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„Working Sober" – Suchtprävention mit digitaler Schnitzeljagd in Lehrlingsausbildung

Tips LogoKarin Seyringer, 19.02.2026 12:00

LINZ. Mit „Working Sober“ gibt es in Oberösterreich ein neues innovatives Präventionsprojekt, das Lehrlinge durch eine digitale Schnitzeljagd für das Thema Sucht sensibilisieren soll. Unterstützt von der Arbeiterkammer OÖ, zielt das Projekt darauf ab, junge Menschen in ihrer Lebenswelt zu erreichen und durch spielerische Elemente aufzuklären.

Rainer Schmidbauer (Leiter Institut Suchtprävention), Katharina Mittermüller (Fachreferentin am Institut Suchtprävention), LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und AK OÖ-Präsident Andreas Stangl (v. l.) präsentierten das neue, gemeinsame Präventionsangebot. (Foto: Land OÖ/Lina Spenlingwimmer)

„Working Sober – digitale Schnitzeljagd zum Thema Suchtprävention in der Lehrlingsausbildung“ ist ein neues Angebot am Institut Suchtprävention, pro mente OÖ, der vom Land OÖ beauftragten Fachstelle für Suchtprävention.

Das Projekt sei ein Präventionsprojekt genau dort, wo junge Menschen erreicht würden – in Bildungseinrichtungen, so LH-Stellvertreterin, Bildungs- und Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP). „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Prävention sehr viel erreichen können – aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern indem wir die Jugendlichen in ihren Lebensrealitäten ansprechen, begleiten, bestärken und unterstützen. Dieses Projekt ist ein solches und es freut mich, dass wir das gemeinsam umsetzen können in Oberösterreich.“

Unterstützt vom Arbeiterkammer-Zukunftsfonds

Gefördert wurde das Projekt zu 50 Prozent von der Arbeiterkammer OÖ, mit Mitteln aus dem Zukunftsfonds „Arbeit Menschen Digital“.

Mit dem Zukunftsfonds werden Projekte unterstützt, die Beschäftigte im digitalen Wandel unterstützen. 218 solcher Projekte wurden bislang mit in Summe zwölf Millionen Euro gefördert, lädt AK OÖ-Präsident Andreas Stangl ein, Projekte einzureichen. Mehr Infos: ooe.arbeiterkammer.at/arbeitmenschendigital

„Working Sober“ sei ein Leuchtturmprojekt“, so Stangl. Einerseits würden die Beschäftigten in der Suchtprävention damit unterstützt, „auf der anderen Seite ist es ein sinnvolles Tool für Lehrlinge in den Berufsschulen.“ Überzeugt ist Stangl auch vom Gamification-Ansatz, dem spielerischen Zugang, der Ansporn sei, sich mit dem Thema Alkoholkonsum auseinanderzusetzen.

„Niederschwelliges Instrument“

Auch wenn der Trend zum Alkoholkonsum nach unten gehe, gebe es hohe Konsumraten, hohe Verfügbarkeit, das Thema Alkohol sei in der Gesellschaft omnipräsent, so Rainer Schmidbauer, Leiter des Instituts Suchtprävention. „Mit ‚Working Sober‘ steht nun ein niedrigschwelliges und innovatives Instrument zur Thematisierung von Problemen rund um Alkohol zur Verfügung.“

Die Herausforderung: Der Zugang muss realistisch sein. Daher erfolgte die aufwendige Entwicklung unter Einbindung von Lehrlingen selbst und unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Wien. Als technische Vorlage des spielerischen Zugangs diente eine digitale „Escape-the-Room“-Anwendung.

Im Rahmen von Workshops

Die digitale Schnitzeljagd findet grundsätzlich im Rahmen von Workshops statt, sei ein guter „Door-Opener“, um sich mit dem Thema Fortgehen und Alkohol auseinanderzusetzen, wie Katharina Mittermüller, Fachreferentin im Bereich Arbeitswelt – Außerschulische Jugendarbeit am Institut Suchtprävention, erläutert. „In weiterer Folge ist es uns besonders wichtig, die Themen, die das Spiel aufmacht, weiter mit den Jugendlichen zu reflektieren.“

Das Spiel besteht aus verschiedenen Aufgaben und Rätseln, die eine Gruppe von Jugendlichen (oder ein Lehrling alleine) lösen muss. Die Aufgaben sind aufeinander aufbauend gestaltet. Erst nachdem eine Aufgabe oder ein Rätsel gelöst wurden, gelangt man in die nächste Ebene zur nächsten Frage.

Behandelte Themen sind unter anderem, wie man einen Fortgeh-Abend im Vorfeld plant, sein Limit zu kennen, Nüchternheit im Straßenverkehr, wie komme ich hin, wie wieder gut nach Hause, auf Freunde zu achten oder auch, ob am nächsten Tag gearbeitet werden muss. 

Die Rückmeldungen – das Angebot gibt es seit letztem Jahr, seien durchwegs positiv. „Die Messages bleiben im Kopf, die Jugendlichen nehmen sich was mit, dass sie dann beim nächsten Fortgeh-Abend umsetzen können“, so Mittermüller. Diese „Take-Home“-Massage unterstreicht auch Haberlander, und auch die Weiterverbreitung etwa im Freundeskreis

Laufend erweitert

„Working Sober“ wird laufend um neue Inhalte, Themen und Spiele ergänzt und einzelne Spielelemente in vorhandene Präventionsangebote integriert. Ein zweites Spiel zum Thema „Positives Körperbild“ („First Date“) ist als Pilot bereits online. Die Workshops können von Berufsschulen und Unternehmen gebucht werden.

Infos: www.praevention.at/institut/working-sober


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