Mostviertler Ordensschwester organisierte Sternsinger-Aktion in den Anden
KOLLMITZBERG/PERU. Die Franziskanerin und gebürtige Kollmitzbergerin Karina Beneder ist seit Mitte November 2021 als Missionarin in den Anden von Peru tätig. In Tips berichtet sie über die Weihnachtszeit in der Ferne.

San Pedro de Cajas (Tarma) liegt in den Anden von Peru in Südamerika. Und genau dort ist Schwester Karina Beneder als Missionarin im Einsatz. Zu den Aufgaben der gebürtigen Kollmitzbergerin zählt die Arbeit mit den Kindern in San Pedro und in den Dörfern. „In der Adventzeit bereitete ich mich darauf vor, die Kinder und die alten Menschen, die in den Dörfern leben und zu San Pedro gehören, zu beschenken. Manche Dörfer sind sehr weit weg. Oft führt eine Fahrtstrecke über drei Stunden über steile, steinige Straßen“, berichtet Schwester Beneder.
Große Armut
Die Franziskanerin ist in Peru mit großer Armut konfrontiert. „Die Familien leben vom Kartoffelanbau auf sehr gefährlichen Hängen. In einem Dorf leben fast nur alte Menschen oft alleine und in ärmsten Verhältnissen. Sie haben meist nicht einmal das, was zu einem Haushalt gehört, wie etwa Bett, Ofen, Kühlschrank. Heizung hat hier ohnehin niemand, obwohl die Temperaturen knapp an der Gefriergrenze liegen“, verdeutlicht Schwester Beneder die prekäre Lage vor Ort.
Kinder beschenkt
Gemeinsam mit ihren Wegbegleitern brachte die Mostviertlerin Geschenke für die Kinder, wie Stoffpuppen, die in San Pedro hergestellt wurden, oder Schokolade, Stifte und Bälle. „Die Freude war riesengroß, obwohl die Kinder dies nicht so zeigen können“, so Schwester Beneder. Die alten Menschen erhielten Zwiebeln und Reis oder Zucker. „Ich fühlte mich richtig beschämt und konnte es kaum fassen, wie sehr sich die Beschenkten bedankt haben“, erzählt die Franziskanerin.
Weihnachten „wie jeder andere Tag“
Weihnachten in San Pedro sei wie jeder andere Tag, außer dass es eine Christmette gebe. „Die Kinder bekamen von ihren Familien keine Geschenke und es gab auch bei den meisten keinen Christbaum. Die Gemeinde beschenkte die Kinder mit Kleinigkeiten; am Silvestertag bekamen sie auch Geschenke von Besuchern, die aus San Pedro stammen. Dabei wurden auch an viele alte Menschen Lebensmittel ausgeteilt“, so Schwester Beneder. Am 1. Jänner habe es nach dem Gottesdienst eine Prozession mit den Heiligenfiguren aus der Kirche und mit Jesus im Heiligen Brot in der Monstranz gegeben. „Das war ähnlich einer Fronleichnamsprozession“.
Arbeit mit Kindern
„Mich hat es sehr gefreut, in den letzten Tagen und Wochen einige Kinder glücklich gemacht zu haben und ich freue mich schon darauf, mit den Kindern in den Dörfern an Umweltthemen zu arbeiten“, so die Franziskanerin.
Sternsinger-Aktion
Übrigens hat die Ordensfrau auch eine Sternsingeraktion in San Pedro organisiert. „Die Kinder waren zu Beginn sehr begeistert. Einige wenige hielten bis zum 2. Jänner durch. Es war klar, dass wir die Leute nicht um Geld bitten können, da sie ja selber nicht viel haben. Deshalb beschlossen wir, den Leuten ein Geschenk zu machen. In der Adventzeit bastelten wir etwa 500 Sterne, auch die Kronen und Sternsingersterne stellten wir selbst her“, so Schwester Beneder.
Segen für die Familien
Am 2. Jänner habe man sich mit Krone und Poncho getroffen. „Wir konnten in vier Gruppen losmarschieren und den Segen in die Familien bringen. Sogar einen Aufkleber mit ‚Cristus bendice este casa 2022‘ – also ‚Christus schütze dieses Haus 2022‘ – brachten wir für die Häuser mit. Die Familien waren begeistert und freuten sich über den Segen. Ob wir nächstes Jahr diese Aktion auch durchführen, ist noch ungewiss. Jedenfalls haben wir damit ein Zeichen gesetzt, das uns mit vielen Sternsingern dieser Welt verbindet“, so Schwester Beneder, die zuletzt als Franziskanerin in Zwettl gewirkt hat. Von dort aus werden auch ihre Hilfsprojekte in Peru unterstützt: Wir wollen helfen Zwettl, AT54 3299 0000 0006 2158.


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