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EURATSFELD. Auf Einladung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs war die Frauenrechtsaktivistin Alina Menjivar aus El Salvador zu Gast in Österreich und berichtete von den Aktivitäten der Colectiva feminista

Anna Raab und Alina Menjivar besuchten auch die Tips-Redaktion. Foto: mott
  1 / 4   Anna Raab und Alina Menjivar besuchten auch die Tips-Redaktion. Foto: mott

EURATSFELD. Die Katholische Frauenbewegung Österreich organisiert seit 60 Jahren die Aktion Familienfasttag. Mit den Einnahmen unterstützt die Frauenbewegung über 100 soziale Projekte mit dem Fokus auf Verbesserung der Lebensumstände von Frauen. Eines der Projekte ist „La Colectiva feminista“ in El Salvador. Das 60-Jahre-Jubiläum der Aktion Familienfasttag wurde mit einem Symposium gefeiert, zu dem auch zwei Vertreterinnen der unterstützten Projekte eingeladen waren. Eine davon ist Alina Menjivar von „La Colectiva feminista“.

Frauengruppen der Region besucht

Nach ihrem Auftritt beim Symposium besuchte sie verschiedene Frauengruppen der Region Amstetten. Begleitet wurde Alina Menjivar von der Euratsfelderin Anna Raab von der Katholischen Frauenbewegung. Sie übersetzte dabei aus dem Spanischen. Auch ein Besuch des Frauenhauses in Amstetten stand auf dem Besuchsprogramm.

Die Organisation „La Colectiva feminista“ wurde vor 15 Jahren gegründet, um ein Gegengewicht zur stark pa­t­ri­ar­cha­lischen Struktur in El Salvador zu etablieren. Sie besteht aus 60 Frauengruppen in 50 Großgemeinden.

Wasserleitungen

Zu den Aktivitäten von „La Colectiva feminista“ zählt unter anderem die Berufsausbildung der Frauen – auch in Bereichen, die Frauen in El Salvador nicht zugetraut wurden. So bauen Frauen Wasserleitungen und reparieren die Rohrleitungen. Wenn eine Gruppe Frauen mit einem Krampen in den Händen die Straße aufgraben, Rohre frei legen und reparieren, dann ist das – wohl nicht nur in El Salvador – ein ungewöhnlicher Anblick. Aber die Frauen zeigen, dass das geht. Geschult wurden die Frauen von Mitarbeitern der staatlichen Wassergesellschaft.

Privatisierung von Wasser

Diese Arbeit geht aber weit über eine Symbolik hinaus. Mit ihrer Arbeit wollen die Frauen auch vermitteln, wie wertvoll Wasser ist – insbesondere für Frauen. Dabei geht es „La Colectiva feminista“ nicht nur ums Wassersparen, sondern darum, dass das Wasser in staatlicher Hand bleibt und nicht privatisiert wird. In diesem Bestreben wird „La Colectiva feminista“ von der Katholischen Kirche El Salvador unterstützt.

„Die Katholische Kirche in El Salvador ist sehr konservativ. Sie setzt sich zwar generell gegen Ungerechtigkeit ein, aber Frauenrechte sind kein Thema“, berichtet Alina Menjivar.

Kleinlandwirtschaft

Eine weitere Aktivität von „La Colectiva feminista“ ist die Ausbildung von Frauen in Landwirtschaftstechniken, vor allem in den kleinen Hausgärten, die der Eigenversorgung dienen. Den Frauen wird ökologische Bewirtschaftung nähergebracht und gezeigt, wie man Komposthaufen anlegt.

Darüber hinaus gibt es eine Art Mikrokredit in Form von Tieren. Eine Frau bekommt zum Bespiel zwölf Hühner und einen Hahn, um selbst Hühner aufziehen zu können. Wenn sie dann eine Hühnerschar aufgebaut hat, gibt sie zwölf Hühner und einen Hahn weiter. Auch Pelibuey-Schafe werden auf diese Weise weitergegeben. Unterstützt werden die Frauen vom Landwirtschaftsministerium, das auch Impfungen der Tiere organisiert.


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