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AMSTETTEN.  Im Rahmen der Kulturwochen gingen in Amstetten 24 Veranstaltungen in 16 Tagen über die Bühne. Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) freut sich über die Vielfalt der Beiträg. Ein Bericht von Hans Anglberger.

Nach dem Konzert des Orchesters SinfoNÖWest als Abschluss der Kulturwochen Foto: Kulturabteilung Amstetten

AMSTETTEN. Vor 63 Jahren wurden die Amstettner Kulturwochen ins Leben gerufen. Seither ist die Beteiligung heimischer Kulturvereine und KünstlerInnen ungebrochen. Mit insgesamt 24 Veranstaltungen in 16 Tagen ist es heuer einmal mehr gelungen, mit der Vielfalt heimischer Kunst und Kultur ein breites Publikum anzusprechen.

Neben zahlreichen hervorragenden Musikveranstaltungen heimischer Chöre, Vereine und Bands fanden auch Theater- und Filmvorführungen sowie Lesungen und Kabarettabende statt.

Auftakt: Amstettner Symphonieorchester

Für einen tollen Auftakt der heurigen Kulturwochen sorgte in einer ausverkauften Johann-Pölz-Halle das Amstettner Symphonieorchester. Das Orchester präsentierte das Klavierkonzert in a-moll von Edvard Grieg (Solist Mike Pöschl) sowie Musik aus Film und Musical. Bemerkenswert gestaltete sich auch das weitere Programm.

Ging es bei „Ladies Night – Ganz oder gar nicht“ und beim Kabarettabend „Jammast eh“ mit Thomas Franz-Riegler noch vorwiegend heiter zu, so hinterließen vor allem die in Kooperation mit dem Arbeitskreis Film, dem SüdFILMfest Amstetten und dem Hospizförderverein Amstetten gezeigten Filme tiefe und bewegende Eindrücke. Zum Nachdenken regte auch das Theaterstück „Mahnmal“ von der argeLeute an, bei dem Publikum und Ensemble am gleichen Tisch saßen, was für einzigartige Perspektiven sorgte.

In ihrem Science-Theater „Night of Shame“ widmeten sich Gisela Salcher und Hille Beseler einen ganzen Abend lang der Scham und bezogen dabei auch das Publikum mit ein. Das Theater St. Stephan, kurz TheSaStA genannt und Stammgast bei den Amstettner Kulturwochen, zeigte mit Nestroys „Frühere Verhältnisse“ und Mitterers „Weizen auf der Autobahn“ überzeugende Schauspielkunst.

Ein „Theater“ veranstaltete auch der Kulturhof Amstetten anlässlich seines 25-jährigen Bestehens: Lesungstheaterspezialist Wolfgang Wagner sprach und spielte in „Seepferdchen und Nutten“ Texte von Joachim Ringelnatz und Charles Bukowski.

Literatur

Und wenn schon von Literaten die Rede ist: Harald Vogl las, begleitet von der fantastischen Geigerin Ulla Obereigner und in einem vollen Rathaussaal, aus seinem Lyrikband „im stillen weiß ungelesener blicke“. Ein fantastischer Musiker, nämlich Ivo Truhlar, umrahmte auch die wunderbar schwarzhumorige Lesung von Hermann Knapp, als es hieß „Ich nehme diesen Sarg“. Märchenhaftes wurde im Jugendzentrum Atoll präsentiert, dort lasen Menschen unterschiedlicher Herkunft ausgewählte Märchen aus ihrer ursprünglichen Heimat.

 Auch hinsichtlich Konzerte waren die Kulturwochen wieder einmal hervorragend aufgestellt. Die Palette reichte von Klassik und geistlicher Musik über Blasmusik und Big-Band-Sound bis hin zu Chansons und „Kunsttönen“. Schon seit Jahren fix im Programm und bestechend in Qualität und Niveau sind Konzerte mit den Chören „Amstetten Vokal“ und „Audite Nova“. Bewegend gestaltete sich der Eröffnungsgottesdienst mit dem Chor „Audite Nova“, nahm doch Josef Reif nach 31 Jahren Chorleitertätigkeit Abschied von seinem Amt.

Mit dem Big-Band-Circle der Regionalmusikschule Amstetten und Arc en Ciel (Bernadette Schartner und Johannes Glaser) kam auch die Unterhaltungsmusik nicht zu kurz. Klio (Verena Zeiner & Band) gaben ein feines Konzert und überzeugten mit Musik „nahe am Jazz“. Blasmusikalische Leckerbissen bot der Musikverein Mauer-Öhling beim schon traditionellen Herbstkonzert im Festsaal des Landesklinikums Mauer. Ein besonderes Highlight war „tonkunst kunsttöne“ in der Remise Amstetten. Grandiose Musikerinnen und Musiker, wie zum Beispiel Jazz- und Soulsängerin Stella Jones oder Richard Österreicher, spielten Kompositionen von Josef Burchartz. Und diese Kompositionen „basieren“ auf Werken von Künstlerinnen und Künstlern der Kunstinitiative Amstetten. Beides zusammen - Musik und bildende Kunst – sorgte für ein audiovisuelles Spektakel der Extraklasse.

Bildende Kunst wurde aber auch abseits der Remise Amstetten gezeigt. Andreas Kunzmann, Pius Litzlbauerund Andreas Steiner präsentierten in der Galerie Schau-ST.A.LL „digital.art“. In der Rathausgalerie Amstetten ist noch bis Anfang Jänner 2018 die Fotoausstellung „BäuerinnenArt“ zu sehen.

 Mit einer glanzvollen Matinee in der Johann-Pölz-Halle mit dem Orchester SinfoNÖWest, bestehend aus Schülern und Lehren der Musikschulen Amstetten, Erlauftal, Neuhofen, Scheibbs, Wieselburg, Ybbs und Ybssfeld, endeten am 19. November die diesjährigen Kulturwochen.

Kulturstadträtin Vzbgm. NR Ulrike Königsberger-Ludwig freut sich über den Erfolg. „Die Mischung aus Innovation und Tradition hat sich wieder einmal glänzend bewährt. Dank unserer hervorragenden Künstlerinnen und Künstler ist es wiederum gelungen, ein hochkarätiges Programm zusammenzustellen, das beim Publikum durchwegs großen Anklang fand. Passend zum Jahresmotto 'Aussicht' gaben auch die diesjährigen Kulturwochen einen faszinierenden Einblick in das Kulturschaffen in unserer Region.“


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