sie derzeit nicht immer bei ihrer Mama sein können. Ihre fünfjährige Tochter Marie meinte einmal zu ihr: „Mama, ich will nicht, dass du ein Engel im Himmel bist“, um danach aber auch gleich wieder positiv in die Zukunft zu blicken: „Mama, wenn du Oma bist, dann habe ich ein Geschäft, verdiene ganz viel Geld und dann machen wir gemeinsam Urlaub am Meer.“ Ulrike Thaler hat nach wie vor das sichere Gefühl, dass sie den Tumor überlebt. Skizzierte Zukunftsszenarien wie jene der Tochter helfen ihr, diese Spur zu festigen.

Keine Untersuchungen

Natürlich gibt es Tage, wo es nicht so „läuft“, dennoch erlebt Thaler diese Zeit insgesamt auch bereichernd. „Man lernt so viele besondere Menschen kennen und ich habe das Gefühl, dass sich mein Horizont gerade enorm weitet. Es gibt einfach so viel mehr im Leben, als man sieht, wenn man gesund ist“. Untersuchungen lässt sie derzeit aus. „Ich weiß für mich, ich bin am richtigen Weg und möchte auf der Spur bleiben. Sich ständig in das Bewusstsein zu holen, wie krank man ist, was bringt das?“, fragt sich Thaler. Das letzte Bild von den leuchtenden Tumorzellen habe sie tagelang nicht aus dem Kopf gebracht.

Langsam kehrt die Kraft, die Energie zurück, freut sie sich. Das Essen schmeckt glücklicherweise wieder, immerhin habe sie zehn Kilogramm verloren. Nichts desto trotz ist ihre Leistungsfähigkeit bereits bei kleiner Belastung extrem eingeschränkt, alltägliche Arbeiten werden schnell beschwerlich. „Ich bin müder als sonst und muss mehr Ruhephasen einlegen, mein Partner schupft glücklicherweise den Haushalt, auch meine Familie und Freunde gehen mir zu Hand“, zeigt sie sich dankbar.

Lernen, Hilfe anzunehmen

Hilfe anzunehmen - auch in finanzieller Hinsicht - ist ein Thema, das ihr gerade anfangs nicht leicht fiel und das sie jetzt lernen darf. Ihre alternativen Untersuchungen, Therapien und Medikamente haben bereits in den ersten neun Wochen nach Diagnosestellung über 14.000 Euro gekostet. Das Geld war schnell aufgebraucht. Glücklicherweise konnten im Rahmen einer Spendensammlung, initiiert von ihrem Arbeitgeber, dem Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs, 10.000 Euro gesammelt werden.

„Total überwältigend“

Einen weiteren Spendenaufruf organisierte der Gründer des Benefizvereins Waldhausen, Willi Stöcklhuber, in Zusammenarbeit mit einer österreichischen Wochenzeitung, wo die stolze Summe von über 32.000 Euro übergeben werden konnte. „Diese Hilfsbereitschaft ist für mich total überwältigend, ich wusste anfangs gar nicht, ob ich das annehmen darf. Gleichzeitig ist es auch eine richtige Kraft, die mich unterstützt und trägt“, zeigt sich Ulrike Thaler gerührt.

Eine Woche nach der anderen wird nun bewusster erlebt, eventuell werden Fiebertherapie und Co nochmals wiederholt, auch die sehr teure Immuntherapie, die allerdings bei ihrer Tumorart nicht von der Krankenkasse finanziert wird, bleibt im Hinterkopf.

„Ich denke nicht langfristig, ich weiß, dass der Tumor irgendwann weg sein wird und sich diese Zellen auflösen werden, weil ich sie nicht mehr brauche, aber wann das sein wird - keine Ahnung“, so die tapfere 43-Jährige.

„Wenn ich dann gesund bin,...“

Wenn sie dann gesund ist, möchte sie ein Buch mit dem Titel schreiben „Diagnose: Krebs unheilbar - heute bin ich trotzdem gesund!“, auch um vielen anderen Mut zu machen. Um Ulrike Thaler auf diesem Weg zu unterstützen, ist das Spendenkonto nach wie vor geöffnet.

 

Spendenkonto für Ulrike Thaler, eingerichtet vom Benefizverein Waldhausen:

IBAN: AT96 2027 2000 0020 2010

BIC: SPZWAT21XXX

Kennwort: Ulrike Thaler

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