Salesianer-Sozialprojekt: Mostviertlerin in Kolumbien im Einsatz
AMSTETTEN. Die Stephansharterin Katharina Eblinger berichtete in der Salesianerpfarre Amstetten Herz Jesu von ihrem zehnmonatigen Volontariat, das sie nach ihrer Matura in Medellin, Kolumbien, absolvierte.

Gemeinsam mit drei weiteren Österreichern arbeitete die junge Mostviertlerin bei einem Projekt der Salesianer Don Boscos mit. Das Projekt stand unter dem Namen „Das Recht zu träumen“.
Stadt der Gegensätze
Medellin sei eine Stadt der Gegensätze: auf der einen Seite aufstrebend mit wohlhabenden Vierteln, andererseits gebe es komplett heruntergekommene und von Gewalt geprägte Gegenden. Auch Eblinger war in so einem armen Viertel tätig. Ermöglicht wurde die Teilnahme am freiwilligen Sozialeinsatz durch „Volontariat bewegt“, einer Initiative des Salesianerordens und Jugend Eine Welt.
Arbeit mit Kindern
„Meine Aufgabe war es, mit einem geschulten Team aus Sozialarbeitern, Psychologen und Pädagogen mit Kindern zwischen sechs und 16 Jahren aus armen Stadtvierteln in Gruppenräumen Aktivitäten zu gestalten“, berichtet Eblinger. Zu den Themen Musik, Kunst, Kommunikation und Sport sei jede Woche ein Programm mit Spielen, Selbstreflexionen oder Geschichten zusammengestellt worden.
Sinnvolle Freizeitgestaltung
„Mir hat das gut gefallen, weil die Mädchen und Burschen eine sinnvolle Freizeitgestaltung angeboten bekommen haben sowie einen Platz, wo sie sich geborgen fühlten“, so Eblinger. Die Kinder und Jugendlichen erzählten ihr, was sie bewegt und was zuhause oder in der Schule los ist. Mit den Kleineren spielte Eblinger oft Verstecken oder Fangen, auch das Thema Natur lag den Projektmitarbeitern am Herzen: sie bearbeiteten gemeinsam einen Steilhang und machten daraus eine blühende Gartenfläche, wo Zwiebeln und Koriander gepflanzt wurden. „Ich freue mich dass die Worte des großen großen Jugendseelsorgers Don Bosco in Medellin in die Tat umgesetzt werden“, so die Stephansharterin.
Salesianer-Projekt
Das Salesianer-Projekt unterhält für über 200 junge Stadtbewohner Lehrwerkstätten, Internat, Kindergarten, Schulen und Jugendgruppen. In den vielen Projekten der Salesianer-Organisation „Ciudad Don Bosco“ werde auf die Bedürfnisse jedes Kindes und Jugendlichen eingegangen.
Sorgen der Kinder
„Die Sorgen der Kinder reichen von Problemen in der Familie über Gewalt bis hin zu Jugendlichen, die als Kindersoldaten eingesetzt wurden. Der Orden und die Mitarbeiter versuchen, den Kindern zur Seite zu stehen, ihnen ein positives Menschenbild zu lehren und so Perspektiven für die Zukunft zu schenken“, berichtet die Stephansharterin. Man habe sich gegenseitig über die jeweilige Kultur erzählt, spielte Halli Galli, knüpfte gemeinsam Freundschaftsbänder, ging baden und hörte Musik. Sonntags feierte Eblinger mit den jungen Leuten und den Salesianern die heilige Messe. Bereits kurz nach Beginn ihres freiwilligen Einsatzes habe sie sich eingelebt und auch schnell Spanisch gelernt, anfangs habe sie freilich eher „mit Händen und Füßen“ kommuniziert.
Zahlreiche Erinnerungen
Eblinger ist dankbar: „Ich habe kolumbianischen Rhythmus kennengelernt und das Lachen der Kinder im Ohr und ganz viel Sonne im Herzen“. Gefragt hätte sie sich auch: Was ist Glück? Familie, Sicherheit, Arbeit, Bildung – das sei in Österreich selbstverständlich und normal. Die Mostviertlerin: „Das sollten wir schätzen, andere haben das nicht!“ Ihr Volontariat sei ein lebendiges Graffiti aus vielen bunten Farben voll mit Erinnerungen, Sonnenschein, Tränen, Fröhlichkeit und Bewegungen. Sie werde es „ein Leben lang im Herzen tragen“.


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