Georg Edlinger 20 Jahre cwmmusic-Label
AMSTETTEN. Der Amstettner Multi-Instrumentalist Georg Edlinger betreibt seit 20 Jahren ein eigenes Label. Tips-Redakteur Norbert Mottas bat ihn zum Interview.

AMSTETTEN. Der Amstettner Multi-Instrumentalist Georg Edlinger betreibt seit 20 Jahren ein eigenes Label. Tips-Redakteur Norbert Mottas bat ihn zum Interview.
Tips: Gab es einen bestimmen Anlass, der dich bewog, dein eigenes Label – cwmmusic – zu gründen?
Edlinger: Als ich in Traun als Produzent und Musiker meiner CDs aber auch andere Produktionen arbeitete, habe ich mich dafür entschieden, ein eigenes Label zu gründen, das es offiziell ja schon seit 1999 gibt. Als ich wieder nach Amstetten gezogen bin, habe ich das Label 2005 nach Amstetten verlegt und intensiv mit Musikern aus Wien und Deutschland zusammengearbeitet.
Tips: Was ist der Vorteil eines eigenen Labels?
Edlinger: Man ist unabhängig hat seine eigene Produktions-Codes und Zusammenarbeit mit professionellen Vertrieben. Gemeinsame Label-Produktionen werden in Märkten und internationalen Verkaufsplattformen angeboten. Ein weiterer Grund sind die Lizenzen sowie Kompositionsrechte. Diese sind für Airplay oder Aufführungen in öffentlichen Radiosendern wichtig. Mit einem eigenen Label findet man auch schneller einen Vertrieb, zum Beispiel Hoanzl, bevor man sich auf die ewige lange Suche nach einem anderen Label begibt.
Tips: Wie groß ist der bürokratische Aufwand, ein Label zu gründen?
Edlinger: Ein Label ist relativ schnell gegründet. Man meldet sich bei der Austro LSG (International Standard Recording Code) an und man bekommt seinen eigenen ISRC Erkennungs-Code. Das war es. Das einzige, was bürokratischer und komplizierter ist und für Radiosender wichtig ist, ist der LC Code. Ein eigenes gegründetes Label hat nicht gleich einen Labelcode. Das kann man allerdings mit Sub-Labels und Vertrieben abdecken und so Produktionen veröffentlichen.
Tips: Welche Art von Musik ist auf deinem Label cwmmusic vertreten?
Edlinger: Zeitgenössische Musik, Improvisation, Art Pop, Minmal Music, Musique Concrete und auch alles mit Rock und Musik mit Ethno-Elementen. Es werden aber auch Bücher für Percussionmusik im Label vertrieben.
Tips: Du hast viel Musik gelistet, die nicht gerade Mainstream ist. Wie schaut die wirtschaftliche Seite das Labels aus?
Edlinger: Der wirtschaftliche Faktor ist sekundär. Es geht um Kunst und Qualität und Bereicherung sowie darum, die Musiklandschaft färbiger zu machen.
Allerdings mit Projekten von cwmmusic urbaw hatten wir auch Airplay zum Beispiel zwei Monate bei gotv oder auch auf einigen Radiosendern, wie zum Beispiel Ö1 und FM4 und privaten Sendern. Auch in der USA sind unsere Produktionen rezensiert und gespielt worden.
Tips: Wer sind die Kunden des Labels?
Edlinger: Komponisten, Musiker, Ö1- und FM4-Hörer und Interessierte an neuen Konzept-Modellen sowie Crossover-Mutige.
Tips: Wie kommt man an die CDs, die du gelistet hast?
Edlinger: Die gibt es im üblichen Handel oder bei cwmmusic direkt!
Tips: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Universal, Extraplatte und Hoanzl?
Edlinger: Extraplatte hat damals 2003 fast das ganze Programm meinserseits in Vertrieb genommen aber auch das Label Extraplatte hat mit cwmmusic in Coproduktion Produktionen veröffentlicht.
Hoanzl hat den Vertrieb über ein paar Produktionen übernommen damals auch in Zusammenarbeit mit der Radiolegende Walter Gröbchen von Monkeymusic. Universal war an Produktionen, die den 90ern entstanden sind, beteiligt, wo auch Tourneen durch Europa starteten.
Tips: Würdest du jungen Bands, die eine CD aufnehmen wollen, empfehlen ein eigenes Label zu gründen?
Edlinger: Ja – da es einfacher ist sein eigenes Image zu prägen und durch ein eigenes Label heißt es ja nicht unter anderem auch zu einem anderen - vielleicht sogar Major Label - zu stoßen.
Allerdings geben die Major Labels heutzutage immer weniger Geld und Werbegeld für kreative Projekte aus weil diese auch auf Sicherheit gehen und meistens die Verkaufsstrategie der Künstler, die sie aufnehmen im Vorfeld bestimmt ist: was einen Markt abdeckt, wie das Image des Künstler sein soll und wie man diese am besten verkauft. Das ist nicht unbedingt ein Vorteil für Eigenständigkeit. Ein eigenes Label zu gründen ist genau so, wie man man eine eigene Galerie eröffnet. Das bringt Farbe in die Musiklandschaft und erleichtert es auch Produktionen in die Öffentlichkeit zu tragen und ein Image nach außen zu tragen.


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