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ALTMÜNSTER. Dass Fischern das gesamte Ökosystem, das sie betreuen am Herzen liegt, zeigt der Revierausschusses Vöckla Ager: Im Mittellauf der Aurach wurde ein Teil der Koppenpopulation entnommen und flussaufwärts an verschiedenen Stellen ausgesetzt.

  1 / 4   Die Koppe gilt als Indikator für beste Gewässerqualität und ist in vielen Bächen des Salzkammergutes heimisch. Foto: Fischerreirevier Vöckla Ager

„Zahlreiche Verbauungen der Flussregulierung der Vergangenheit verhindern, dass die Koppen als schlechte Schwimmer ohne Luftblase in den Oberlauf dieses Baches zurückzukehren“, erklärt Revierobmann Alois Köttl. Dies wurde im Zuge einer Testbefischung im Rahmen der Gewässerzustandsüberwachung (GZÜV) durch Sachverständigen der OÖ Landesregierung festgestellt.

Koppen wurden abgefischt und umgesiedelt

Mit dem neuen Stromaggregat des Fischereirevieres, das auch den Mitgliedern für Evaluierungen der Gewässerqualität oder für Notfälle zur Verfügung steht, wurde die schwierige Aufgabe in Angriff genommen. „Niemand kann im Vorfeld vorhersagen, wie viele Individuen sich in einem abzufischenden natürlichen Gewässer befinden, da es zu viele verschiedene Einflussfaktoren wie etwa Nahrung, Räuber, Wassermenge, Verunreinigungen usw. gibt“, erklärt Köttl. „Die ersten Meter waren jedoch vielversprechend und so konnte die erforderliche Stückzahl doch relativ rasch erreicht werden“, so der Revierobmann.  

Naturjuwel Aurach-Oberlauf

Insgesamt sollen nun über drei Jahre jeweils etwa achtzig der hauptsächlich nachtaktiven Bodenfische übersiedelt werden. „Der Oberlauf der Aurach ist ein ökologisches Juwel mit bester Wasserqualität und großteils unverbauten Strukturen. Ihr einziger kleiner Schönheitsfehler ist das Fehlen der für diese Flussregion typischen Kleinfische, die eigentlich auch ein Indikator für gute Wasserqualität sind“, ergänzt Hans Schallmeiner, der die notwendigen Genehmigungen für das Abfischen geregelt hat.

Kaum fangbare Bachforellen vorhanden

Im Zuge der Befischung wurde auch festgestellt, dass sich in diesem Gewässerabschnitt kaum fangbare Bachforellen befinden. Dies ist wohl dem starken Aufkommen des Fischotters in den letzten Jahren zuzuschreiben, der – so wie der Mensch – wohl größere Flossentiere als Mahlzeit bevorzugt.

Projekt soll fortgesetzt werden

In den nächsten beiden Jahren wird das Revier weitere Übersiedlungen auf eigene Kosten organisieren. 2020 wird dann eine Evaluierung zeigen, ob die Ansiedlung erfolgreich war und ob sich die Population nun auch wieder im Oberlauf vermehrt und das ökologische Gleichgewicht wieder hergestellt ist.

ERgänzende Infos: 

  • Die Koppe, Groppe oder Mühlkoppe ist ein Bodenfisch, der ein Indikator für gute Wasserqualität ist. Hauptsächlich lebt sie nachtaktiv. Die Eiablage erfolgt als Eigelege in Laichhöhlen. Die Eier werden an die Unterseite von Steinen geklebt und vom Männchen bewacht, welches echte Brutpflege durchführt.
  • Wie sieht eine Koppe aus? Ein breiter, abgeflachter Kopf und Vorderkörper sowie ein weites Maul mit wulstigen Lippen und außergewöhnlich große Brustflossen kennzeichnen diesen Fisch.
  • Das Fischereirevier Vöckla Ager ist das mit Abstand  größte Fischereirevier Oberösterreichs und erstreckt sich über die Teile der Bezirke Gmunden, Wels Land und Ried sowie den gesamten Bezirk Vöcklabruck. Die 265 Gewässer werden von 166  Bewirtschaftern gepflegt werden.
  • Elektrisches Abfischen: Ein tragbares Stromaggregat liefert dem Anodenführer  Strom. Die hohe Spannung  zieht die Flossenträger an. Der Anodenführer entnimmt die gesuchten Individuen mit dem Anoden-Kescher und übergibt diese an die bereitgestellten Eimer. Die Zwischenhälterung für den Transport am Anhänger oder Pickup erfolgt mit Sauerstoffzumischung um eine optimal Versorgung zu gewährleisten.
  • GZÜV In regelmäßigen Abständen werden im Zuge der Gewässerzustands-Überwachungs- Verordnung die Gewässer und ihre Bewohner evaluiert um die Lebensräume weiter zu verbessern.

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