Junger Asylwerber wagte mit "Kabul bags" den Sprung in die Selbstständigkeit
BEZIRK FREISTADT. Asylwerber Mojibullah „Mojib“ Satari (20) importiert seit einem Jahr erfolgreich schicke Kunstledertaschen aus Afghanistan.

Er mag schöne Dinge, hat gute Ideen für einfache Gebrauchsgegenstände und schätzt Handarbeit. Außerdem sucht Mojibullah Satari, so heißt der Taschenhändler aus Afghanistan, lieber nach Lösungen als sich bei den Problemen aufzuhalten. Denn sein größtes Problem derzeit ist sein Asylstatus. „Vier Jahre warten ist nicht lustig“ sagt der 20-Jährige, der 2015 nach als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling Österreich kam. Und weiter: „Es ist auch nicht zufriedenstellend, wenn man für den eigenen Lebensunterhalt nicht sorgen darf.“
Mojib steht heute auf eigenen Beinen
Also wagte Mojib 2018 den Sprung in die Selbstständigkeit, der Rotary-Club Aisttal-Hagenberg stand dabei Pate. Gemeinsam mit seiner Mentorin Bernadette Prieschl und Gründerin von „Helping Hands für Afghanistan“ schaffte Mojib es mit „Kabul bag“ zum erfolgreichen Taschenhändler mit einer Gewerberechtigung, der auf seinen eigenen Beinen steht und keinerlei finanzielle Unterstützung vom österreichischen Staat mehr benötigt.
Hilfe zur Selbsthilfe
Unter dem Motto „Afghanistan braucht kein Mitleid, sondern Hilfe zur Selbsthilfe“ organisierten Mojib, der in Österreich den Hauptschul-Abschluss gemacht hat, und Rotary Nähmaschinen als Starthilfe für Menschen in Kabul.
Nähmaschinen als Starthilfe
„Rafi, ein armer Familienvater, der alles verloren hatte und auf der Straße lebte, näht jetzt schöne und qualitativ hochwertige Shopper und Study-bags aus Restmaterial der Designindustrie“, berichet Bernadette Prieschl. Diese werden nach Österreich exportiert und dort auf verschiedenen Märkten, zum Beispiel kommendes Wochenende am Freistädter Christkindlmarkt verkauft. „Das ist gelebte Entwicklungshilfe“, meint Bernadette Prieschl.


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