Studie: Klimawandel bedroht heimische Fische
AMSTETTEN. Der Biologe Stefan Guttmann zeigt, dass der Klimawandel auch eine Gefahr für die heimischen Fische darstellt.

AMSTETTEN. Der Biologe Stefan Guttmann zeigt, dass der Klimawandel auch eine Gefahr für die heimischen Fische darstellt.
Die Anzeichen werden immer häufiger – die Veränderung des heimischen Klimas stellt eine zusätzliche Gefahr für die Fische dar. Neben den gravierenden Veränderungen ihres Lebensraumes durch Flussverbauungen und Wasserkraftwerke machen ihnen wärmeres Wasser und geringere Abflüsse das Leben schwer.
Bachforellen nierenkrank
Stefan Guttmann nennt ein Beispiel dazu: Der Verein „Rettet die Ybbs-Äsche“ hat 2016 erstmalig in ganz Österreich den Gesundheitszustand unserer heimischen Bachforelle an der ganzen Ybbs untersuchen lassen. Zwischen Lunz und Amstetten wurden Fische gefangen und an die veterinärmedizinische Universität Wien geschickt. Die Ergebnisse waren ernüchternd: Die meisten Bachforellen wiesen eine Nierenkrankheit auf. Was hat dies mit dem Klimawandel zu tun? Diese Krankheit tritt vermehrt im Sommer auf, sie ist also abhängig von der Wassertemperatur. Je wärmer die Ybbs, desto höher sind die Ausfälle bei diesen infizierten Bachforellen.
Zu viele Hechte
Ähnliche Probleme wie in Amstetten gibt es auch andernorts. Stefan Guttmann: „Über Jahrzehnte war der Lunzer See bekannt für seinen guten Bestand an Seesaiblingen. Diese Art hat sich seit Jahrtausenden an kalte Alpenseen angepasst, wo sie kaum eine Konkurrenz unter den anderen Fischarten zu fürchten hatte. Seit 2010 werden im Lunzer See regelmäßig Hechte gefangen. Anfangs nur wenige, im Jahr 2013 wurden schon mehr als 900 Hechte im See erwischt. Leider ging damit ein Verschwinden der so typischen Seesaiblinge einher. Diese können aktuell im Lunzer See als praktisch ausgestorben gelten. Die markante Temperaturerhöhung im Lunzer See begann bereits 1980 mit häufigeren heißen Sommern. Seit 1998 gibts es deutlich mehr warme Frühjahre. Das ist für den Hecht, der im Frühjahr laicht, ideal.“


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