Perspektive Kino Amstetten zeigte Ulli Gladiks neue Doku "Inland"
AMSTETTEN. Die Perspektive Kino zeigte im Rahmen ihres Themenschwerpunkts „Handlungsspielräume“ in Kooperation mit dem Aktionsforum Mehrwert im Rathaussaal gestern die Dokumentation „Inland“.

In ihrem neuesten Film interviewt die freischaffende Filmemacherin Ulli Gladik die Kellnerin Gitti, den arbeitslosen Alex und den Gemeindebediensteten Christian. Alle drei stammen aus sozialdemokratischen Arbeiterfamilien, haben sich aber im Laufe der Jahre zu überzeugten FPÖ-Wählern gewandelt.
Frustrierte Wähler
„2015 habe ich für den Augustin eine Reportage über die Wien-Wahl geschrieben. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Menschen in einigen Bezirken sehr frustriert sind“, erklärte Gladik bei der anschließenden Fragerunde, warum sie die Doku „Inland“ gedreht hat.
Dem anderen soll es noch schlechter gehen
Die interviewten FPÖ-Wähler lassen darin tief in ihre Seele blicken. Der Gemeindebedienstete Christian beispielsweise ist selbst Kind tschechischer Einwanderer und wurde in der Schule als „Ziegelböhm“ von seinen Mitschülern gemieden. Heute schimpft er gegen türkische Migranten und wiederholt das ihm damals entgegengebrachte Misstrauen bei Einwanderern, die noch nicht so lange in Österreich sind wie er. Alex, der schon viel vom Sozialstaat profitierte, gestand gar, es sei ihm egal, wenn ihm Sozialleistungen gestrichen werden, solange es Ausländer noch schlimmer trifft.
Durch Reden kommen die Leute zusammen
„Ich habe mir abgewöhnt, mit Gegenargumenten zu kommen, weil es nichts brachte“, sagte Gladik. Erst als sie begann, den Menschen zuzuhören, fingen auch diese an, ihr zuzuhören. Im Gespräch rückten die Interviewten und die Regisseurin einander näher, und jede Seite änderte etwas ihre Meinung. „Es ist interessant, voneinander zu lernen“, so die Filmemacherin.


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