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HAAG. Der durchschnittliche Haushalt in Europa beherbergt rund 10.000 Dinge und gerade mal 20 Prozent davon sind regelmäßig in Gebrauch. Da ist ganz klar Einsparungspotenzial vorhanden. Die Haager Ordnungsberaterin Andrea Auer gibt Tipps.

Ordnungsberaterin Andrea Auer (Foto: Catharina Auer)
Ordnungsberaterin Andrea Auer (Foto: Catharina Auer)

„Bei meiner Tätigkeit als Ordnungsberaterin helfe ich meinen Kunden beim Aus- und Neusortieren von diversen Gegenständen im Haushalt. Dabei kommen immer Dinge zum Vorschein, die im Laufe der Jahre vergessen und im ungünstigsten Fall mehrmals nachgekauft wurden“, so Auer. Sie ist sicher: Die ganze Wohnung oder das ganze Haus gründlich zu sortieren und neu zu organisieren ist „eine wunderbare Möglichkeit ungenützte Ressourcen, die zu Hause brach lagen, wieder zu nutzen“. „So sind zum Beispiel das Kaufen von Handarbeits- oder Bastelgegenständen und das tatsächliche Arbeiten mit diesen Materialen oft zwei unterschiedliche Hobbys“, schmunzelt die Haagerin.

Dinge einer Kategorie

Das Zusammenführen aller Dinge einer Kategorie helfe immens dabei, die Übersicht zu bewahren und Fehlkäufe zu vermeiden. Aber genauso wichtig wie das Aus- und Neusortieren sei es, den optimalen Aufbewahrungsplatz zu finden, damit man auch langfristig den Überblick über all seine Habseligkeiten behält. „So vermeidet man am besten Sachen nach zu kaufen, die man eigentlich gar nicht braucht“, erklärt Auer und meint weiter: „Der schönste Vorwurf einer Kundin an mich war: ‚Du hast mir total den Spaß am Einkaufen verdorben. Seit ich weiß, dass ich eh alles zu Hause habe, mag ich nicht einmal mehr Bummeln gehen!‘“.

Nachhaltigkeit

Damit kurble man zwar nicht die Wirtschaft an, aber man spare Geld und sei viel nachhaltiger als man es bei jedem Neukauf sein könnte. „Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, an gemeinnützige Organisationen zu spenden, hilft dann wieder anderen Mitmenschen zu sparen, die vielleicht in der momentanen Situation diese Hilfe dringend brauchen können“, so Auer. Den Bügelbrettbezug in einer falschen Größe gekauft und jetzt lungert er schon jahrelang in der Abstellkammer herum? „Rein damit ins Internet! Irgendjemand wartet sicher schon längere Zeit auf die Größe und freut sich, ein Schnäppchen zu machen“, ruft Auer auf. Alle Kleidungsfehlkäufe der letzten Jahre im hintersten Winkel des Kleiderkastens versteckt? Vielleicht passt das ja doch irgendwann oder vielleicht gibt´s ja doch einmal eine spezielle Gelegenheit, um das zu tragen? „Ab damit ins Sozialkaufhaus! Bekleidung wurde produziert, um getragen zu werden und nicht um als stille Mahnmale in unseren Kästen herumzulungern“, erklärt die Ordnungsexpertin.

Lebensmittelvorräte - das richtige Augenmaß

„Als Ordnungscoach erlebe ich momentan allerdings immer mehr, wie sehr meine Kunden hin und hergerissen sind zwischen dem Wunsch, minimalistisch zu leben und - verunsichert durch die momentane wirtschaftliche und politische Lage - dem Bedürfnis, für schlechte Zeiten vorzusorgen. In Sachen Bevorratung sei es vor allem wichtig, das richtige Augenmaß nicht zu verlieren. „Gerade wenn man einen Lebensmittelvorrat anlegt, sollte man darauf achten, Dinge zu kaufen, die man auch in normalen Zeiten gerne isst und regelmäßig verwendet. Bezüglich der richtigen Mengen von Lebensmitteln und aller anderen Dinge, die man im Notfall braucht, kann man sich bestens auf der Homepage des Zivilschutzverbandes informieren“, rät Auer.

Notsituation: fixer Platz für Gegenstände

Allerdings helfe der beste Radio nichts, wenn man im Ernstfall die Batterien nicht finde. „Deshalb empfehle ich auch für alle Gegenstände, die in Notsituationen gebraucht werden, einen fixen Platz im Haushalt zu finden und alle Familienmitglieder darüber zu informieren, wo sich dieser befindet“, so Auer. Sich einmal richtig Zeit zu nehmen, alle Dinge im Haushalt genau unter die Lupe zu nehmen zahlt sich der Ordnungsexpertin zufolge auf jeden Fall aus. „Vielleicht macht das Aussortieren und Umverteilen durch Verkaufen oder Verschenken mit der Zeit ja genau so viel Spaß wie das Einkaufen von neuen Dingen. Damit schonen wir unsere Geldbörse und vor allem auch unsere Umwelt“, ist Auer überzeugt.


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