Christa Dietl: Künstlerin mit eigener Handschrift

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Christa Dietl vor ihrem Bild "Die Minenprobe" Foto: mott
Christa Dietl vor ihrem Bild "Die Minenprobe" Foto: mott
Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 21.09.2016 12:13 Uhr

STEPHANSHART. Christa Dietl aus Stephanshart liebte es bereits als kleines Kind zu malen. Und diese Gabe hat sie bis heute weiterentwickelt. Im November gibt eine Werkschau im Bildungshaus St. Benedikt Gelegenheit, einen Querschnitt aus Dietls Arbeiten zu betrachten.
 
 

STEPHANSHART. Die ersten Malereien Christa Dietls waren Auftragsarbeiten. Sie wuchs in einem Gasthaus auf, wo auch die Kronenzeitung auflag. Bevor die Gäste die Zeitung jedoch zu Gesicht bekamen, durfte Christa im Auftrag ihrer Oma die „Nackte auf Seite pfui“ übermalen. Statt einer Nackten bekamen die Leser eine adrett bekleidete Dame zu Gesicht. Leider sind von diesen Bildern keine mehr erhalten. Christa liebte es damals, unter Tischen zu spielen. „Das waren richtige Höhlen für mich, in denen ich mich geborgen fühlte“, erzählt Dietl. Sie verzierte die Unterseiten der Tischplatten mit kindlichen Höhlenmalereien, die leider auch nicht mehr existieren.

Erste Anerkennung für ihre Malereien bekam sie, als sie in der Volksschule bei einem Malwettbewerb eine Fahrt zum Zirkus nach Wien gewann. „Diese Wertschätzung hat mich sehr motiviert“, erklärt Dietl.

Förderung durch Thomas J. Strohmaier

Sehr intensive Förderung erhielt Dietl dann im Gymnasium durch ihren Zeichenlehrer Professor Thomas J. Strohmaier. „Professor Strohmaier hat mich acht Jahre lang gefördert. Ich habe von ihm die wichtigsten Techniken gelernt und das Umsetzen von Anatomie und Perspektive. Insbesondere interessierte mich das Arbeiten mit Kohlestift und Tusche. Schließlich habe ich in Zeichnen maturiert.“Nach der Matura absolvierte Dietl eine Ausbildung zur Volksschullehrerin und zusätzlich zur Kulturpädagogin. „Kunst zu studieren hatte ich mir damals nicht zugetraut“, berichtet Dietl. Die pädagogische Ausbildung ist sehr nützlich bei den Malkursen, die Dietl regelmäßig hält.

Ausbildung zur Kulturpädagogin

Besonders gern erinnert sie sich an die Ausbildung zur Kulturpädagogin. „Wir hatten sehr interessante Exkursionen, konnten zum Beispiel im Schauspielhaus hinter die Kulissen schauen oder bekamen Gelegenheit mit Hermann Nitsch zu sprechen.“Dietl hat nie aufgehört sich künstlerisch weiterzubilden. Besonders hebt sie Professor Anton Lehmden hervor. Bei ihm hat sie mehrere Seminare in Ölmalerei belegt. „Ölmalerei ist meine Lieblingstechnik, aber wie man diese von Grund auf richtig anwendet habe ich erst bei Anton Lehmden erfahren.“Auch wenn Dietl unterschiedlichste Techniken und Stile einsetzt, tragen ihre Bilder immer ihre Handschrift.

Bewegungsunschärfe

Dazu zählen etwa die unscharfen Öl-Bilder, zum Beispiel Rennautos in Bewegungsunschärfe.Diese Technik entdeckte Dietl durch Zufall. Sie hatte ihre Oma porträtiert und war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Deshalb nahm sie einen Fetzen und wischte wütend über das Bild. So entstand das erste unscharfe Bild. Natürlich feilte Dietl eine Zeit lang an dieser Technik, gilt es doch, den idealen Zeitpunkt zu finden, wenn die Farbe schon fest aber noch nicht trocken ist. Das Ergebnis sind sehr bewegte Bilder, die darauf hinweisen, dass alles im Leben in Bewegung und nicht ganz klar ist.Mit einer weiteren Technik gestaltet sie ihre Ritzbilder. Hier trägt Dietl sorgfältig gemischte Farben in mehreren Schichten auf die Leinwand auf und ritzt dann Teile frei. Auf diese Weise entsteht der Eindruck von Tiefe und das Prädikat „vielschichtig“ ist in mehreren Bedeutungen des Wortes gerechtfertigt. Ihre Ritzbilder brachten Dietl zur intensiven Beschäftigung mit Höhlenmalerei – und hier berührt sich der Kreis zur kleinen Christa, die damals unter dem Tisch spielend die Tischplatten bemalte.

 

Ausstellungen:

Galerie der Sparkasse Amstetten: bis Oktober 2016

Bildungshaus St. Benedikt, Seitenstetten: „querfeldein“Eröffnung: 24. November, 19.30 UhrInfos:

www.christadietl.com

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