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ASCHBACH. Bei Einlass um 19 Uhr strömten die Besucher des ausverkauften Open-Air-Konzerts von Konstantin Wecker in den Aschbacher Pfarrgarten, der pünktlich um 20 Uhr die rund 500 Zuhörer begrüßte und auf eine sehr persönliche Reise mitnahm.

  1 / 3   Konstantin Wecker dankte auf seine Art mit mehreren Zugaben dem begeisterten Publikum. (Foto: Karin Novak)

Gemeinsam mit seinem langjährigen Bühnenpartner Jo Barnikel am Klavier entführte der Münchner Liedermacher sein Publikum bis zurück in seine Kindheit. Kurios: Die Einspielung des 12-jährigen Konstantins, der gemeinsam mit seinem Vater eine Arie aus „La Traviata“ und dabei die Rolle der Violetta sprich die Sopran-Stimme sang. In großer Liebe zu seinem verkannten Künstler-Vater ließ Wecker die Zuhörer an der Sterbestunde des Vaters teilhaben und schwenkte schließlich in die Gegenwart des eigenen Vaterseins. Berührend auch das Lied, das er den vier Töchtern, die sich im Publikum befanden, und deren jüngst verstorbener Mutter widmete.

Gastauftritt Tom Haydn

Nach der Pause lud Konstantin Wecker überraschend den im Publikum befindlichen Künstler Tom Haydn auf die Bühne. Passend zum Sommerbeginn stimmte der aus Seitenstetten stammende Musiker mit seinem Song „Sommer“ auf den zweiten Konzertteil ein. Dieses widmete Wecker seinem politischen Engagement, wie man es von ihm kennt – wütend, sozialkritisch und zutiefst pazifistisch. Mit „Europa, schäm dich!“ sprach er wohl zahlreichen Zuhörern aus der Seele. Die Überleitungen widmete er Wegbegleitern in der Friedensbewegung wie Lucio Dalla, Hans Peter Dürr, Mikis Theodorakis und Erich Fried. Auch die elementarste Macht, die Liebe, kam nicht zu kurz und so endete Wecker mit einer großen Erkenntnis zum einstigen „eitlen, jungen Mann“: „Es war ein langer Weg vom alten Macho zum Alten-nicht-mehr-Macho.“ Die leise Altersmilde steht dem Künstler jedenfalls ausgesprochen gut. Das Publikum dankte Konstantin Wecker für sein vielleicht intimstes Programm mit drei Standing Ovations.


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