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Astrofotografie-Ausstellung in Amstetten: Wenn Unsichtbares sichtbar wird

Michaela Aichinger, 20.08.2023 07:03

AMSTETTEN. Von 3. September bis 3. November ist in der kulturKiRCHE St. Marien die Austrofotografie-Ausstellung „Lichtfänger – Unsichtbares sichtbar machen“ zu sehen.

Die 25 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie M51 oder „Whirlpool-Galaxie“ (Belichtungszeit: 6,5 Stunden) (Foto: Rochus Hess)
Die 25 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie M51 oder „Whirlpool-Galaxie“ (Belichtungszeit: 6,5 Stunden) (Foto: Rochus Hess)

Der Astrofotograf Rochus Hess zeigt auf Einladung der kulturKiRCHE St. Marien großformatige Bilder von weit entfernten Galaxien, unwirklich schönen Gasnebeln oder flüchtigen Kometen. Hess ist Mitglied der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur in Salzburg, seine Arbeiten werden seit vielen Jahren in internationalen Fachartikeln und Journalen veröffentlicht.

Dies ist seine erste Einzelausstellung.

Mysterien des Universums

Die Ausstellung umfasst eine persönlich kuratierte Sammlung von 26 Deep-Sky-Astrofotografien des 60-jährigen Salzburgers. Sie bietet nicht nur ein visuelles Erlebnis, sondern auch eine Chance, unser Verständnis vom Universum zu erweitern: „Ich möchte die Betrachter·meiner Werke dazu inspirieren, sich mit den Mysterien des Universums zu beschäftigen und zu staunen“, so Rochus Hess.

Kirche und Astronomie – ein Gegensatz?

Die Idee der Unendlichkeit spielt seit langem sowohl in der Wissenschaft als auch in der Religion eine zentrale Rolle. Obwohl die Perspektiven unterschiedlich sind, kann sie dennoch als verbindendes Element zwischen den beiden betrachtet werden. Die Vorstellung der Unendlichkeit erinnert uns daran, dass es immer noch Neues zu entdecken und zu verstehen gibt.

„Deshalb ist die kulturKiRCHE St. Marien der perfekte Ort für diese fantastische Ausstellung, die uns bewusst macht, wie winzig klein wir inmitten dieser Unendlichkeit eigentlich sind“, betont Friedrich Kriener, Pfarrgemeinderat und Initiator des Projekts.

Astrofotografie: Was ist das?

Astrofotografie ist sehr komplex und hat mit der normalen Tageslichtfotografie wenig gemeinsam. Himmelsobjekte sind extrem lichtschwach und müssen daher sehr lange belichtet werden, damit ihre Strukturen und Farben auf einem Foto zum Vorschein kommen.

Ein Kamerasensor hat die Fähigkeit, Photonen zu sammeln und die gesammelte Lichtinformation zu speichern – unser Auge kann das nicht. Es registriert die Photonen nur von Moment zu Moment, funktioniert also eher wie eine Videokamera.

Durch Belichtungszeiten von 20 Stunden oder mehr ergeben sich Herausforderungen. Nachdem sich die Erde dreht, muss das Teleskop dem Himmelsobjekt gleichmäßig nachgeführt werden. Ein stark gekühlter Kamerachip hilft dabei, elektronisches Rauschen zu minimieren.

Mit spezieller Software werden die in vielen Nächten erstellten Einzelbelichtungen digital entwickelt. Erst so werden die Details nach und nach sichtbar. Das Ergebnis sind Bilder allerhöchster Qualität.

Über Rochus Hess

Seitdem Rochus Hess im Kindesalter erfahren hat, dass all die Sterne am Nachthimmel riesige Kugeln aus brennendem Gas sind, hat ihn die Faszination am Weltall nicht mehr losgelassen. Vor 35 Jahren erwarb er sein erstes Teleskop und wurde Mitglied der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur Salzburg.

Bald darauf begann er mit der Astrofotografie, vor etwa 20 Jahren folgte die Spezialisierung auf Deep-Sky-Astrofotografie, also auf das Fotografieren von Objekten außerhalb unseres Sonnensystems.

„VEGA-Sternwarte Haus der Natur“

Mit Eröffnung der „VEGA-Sternwarte Haus der Natur“ am Haunsberg (25 Kilometer nördlich von Salzburg) im Jahr 2018 haben sich ganz neue Möglichkeiten für ihn und die Arbeitsgruppe für Astronomie aufgetan: Die leistungsstarken Teleskope des Observatoriums ermöglichen Astrofotografie auf wissenschaftlichem Niveau, was Rochus Hess schon kurz darauf beweisen konnte.

Im Jahr 2020 gelang ihm die weltweit erste Aufnahme des neu entdeckten planetarischen Nebels „Strottner-Drechsler 1“. Bereits 2022 folgte die nächste Sensation: Er fotografierte erneut einen vom deutsch-französischen Forscherteam Drechsler/Strottner entdeckten planetarischen Nebel, der schließlich nach ihm „Rochus’ Blossom Nebula“ benannt wurde.

Astronom Marcel Drechsler dazu: „Man kennt seine Fotos europaweit – Rochus Hess ist ein Leuchtfeuer“.

Zur Ausstellung:

Rochus Hess: Lichtfänger – Unsichtbares sichtbar machen

kulturKiRCHE St.Marien, Südtiroler Straße 1, 3300 Amstetten, Niederösterreich

Laufzeit: 3. September bis 3. November 2023, täglich von 10.00.bis 18.00 Uhr

Die Bilder stehen zum Verkauf. 40 Prozent der Erlöse gehen an Projekte der kulturKiRCHE im sozialen und kulturellen Bereich.


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