Begegnungsplattform: 25 Jahre Kulturhof Amstetten
AMSTETTEN. Amstetten. Der Verein Kulturhof Amstetten bringt seit 25 Jahren hochkarätige Referenten und Kulturschaffende nach Amstetten. Damit hat er ein Alleinstellungsmerkmal, weit über Niederösterreich hinaus.

AMSTETTEN. Viele Projekte enden mit dem Satz „Irgendwer sollte das machen“ bevor sie begonnen hatten. Das Gegenteil war beim Kulturhof Amstetten der Fall. Als im Jahr 1992 Leute gesucht wurden, die im Rathaushof ein Kulturprogramm auf die Beine stellen sollen, formierte sich der Verein Kulturhof Amstetten. Gründungsmitglied Fritz Rafetseder erinnert sich: „Im Rathaushof stand eine alte Werkstatt, die abgerissen werden sollte. Der Gemeinderat Bernhard Kitzler hatte die Idee, an dieser zentralen Stelle der Stadt einen Ort für die Kultur zu installieren. Mit dieser Idee stieß er bei der Gemeinde auf offene Ohren.“ Nun galt es Leute zu finden, die diese Ideen in die Tat umsetzen wollten. Rund um Manfred Wohlfahrt und Fritz Rafetseder formierte sich der Verein Kulturhof Amstetten. Der Name des Vereins erinnert an den Rathaushof. Anstelle der alten Werkstatt errichtete die Stadt Amstetten den heutigen Rathaussaal.
Zahlreiche Veranstaltungen
Seit der Gründung des Vereins hat der Kulturhof eine große Anzahl von Veranstaltungen organisiert, vor allem im Rathaussaal und im Vereinslokal des Kulturhofs Amstetten, dem Café Zum Kuckuck.Fritz Rafetseder: „Unser Ziel von Anfang an war es, ein Programm für interessierte, weltoffene und bewusste Bürger zu gestalten und ihnen so Entscheidungshilfen und Informationen zu bieten.“Die Veranstaltungen bestanden und bestehen aus zwei Flügeln. Zum einen sind das die Einladungen von hochkarätigen Referenten zu Vorträgen und Diskussionen zu historischen, politischen, wirtschaftlichen oder philosophischen Themen. Der andere Flügel sind Kulturveranstaltungen mit den Schwerpunkten Literatur, Musik – vor allem Jazz – und Projektkunst.
Wer sich einen Überblick über das vielfältige Programm des Kulturhofs in den 25 Jahren schaffen will, findet dies in der umfangreichen Broschüre, die beim Jubiläumsfest am 6. November im Rathaussaal aufliegen wird. Für die Vorträge und Diskussionen lädt der Kulturhof seit 25 Jahren Menschen ein, die wirklich etwas zu sagen haben und die Liste der renommierten Referenten öffnet die Tür für weitere. Einer, der dem Kulturhof in der Jubiläumsbroschüre gratuliert, ist Bundespräsident Alexander van der Bellen, der seinerzeit in seiner Funktion als Wirtschaftsexperte eingeladen worden war.
Abseits des Mainstreams
„In unserem Programm haben wir uns nie nach dem Mainstream gerichtet oder uns überlegt, wer wohl besonders viele Leute anziehen würde“, erklärt Rafetseder, „uns ging es ausschließlich darum, interessante Referenten zu engagieren, die zu den jeweiligen Fragen der Zeit etwas zu sagen haben.“ Dass dieses Konzept aufgegangen ist, zeigen die Besucherzahlen und die Tatsache, dass es den Kulturhof nun schon seit 25 Jahren gibt. Manchmal staunen die Programmmacher über unerwartete Besucherzahlen. Rafetseder: „Einmal hatten wir ein Philosophisches Cafe zum Thema „Kontingenz“ und dachten, dass da eine Handvoll Leute kommen würde. Tatsächlich kamen aber 60 Interessierte.“Um allen Interessierten die Möglichkeit zur Teilhabe zu bieten, ist der Eintritt bei den meisten Veranstaltungen frei, mit der Möglichkeit zu einer freiwilligen Spende.
Jubiläumsfeier
Im Rahmen der Amstettner Kulturwochen wird der Kulturhof am Montag, dem 6. November, um 19.30 Uhr, im Rathaussaal das Jubiläum feiern. Als Kulturprogramm wird Wolfgang Wagner unter dem Titel „Seepferdchen und Nutten“ ausgewählte Texte von Joachim Ringelnatz und Charles Bukowski lesen. Ganz sicher wird es auch genug Spielraum zum Gedankenaustausch geben.


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