Zoa-Festival feiert Zehn-Jahre-Jubiläum
ARDAGGER. Das Programm für das Zoa-Festival in Stift Ardagger ist fixiert. 2022 feiert das Zoa-Festival auch sein Zehn-Jahresjubiläum. Tips-Redakteur Norbert Mottas bat den Gründer und Intendanten Peter Hofmayer zum Interview.

Tips: Das Zoa-Festival 2022 wird sich einmal mehr mit einem feinst ausgesuchten Line-up auszeichnen. Nach welchen Kriterien hast du die Bands ausgesucht?
Hofmayer: Das war dieses Mal nicht so schwierig. Die Vorgaben lauteten einerseits, mit Zagala (ESP), Loyko-Trio (RUS) und De‘ Soda Sisters (ITA) endlich jene internationalen Musikerinnen und Musiker nach Österreich zu holen, die eigentlich schon 2020 und 2021 geplant gewesen wären. Und andererseits dem 10-Jahresjubiläum Rechnung zu tragen und große Künstlerinnen und Künstler der vergangenen Festivaljahre einzuladen. Mit Bartolomey Bittmann verbindet mich persönlich mittlerweile eine lange Freundschaft. Die beiden Virtuosen sind absolute Zoa-Fans und feiern zeitgleich ihr 10-jähriges Bestehen mit einem neuen Album bzw. Programm. Auch das verbindet uns also. Und: Als ich von Thomas Gansch zufällig erfuhr, dass er ein Projekt mit Herbert Pixner plane, war es klar: Das ist der perfekte Zoa Jubiläums-Act – beide Musiker sind Synonyme für Weltoffenheit und Experimentierfreude, beide waren bereits mehrmals am Zoa zu Gast. Tips: Wie groß ist eigentlich der Fundus an Musikgruppen, aus dem du schöpfst? Hofmayer: Sehr groß. Weltmusik ist in ihrer Diversität zurzeit wohl die potenteste aller musikalischen Gattungen. Dadurch gibt es auch immer mehr Ensembles, die sich mit diesem Genre auseinandersetzen. Außerdem konnte sich das Zoa in den letzten zehn Jahren einen Namen machen und ist mittlerweile bei vielen nationalen und internationalen Musikerinnen und Musikern sehr gefragt. Entsprechend viele Anfragen bekommen wir also Jahr für Jahr.
Tips: Es werden auch Gruppen auftreten, die dem Zoa-Publikum schon bekannt sind. Freuen sich die Mitglieder schon auf ein Wiedersehen?
Hofmayer: Wie bereits erwähnt, hat sich das Zoa mittlerweile einen Namen gemacht – auch wegen dem zuhörenden und begeisterten Publikum. Die Künstlerinnen und Künstler freuen sich also riesig. Gerade Klemens Bittmann und Matthias Bartolomey sind – ohne Übertreibung – echte Fans unseres Festivals.
Tips: Erstmals wird es mit „Alpen & Glühen“ ein Konzert in zwei Sets geben. Was wird da geboten?
Hofmayer: Das Projekt ist so groß, dass es in einem Set einfach nicht Platz hätte. Mit Thomas Gansch und Herbert Pixner finden zwei berühmte Bandleader für ein gemeinsames Projekt zusammen, um sich auf ihre musikalischen Wurzeln, die Volksmusik, zu besinnen. Dabei zeigen sie auf vielfältige Weise, welch immense Qualität und Schönheit dieser Musik innewohnt. Erzählt werden musikalische Geschichten, mal fröhlich, mal melancholisch, mal mit Drive, aber immer von einnehmender Schönheit. Trotz der Virtuosität der beiden Musiker wird auf lange Solopassagen verzichtet – der Fokus liegt ganz auf dem gesamtmusikalischen Eindruck. Dazu passend haben sie sich mit Grammy-Preisträger Manu Delago, Lukas Kranzelbinder und dem radio.string.quartet Mitmusiker ins Boot geholt, die diese ästhetische Grundausrichtung optimal ergänzen.
Tips: Wie groß schätzt du die Chance ein, dass diesmal das Zoa-Festival mit voller Bestuhlung stattfinden kann – also ohne coronamaßnahmenbedingte Zwischenräume?
Hofmayer: In den letzten zwei Jahren habe ich stets versucht, positiv zu bleiben und vom besten Fall auszugehen. Sollte eine Veranstaltung dann doch nicht stattfinden können, kann ich mich immer noch ärgern. Die Zeit der positiven Vorfreude ist für mich persönlich einfach wichtig. Mit dieser Einstellung konnte ich nicht nur das heurige Zoa Open Air organisieren, sondern bis in den Herbst hinein mit dem Aschbacher Kulturverein 361°Grad höchst erfolgreiche Veranstaltungen erleben. In diesen Zeiten müssen wir jedenfalls weiterhin flexibel bleiben – das hat die Kulturbranche mittlerweile auch gelernt. Ich gehe also vom Idealfall aus!
Tips: Wer wird sich 2022 um die Bewirtung der Gäste kümmern?
Hofmayer: Wie immer das Mostbirnhaus und der Musikverein Ardagger Stift. Beide sind für das Zoa immens wichtig. Michaela Schmutz und ihr Team sind stets mit herzlicher Wärme und pfeilschnellem Witz am Festivalgelände unterwegs. Im selben Stil übernimmt der Musikverein neben der Bewirtung der Gäste und Musikerinnen und Musiker auch die Umbauten des Ita-Stadls fürs Zoa. Ohne diese Kooperationen wäre das Festival undenkbar und außerdem nur halb so lustig.
Tips: Wird es 2022 anlässlich des Jubiläums – außer der herausragenden Musikauswahl – noch weitere Überraschungen geben?
Hofmayer: Kein Kommentar, es wären dann ja keine Überraschungen mehr!
Tips: Das Zoa-Festival ist Musikliebhabern auch außerhalb der Region ein Begriff. Wird eines Tages die Bezeichnung „Worldmusic“ durch „Zoa-Musik“ ersetzt?
Hofmayer: Hahaha. Keine Ahnung. Es ging meinem Team und mir immer nur um den Kulturgenuss, um die Musik. Das Zoa haben wir einst aus dem Ideal heraus gegründet, die Menschen durch die Musik zusammenzubringen. Unser 10. Festival erwartet in diesen Zeiten so gesehen eine wunderschöne Aufgabe! Ganz egal also, wie Worldmusic künftig bezeichnet wird – Hauptsache, sie findet statt.


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