100derte Briefe aus Amstetten und St. Valentin gehen diese Woche nach Russland
Amstetten & St. Valentin. Die Mitglieder der Zeugen Jehovas in Amstetten und St. Valentin senden diese Woche 100derte Briefe nach Russland. Grund ist, dass am 5. April 2017 ein Verbot ihrer Glaubensgemeinschaft in der gesamten russischen Föderation erlassen werden könnte.
Franz Michael Zagler, Beauftragter für Nachrichten dazu: „Wir schauen mit großer Sorge nach Russland, denn unsere Glaubensbrüder dort haben schon seit längerer Zeit mit verschiedenen Einschränkungen zu kämpfen. Zwar ist die Religionsfreiheit verfassungsrechtlich zugesichert, dennoch ist Russland das einzige Land weltweit (!), dass unsere Homepage jw.org gesperrt hat. Jetzt droht sogar ein völliges Verbot unserer Glaubensgemeinschaft. Diese Entwicklungen sind uns völlig unverständlich, sind Jehovas Zeugen doch in der ganzen Welt als friedliebende und gesetzestreue Bürger bekannt. Darum beteiligen sich auch unsere Gemeindemitglieder an einer weltweiten Briefaktion an hochrangige Vertreter der russischen Behörden. Dazu gehören der Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin, der Vorsitzende des Obersten Gerichts der Russischen Föderation Wjatscheslaw Michailowitsch Lebedew, der Ministerpräsident Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, der Justizminister Aleksandr Wladimirowitsch Konowalow, der Generalstaatsanwalt Juri Jakowlewitsch Tschaika und der Außenminister Sergej Viktorowitsch Lawrow.“
Anlass der weltweiten Briefaktion ist die Tatsache, dass Russlands Justizministerium unlängst beim Obersten Gerichtshof beantragt hat, „die Religionsorganisation, die Zentrale von Jehovas Zeugen, für extremistisch zu erklären, ihre Tätigkeit zu verbieten und sie aufzulösen“. Sollte der Oberste Gerichtshof diesem Antrag stattgeben, wird die Zentrale der Zeugen Jehovas bei Sankt Petersburg geschlossen. Anschließend würden rund 400 registrierte örtliche Rechtskörper-schaften aufgelöst werden und die Gottesdienste von über 2 300 Versammlungen der Zeugen Jehovas in Russland für ungesetzlich erklärt. Außerdem würden sich einzelne Zeugen Jehovas durch ihre bloße Glaubensausübung strafbar machen – z. B. nur wegen Gottesdienstbesuch, gemeinsamen Bibellesens oder Gesprächen mit anderen über ihren Glauben.
„Wir können nicht nachvollziehen, wie die russischen Behörden zu einer solch krassen Fehleinschätzung von Jehovas Zeugen kommen. Unser größter Wunsch ist es, dass die weltweite Aktion Erfolg haben wird und unsere Glaubensbrüder in Russland ihre Religion künftig wieder frei ausüben können“, sagt Franz Michael Zagler.
Weitere Informationen zur rechtlichen Entwicklung in Russland findet man auf der Homepage von Jehovas Zeugen unter https://www.jw.org/de/aktuelle-meldungen/rechtliche-entwicklungen/nach-region/russland/, Stichwort „Presse“.


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