Landleben mit guter Infrastruktur
ADLWANG. Viele Menschen wollen auf dem Land in einer intakten Natur, eingebettet in einer lebendigen Dorfgemeinschaft, leben. Oft fehlt allerdings die städtische Infrastruktur. Was Adlwang macht, um diese Symbiose zu schaffen, erzählt Bürgermeister Karl Mayr im Interview.

Tips: Warum ist die Gemeinde Adlwang auf einem guten Weg?
Karl Mayr: Wir haben es eindeutig geschafft, dass wir als familienfreundliche und innovative Gemeinde wahrgenommen werden. Das bestätigt uns die Einwohnerentwicklung, speziell der Zuzug von Jungfamilien, sodass wir zu einer der prozentuell am stärksten wachsenden und im Durchschnittsalter jüngsten Gemeinde in Oberösterreich geworden sind. Begonnen haben wir damit, dass wir das Kinderbetreuungsangebot auf den bestmöglichen Standard (1A-Zertifizierung) gebracht haben. Unser Montessori-Kinderhaus ist über die Grenzen hinaus bekannt. Seit September bieten wir im Gemeindegebiet in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Hall auch eine alternative Form, die des Waldkindergartens, an. Leben, spielen, lernen in der Natur.
Wie sieht es mit Baugründen und dem Wohnungsangebot aus?
Karl Mayr: Wohnen muss bei uns leistbar, ökologisch sinnvoll und attraktiv sein. Unter dieser Maxime haben wir begonnen, mit innovativen Bauträgern entsprechende Wohnmodelle (Eigentum oder Miete) zu initiieren. Der Erfolg gibt uns recht. Wir haben eine große Nachfrage sowohl von Anbietern als auch von Kauf- und Mietinteressenten. Derzeit sind 82 Wohnungen im großvolumigen Wohnbau in Umsetzung oder in der Planung. Wir bekennen uns dazu, dass wir mit unserem wertvollen Boden verantwortungsvoll umgehen müssen. Dem verdichteten, ökologischen Wohnbau geben wir eindeutig den Vorzug.
Schnelles Internet ist heute für viele Menschen enorm wichtig. Kann das Adlwang bieten?
Karl Mayr: Die Arbeitswelt ändert sich schneller, als wir glauben wollen. Home Office wird zur Normalität werden, im Gesundheitsbereich wird die digitale Kommunikation zwischen Arzt und Patient Einzug halten, der Nahverkehr wird in gar nicht so weiter Zukunft fahrerlos per App organisiert sein. Mit unserer Glasfaseroffensive, die wir intensiv 2016 gestartet haben, haben wir bereits einen Ausbaugrad erreicht, um den uns jetzt viele Gemeinden beneiden. Für 85 Prozent aller Haushalte ist die Infrastruktur bereits hergestellt. Einzellagen sind in der Förderschiene. Alle im Gemeindegebiet vorhandenen potentiellen Baugrundstücke sind bereits an dieses Netz angebunden.
Welche Investitionen sind in der Gemeinde geplant?
Karl Mayr: Investieren möchten wir zukünftig in die Lebensqualität unserer Einwohner. Erste Projekte, wie der öffentliche Spielplatz, sind abgeschlossen oder in der Finalisierung wie das revitalisierte Naherholungsgebiet „Hallerwald“. Zukünftige Schwerpunkte werden die Neugestaltung des Ortszentrums und die Neuausrichtung der „Goldenen Samstagnächte“ – hin zu mehr Regionalität – sein.
Wie wichtig ist die Verbindung zur Kurstadt Bad Hall?
Karl Mayr: Adlwang ist Mitgliedsgemeinde des nunmehr verschlankten Tourismusverbandes Bad Hall. Wir stehen dazu und werden uns im Rahmen unserer Ressourcen verstärkt einbringen. Gemeindegrenzen sind auf dem Papier eingezeichnet, aber nicht in unseren Köpfen. Bad Hall ist mit seinem kulturellen Angebot, der Infrastruktur und den Freizeitmöglichkeiten ein gemeinsamer Raum, den wir blühen und gedeihen sehen.


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