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AMSTETTEN. Der neue Skate-park in Amstetten kommt bei der Skater-Szene sehr gut an. Zwei Skater, Gerhard Heiserer (21) und Philipp Schnabel (21), berichten von der Faszination des Skatens.

Gerhard Heiserer (l.) und Philipp Schnabel am Amstettner Skatepark Foto: mott
Gerhard Heiserer (l.) und Philipp Schnabel am Amstettner Skatepark Foto: mott

AMSTETTEN. Gerhard Heiserer kommt aus Steyr und arbeitet im Skateboard-Fachgeschäft in Amstetten. Er begann im Alter von sieben Jahren mit dem Skateboarden: „Anfangs bin ich nur herum gefahren. Mit 12, 13 habe ich begonnen das Skaten intensiver zu betreiben.“ Verletzungsbedingt musste Gerhard im Alter von 16 Jahren für ein Jahr aussetzen. Mittlerweile gibt es allerdings so gut wie keinen Tag ohne Skateboard. „Das Skateboard ist mein Leben!“, erzählt er.

Als Kind begonnen

Philipp Schnabel begann als Kind mit dem Skateboardfahren. „Damals habe ich oft meinen großen Bruder, der schon sehr gut war, auf den Skatepark begleitet. Da habe ich mich auch manchmal aufs Brett gestellt und bin ein bisschen herum gefahren“, berichtet er von seinen Anfängen. Im Alter von 13 bis 16 fuhr Philipp regelmäßig, bis er das Skateboard eine Zeit lang beiseite legte. Doch irgendwann packte ihn wieder die Leidenschaft und diese lässt ihn seither nicht mehr los.Wenn man die beiden oder die anderen Skater auf dem Amstettner Skatepark beobachtet, staunt man als Laie, dass solche Sprünge und Figuren überhaupt möglich sind. Neben einer Präzision im Bewegungsablauf, ist ein gut ausgebauter Gleichgewichtssinn unheimlich wichtig. Und diese Fertigkeit muss man sich hart erarbeiten. Hart im doppelten Sinn: Denn hart ist auch der Boden, auf dem Skater fahren. Richtig fallen und abrollen will daher gelernt sein.

Lernen, mit dem Schmerz umzugehen

„Ganz ohne Verletzungen geht das nicht“, erzählt Philipp und zeigt seine zerschundenen Schienbeine. „Das Wichtigste: Du musst lernen, mit dem Schmerz umzugehen“, ergänzt Gerhard: „Wenn wir mit den Schienbeinen gegen die Skateboard-Kante stoßen, dann reiben wir vielleicht kurz die schmerzende Stelle, aber dann wird der Schmerz ausgeblendet und die Fahrt geht weiter.“ Gerhard zeigt ein paar Videos, die er mit seinem Handy aufgenommen hat: In diesen sieht man Skateboardfahrer stürzen, aufstehen und weiter fahren.“Wer mit dem Skateboard anfangen will, muss über das erste Jahr hinauskommen, wo es mit den Tricks noch nicht so läuft“, berichtet Philipp: „Da heißt es dahinter bleiben. Umso größer ist die Freude, wenn dann ein Trick endlich funktioniert.“ Das ist auch für Philipp das Höchste der Gefühle, wenn er nach Wochen des Probierens einen neuen Trick beherrscht. Jeder einzelne Trick hat natürlich einen Namen, die Philipp und Gerhard gern verwenden. Namen, die jeder Skater kennt, aber sonst nicht so geläufig sind. Nur um ein paar zu nennen: Ollie, Kickflip, Heelflip, Hardflip, Shove-it. Im Internet finden sich unter skateboardingtrickslist.com/trickipedia unzählige Tricks mit einer genauen Beschreibung.

Freundschaftliche Atmosphäre

Was Gerhard und Philipp besonders schätzen, ist das freundschaftliche Klima in der gesamten Skater-Szene. Gerhard: „Wenn man zum Beispiel in eine Stadt kommt und ein Skateboard dabei hat, wird man garantiert von anderen Skatern angesprochen.“ Da werden dann Tipps ausgetauscht und sogar Freundschaften entstehen.

Bei uns wird niemand ausgelacht

Philipp: „Auch Anfänger sind gern gesehen. Bei uns wird niemand ausgelacht. Ganz im Gegenteil: Wir helfen den anderen gern und geben ihnen Tipps.“

Kein Konkurrenzkampf

So ist auch die Stimmung am Skatepark. „Wenn einer einen besonders gelungenen Trick hinlegt, dann freuen wir uns alle mit ihm. Da gibt es keinen Konkurrenzkampf.“ Für Philipp ist es eine Riesenfreude, wenn ihm eine gute „Line“ – eine Serie von Tricks hintereinander – gelingt, und das jemand filmt. Solche Filme werden dann gern untereinander geteilt.

Was allerdings auffällt, ist das fast nur Burschen beim Skaten zu sehen sind. „Das stimmt. Da kommt ein Mädchen auf 50 Burschen. Vielleicht liegt das an der Verletzungsgefahr“, gibt Philipp zu. „Die Mädchen fahren lieber Longboard als Skateboard“, weiß Gerhard. Aber selbstverständlich werden Mädchen mit demselben Respekt behandelt wie Burschen.

Go Skateboarding Day Skatecontest

Wer sich näher informieren oder sehen will, was alles am Skateboard geht, sollte unbedingt zum „Go Skateboarding Day Skatecontest“ kommen. Dieser steigt am 21. Juni beim Skatepark von Amstetten. Der Contest beginnt um 16 Uhr, anmelden kann man sich um 14 Uhr. Bei Schlechtwetter steigt der Contest am 25. Juni.


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