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AMSTETTEN. Die Klimakrise macht den Umstieg auf CO2-neu-trale Transportmittel alternativlos. Tips-Redakteurin Michaela Aichinger nahm aus diesem Zweck Ari – eines von vier Lastenrädern in Amstetten – unter die Lupe.

Tips-Redakteurin Michaela Aichinger testet das Amstettner Transportrad Ari (Foto: Natalie Palme)
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Vom Auto aufs Rad umsteigen – das ist ja schön und gut. Doch jeder, der seinen Drahtesel schon mal nicht nur für Freizeit-Touren, sondern auch für Einkäufe verwendet hat, weiß, dass man hier an Grenzen stößt: Schnell ist er nämlich überladen. Abhilfe schaffen E-Transporträder: Je nach Modell beträgt das Höchstgewicht zwischen 80 und 120 Kilogramm zusätzlich zum Fahrer.

So kommt man zum E-Transportrad

Wie man zu einem E-Transportrad kommt? Das gestaltet sich in Amstetten sehr einfach: Im Rahmen des Förderprojekts „KlimaEntLaster“ werden in Kooperation mit der Gemeinde derzeit vier Transporträder zum kostenlosen Test für Privatpersonen und Betriebe angeboten.

Unterwegs mit Ari

Nihola, Anita, Alex und Ari – jeder, der sich in Amstetten zukünftig mit einem Transportrad fortbewegen möchte, wird an diesen Namen nicht mehr vorbeikommen: Denn so heißen die vier Lastenräder, die derzeit in der Stadtgemeinde im Einsatz sind. Ich habe mich für Ari entschieden, bei dem die maximale Zuladung – dazu zählt auch der Fahrer – 180 Kilogramm beträgt. Ausborgen kann man Ari bei der Loft Kreativagentur in der Kubastastraße. Die Anmeldung erfolgt über die „KlimaEntLaster“-Homepage (siehe Infobox).

„So schwer kann das ja nicht sein“

Als ich mich mit dem Fahrradhelm in der Hand auf den Weg zu Ari mache, kribbelt es etwas in meinem Bauch: Ich bin noch nie mit einem E-Bike gefahren und erst recht nicht mit einem Transportrad. Nach einer kurzen Einschulung durch eine Mitarbeiterin der Kreativagentur setze ich mich dennoch halbwegs selbstbewusst aufs Rad – ganz nach dem Motto „So schwer kann das ja nicht sein“. Nun ja – ich wurde eines Besseren belehrt: Jedes Transportrad hat seinen eigenen Schwerpunkt und bringt ein eigenes Fahrgefühl mit sich. Und ich fühle mich zunächst, als wäre ich noch nie auf einem Rad gesessen. Nach ein paar Übungsrunden auf dem Parkplatz traue ich es mir aber dann doch zu, am Straßenverkehr teilzunehmen und siehe da: Es funktioniert erstaunlich gut und ich fühle mich schnell immer sicherer – auch in den Kurven.

Großeinkauf? Kein Problem!

Mit einem Transportrad unterwegs zu sein, ohne mehr als sich selbst zu transportieren – das geht natürlich gar nicht! Daher stoppe ich beim nächsten Supermarkt und kaufe ein, was ich für mich und meine Familie für etwa eine Woche so brauche. Kurz habe ich Bedenken, ob das alles wirklich in die Box des Transportrades passt. Aber egal, ob Mineralwasserkiste, Klopapierrollen, Obst und Gemüse oder Reis und Nudeln: Alles hat problemlos in der absperrbaren Box Platz – und ich hätte noch leicht etwas draufpacken können.

„Bergwertung“ mit E-Motor

Beim Nachhauseweg mit „Bergwertung“ bemerke ich dann aber doch, dass etwas nicht stimmt und ich mich übermäßig plage. Der Grund: Der E-Motor ist beim Start des Rades immer deaktiviert – man muss ihn also erst mal dazuschalten, was im Eco-, im Normal- oder im Hoch-Modus möglich ist. Und nun stellen auch die zwei Anstiege bis nach Hause absolut kein Problem mehr dar.

Jederzeit gerne wieder!

Nach zwei Stunden liefere ich Ari wieder ab – mit etwas Wehmut, denn mein Fazit lautet: Ich bin begeistert, wie unkompliziert und praktisch ein derartiges Transportrad ist. Ich sage nur: Jederzeit gerne wieder!

So kommt man zu Ari & Co

Wer sich ein Transportrad gratis ausleihen möchte und mindestens 18 Jahre alt ist, kann sich auf der „KlimaEntLaster“-Homepage anmelden. Standort, Verfügbarkeit und Ausstattung des Fahrrades sind dort ersichtlich. Das Rad kann für maximal drei Tage online reserviert werden. Bei der Abholung kann man nach einer Einschulung durch die Verleiher („Radlgeber“) und nach Hinterlegen einer Kaution von 50 Euro losradeln. Die Räder sind gegen Schäden durch Diebstahl und Vandalismus versichert und werden laufend gewartet.

Die „Radlgeber“

„Radlgeber“ in Amstetten sind neben der Loft Kreativagentur die Bäckerei Kirchdorfer in Hausmening, die Patisserie Naderer in Amstetten sowie Blumen Habersohn in Amstetten. Bei manchen Modellen können sogar Kleinkinder sicher mittransportiert werden. Betriebe können Transporträder auch für einen längeren Zeitraum testen.

„Kleine Raumwunder“

Zwei der vier Amstettner Transporträder gehören der Stadtgemeinde. Ein drittes Lastenrad soll nächstes Jahr angekauft werden. VP-Mobilitätsstadtrat Markus Brandstetter: „Wir wollen Transporträder als Mobilitäts-Alternative zum Auto erlebbar machen. Transporträder sind kleine Raumwunder und als Alternative zum Zweitauto in der Haltung unschlagbar.“

Weitere Informationen aufwww.KlimaEntLaster.at

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