Kulinarische Experimente mit Tiefgang beim Waidhofner Feldversuch
WAIDHOFEN/YBBS. In Feldversuche-Manier kreierte Schlosswirt Andreas Plappert gemeinsam mit seinem Team zum Abschluss der Mostviertler Feldversuche einzigartige Gerichte und führte die Gäste am 6. Oktober zurück in ihre Kindheit.

Andreas Plappert ist ein Wirt mit Liebe zum Detail. Mit Hingabe macht er sein ganzheitliches Konzept zu dem, was es ist: eine feine und zugleich bodenständige Küche mit viel Potenzial für Überraschungen. Der Geschmack seiner Kindheit hat ihn besonders geprägt. Und das war bei seinem Feldversuch deutlich zu spüren, weckten doch so manche Gerichte und Gerüche Kindheitserinnerungen. Die Reise zurück in die Kindheit und die vielen neuen Geschmackseindrücke werden die Gäste so schnell nicht vergessen.
Kalb Nora und die Früchte des Herbstes
Bei herrlichem Herbstwetter wurde der Mostviertler Feldversuch im Innenhof des Schlosses mit Mostello von der Destillerie Farthofer und Bier von der Brauerei Herzinger eröffnet. Neben herzhaft zubereiteten Kutteln standen Signalkrebse im Mittelpunkt des ersten Ganges. Letztere wurden vor den Augen der Gäste aus dem Brunnen gefischt und zubereitet, dazu gab es Pesto von den Schlosspflanzen, die Kräuterexpertin Barbara Weilguni zu Beginn im Hof gesammelt hatte.
Ungewöhnliche ungewöhnlich serviert
Die weiteren Gänge rund um das Kalb Nora, das Bio-Bauer Lukas Lueger zur Verfügung stellte, wurden in den Innenräumen des Schlosswirtshauses serviert. Hauptgänge und Beilagen kamen mittig auf den Tisch, sodass die Gäste nicht nur das Essen, sondern auch ihre Eindrücke angeregt miteinander teilen konnten. Markknochen und eine Kraftsuppe vom Schlepp wurden zu Teigtaschen mit Backerl oder Roten Rüben serviert, zur butterweichen sautierten Leber gab es eine Pilzvielfalt aus Waidhofen. Das gebackene Kalbsbries wurde auf Lecksteinen statt Tellern angerichtet, die Früchte des Herbstes – allerlei Gemüse aus der Region – im Tontopf. Schlosswirt Plappert rieb höchstpersönlich die Trüffel auf den Kalbsrücken und sorgte anschließend mit seinem Grießkoch für Heiterkeit und weitere Kindheitserinnerungen: Das Dessert durften die Gäste selbst mit dem Kochlöffel aus dem Topf schöpfen – und zu aller Überraschung auch mit dem Kochlöffel essen.
Bschoad und Fingerfood
Vor dem letzten Gang wurden als Gastgeschenk „Bschoad-Binkerl“ verteilt: Käse und Haselnüsse, eingewickelt in ein Geschirrtuch, dazu ein Stein, der zu fragenden Blicken unter den Gästen führte. Doch Andreas Plappert klärte rasch auf: Mit den Steinen werden – ganz wie damals – die Nüsse aufgeschlagen. Was die Gäste sogleich eifrig taten. Zum süßen Abschluss servierte das Küchenteam unter großem Applaus für einen erneut gelungenen Feldversuch Apfelknödel als Fingerfood, dazu gepoppten und gebrannten Schlägler.
Getränkebegleitung von den Feldversuche-Produzenten
Begleitet wurden die experimentellen Gerichte wieder von Getränken der Feldversuche-Produzenten: Craft Bier von Herzinger Bräu, Winterbock vom Erzbräu, Birnenmost „3340“ von Leroy Przibilla und Alexander Wachauer, die Weine „Forelle“ und „Unbeschwertheit“ von Winzer Mike Nährer, Mostello und Whisky von der Destillerie Farthofer.
Weitere Feldversuche 2024
Das Schloss Rothschild bot das perfekte Ambiente für den kulinarischen Ausklang der Mostviertler Feldversuche-Saison 2023. Die Veranstaltungsreihe von Mostviertel Tourismus wird natürlich 2024 fortgesetzt. An den Veranstaltungen für das kommende Jahr wird schon eifrig gearbeitet, der erste Termin ist bereits online buchbar.


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