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AMSTETTEN. Unterhalb der Eisenreichdornacher St. Agathakirche, die auf das 9. Jahrhundert zurückgeht, steht eine Steinsäule, deren Entstehungsgeschichte beziehungsweise Widmung im Dunkeln liegt. Lediglich eine Sage vermittelt Deutungen.

Pestsäule vor der Agathakirche in Eisenreichdornach Foto: Wolfgang Zarl
Pestsäule vor der Agathakirche in Eisenreichdornach Foto: Wolfgang Zarl

An der Steinsäule ist keine Inschrift oder Jahreszahl angebracht, sodass es dazu keine Fakten gibt. Dem Typus nach entspricht sie den „Pestsäulen“ in Schimming und in der Viehdorfer Straße. Eine zeitliche Einordnung ist dennoch nicht möglich, da diese Stilform zwischen Amstetten und Neustadtl lange sehr verbreitet war.

Legende

Einer Legende nach, deren historischer Gehalt kaum nachvollziehbar ist, soll an dieser Stelle ein Graf – gleichzeitig auch Besitzer des Schlosses Eisenreichdornach – vom Schlag getroffen worden sein. Eine Sage schmückt den Vorfall weiter aus. Vor vielen Jahren sei an dieser Stelle ein Mann gestanden und habe die zur Kirchen gehenden Leute verspottet. Da sei plötzlich aus dem Lewingbach ein schwarzer Hund gesprungen und habe sich auf den Frevler gestürzt, der in seinem Schreck die Säule umklammert habe und, vom Schlage getroffen, tot zusammengesunken sei. Zum Gedenken an diese Begebenheit habe man die Säule vergrößert und mit Bildern versehen. Sonstige Hinweise auf die Entstehungsgeschichte sind nicht bekannt.

Bildtafeln

Am Säulenkopf befinden sich vier mit Glasscheiben gegen Witterungseinflüsse geschützte Bildtafeln. Sie zeigen eine „Sonntagberger Dreifaltigkeitsdarstellung“: St. Florian, die Gottesmutter Maria auf der Schlange und St. Leonhard mit Tieren. Somit ergibt sich nicht nur bezüglich der Gesamterscheinung, sondern auch hinsichtlich der bildlichen Darstellung eine gewisse Ähnlichkeit mit der Pestsäule an der Viehdorfer Straße. Eine gleichzeitige Aufstellung der beiden Monumente muss deswegen aber nicht unbedingt angenommen werden.

Sehr beliebte Motive

Die Dreifaltigkeit und die genannten Heiligendarstellungen waren in der gesamten Barockzeit in der Region sehr beliebte Motive – die Dreifaltigkeit mit deutlichem Bezug zur Sonntagberger Wallfahrt und die beiden Heiligen Florian und Leonhard wegen der ihnen zugewiesenen Kompetenz als Schutzheilige oder Nothelfer.

Zuletzt wurden die Tafeln von der Amstettner Künstlerin Anna Tschadesch erneuert.


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