Katalonien zu Gast am Ostarrichi-Gymnasium
AMSTETTEN. Auf Einladung der Spanisch-Lehrerin Elisabeth Hofer besuchte die aus Barcelona stammende Helena Arnau Umbert die 7a des Ostarrichi-Gymnasiums für einen Gastvortrag.

AMSTETTEN. Helena Arnau Umbert aus Barcelona ist zurzeit als Fremdsprachenassistentin in Wien tätig. Sie hat sich die Zeit genommen, nach Amstetten zu kommen und in einer Doppelstunde über die derzeitige Lage in ihrer Heimat, über katalanische Feste und ihre Muttersprache zu informieren.
Gespannt lauschten die Schüler den Ausführungen, die von David Pérez aus Jaén, dem diesjährigen Fremdsprachenassistenten des Ostarrichi Gymnasiums, ergänzt wurden.
Bevölkerung gespalten
Da für Österreicher die aktuelle Situation in Katalonien schwer nachvollziehbar ist, war sehr interessant, Informationen aus erster Hand von einer Katalanin zu bekommen. Die Übersetzung aus dem Spanischen übernahm Elisabeth Hofer. Helena Arnau Umbert berichtet: „Im Moment ist die Bevölkerung Kataloniens gespalten. Manche möchten, dass das Land eine unabhängige Republik ist, während andere es bevorzugen, weiterhin zu Spanien zu gehören. Meiner Meinung nach sind beide Bestrebungen gerechtfertigt, solange man sich gegenseitig respektiert. In diesen Tagen werden viele Demonstrationen aus beiden Lagern organisiert. Es gibt darunter einige Massenkundgebungen, wie zum Beispiel die vom 11. November, die durchgeführt wurde, um gegen die Repression zu protestieren, mit der sich Katalonien konfrontiert sah. Es wurde gleichzeitig auch gegen die Festnahme einiger katalanischer Politiker demonstriert. Viele Politiker sind im Gefängnis, da sie die Abhaltung eines illegalen Referendums erlaubt haben und auch die Unabhängigkeitsbestrebungen vorantrieben, obwohl es von Seiten der Zentralregierung Drohungen gab. Meiner Meinung nach ist es ungerecht, damit zu argumentieren, dass das Referendum, das ja per se ein demokratischer Akt ist, verfassungswidrig sein soll. Parteien wie der PP (Partido Popular) haben mehr als einmal Gesetzesübertretungen begangen, die viel schlimmer einzustufen sind, wie zum Beispiel unendlich viele Korruptionsfälle. Außerdem war die Gewaltanwendung seitens der Guardia Civil, die eine spanische Polizeieinheit ist, am 1. Oktober vollkommen ungerechtfertigt und sehr beunruhigend.
Brutalität gegen Bürger
Ich persönlich denke, dass die Brutalität, mit der sich alle Bürger konfrontiert sahen – nur weil sie auf dem Weg ins Wahllokal waren – nicht auf internationaler Ebene vermittelt wurde. Was mich überrascht ist, dass es auch viele Katalanen gibt, die selber gegen die Unabhängigkeit sind, aber das Referendum kritisieren. Ihnen wird doch auch die Möglichkeit gegeben, ihre Meinung auszudrücken. Wären mehr Menschen wählen gegangen und hätten mit „Nein“ gestimmt, so würden die Katalanen, die die Unabhängigkeit befürworten, auf friedliche Weise dieses Wahlergebnis akzeptieren.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden