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MOSTVIERTEL. 14 Regionen aus Österreich dürfen sich ab sofort als MINT-Region bezeichnen – darunter auch das Mostviertel. Über die Bedeutung dieses Qualitätslabels hat Tips mit der zuständigen Koordinatorin Cornelia Geiger (net for future GmbH) gesprochen.

Der MINT-Bereich soll in der Region gestärkt werden. (Foto: Stockwerk Fotodesign@stock.adobe.com)
  1 / 2   Der MINT-Bereich soll in der Region gestärkt werden. (Foto: Stockwerk Fotodesign@stock.adobe.com)

In den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, also den MINT-Fächern, fehlen österreichweit Nachwuchsfachkräfte. Das soll sich nun ändern: Durch das Qualitätslabel sollen Aktivitäten in der Region vernetzt und ausgebaut werden, wie MINT-Koordinatorin Cornelia Geiger berichtet.

Angebote entwickeln

„Wir haben seit einigen Jahren im Rahmen des ,Tools for Talents‘-Programms der Zukunftsakademie Mostviertel bereits ein gewisses Netzwerk an Schulen und Unternehmen, die sich diesem Thema widmen. Längerfristiges Ziel ist es, mit Höheren Schulen und Unternehmen Projekte sowie Angebote zu entwickeln, die MINT-Fähigkeiten schulisch und außerschulisch sowie jeweils altersadäquat fördern“, weist Geiger auf mögliche Workshops für Volksschulen und Schulen der Sekundarstufe I hin.

„Digitale Grundbildung ist im neuen Lehrplan zwar verankert. Der Teil der Programmierung findet dort aber wenig Einzug. Es geht mehr um den Umgang mit Computer und Internet.“ Auch Angebote für Kindergärten kann sich die MINT-Koordinatorin in Zusammenarbeit mit Vereinen vorstellen.

Außerschulischer Bereich wird „sehr wenig“ gefördert

Außerschulisch werde der MINT-Bereich laut Geiger sehr wenig gefördert, obwohl das Interesse der Kinder und Jugendlichen definitiv vorhanden sei. „Wir sehen das beim CoderDojo, einem Club für Kinder und Jugendliche, die programmieren lernen wollen. Wir haben es vor einem Jahr gestartet und es war sofort ausgebucht. Mittlerweile bieten wir das CoderDojo in Amstetten, Waidhofen/Ybbs, Ybbs und St. Pölten an – mit etwa drei Terminen pro Monat auf alle Standorte verteilt. Derzeit nehmen etwa 70 bis 80 Kinder dieses Angebot in Anspruch“, berichtet Geiger, die auch auf Initiativen wie das „summercamp-4-kids“ verweist.

Auf Wirtschaftsbetriebe und Schulen zugehen

Noch im Februar soll der MINT-Koordinatorin zufolge eine Strategie für das erste Jahr als MINT-Region ausgearbeitet werden. Man werde auf Wirtschaftsbetriebe der Region sowie auf Schulen zugehen und diese an Bord holen, sodass sie aktiver Teil der MINT-Region werden.

„In einem ersten Schritt wollen wir das bestehende Netzwerk erweitern, um zu sehen, welche regionalen MINT-Möglichkeiten es bei uns im schulischen und außerschulischen Bereich überhaupt geben kann“, so Geiger, die zuversichtlich ist, auf ein breites Angebot zu stoßen: „Ich denke, dass sich viele Unternehmen und Vereine in Sachen MINT engagieren; nun gilt es, diese Angebote zu bündeln.“ In naher Zukunft soll es eine Internet-Plattform geben, auf der das MINT-Angebot im Mostviertel ersichtlich ist.

Einheitliche Strategie

Im Vergleich zu Ländern wie Deutschland oder der Schweiz hat Österreich im MINT-Bereich laut Geiger Aufholbedarf: „In Österreich gibt es viele Zugänge und die MINT-Landschaft ist sehr breit gefächert. Hier bräuchte es eine Landes- oder Bundesstrategie mit Finanzierungstöpfen – besonders für (ländliche) Schulen, damit etwa Exkursionen kostengünstig unternommen werden können“, so die MINT-Koordinatorin.

Sinnvoll findet sie das Herunterbrechen auf Regionen: „Wir Regionalkoordinatoren kennen die Unternehmen und die Schulen vor Ort. Aber wir brauchen halt auch Zwischensteps nach oben hin.“

Gemeinsam mit den 13 anderen Koordinatoren der MINT-Regionen möchte Geiger Ideen und Erfahrungen weitertragen und die MINT-Landschaft in Österreich gestalten. „Wir werden dranbleiben, weil wir überzeugt sind, dass die Regionen Angebote im MINT-Bereich einfach brauchen“, unterstreicht Geiger.

Elternhaus spielt große Rolle

Nicht zu vernachlässigen sei jedoch auch die Rolle des Elternhauses bei der Förderung der MINT-Kompetenz. „Die Wahl eines Berufes treffen Kinder und Jugendliche nicht erst im Alter von 14 Jahren. Sie werden bereits viel früher geprägt – durch die Wahl der Spielsachen, oder dadurch, welche Ausflüge unternommen werden, ... Eltern sollten die Neugier der Kinder wecken und nicht ihre Vorurteile gegenüber MINT-Fächern auf ihre Kinder übertragen“, so Geiger.

Auch, dass MINT-Berufe männlich geprägt sind, müsste nicht sein: „Hier ist es wichtig, Bewusstseinsbildung zu betreiben. Schon in der Volksschule sollten Lehrer hellhörig sein, wenn Mädchen an MINT-Fächern Interesse zeigen, und die Eltern informieren. MINT-Berufe sind für alle offen – natürlich auch für Mädchen“, betont die MINT-Koordinatorin. Im CoderDojo seien derzeit mehr Burschen zu finden, „aber jene Mädchen, die teilnehmen, sind mit großer Begeisterung dabei“, so Geiger.

Für die MINT-Region Mostviertel ist die net for future GmbH zuständig, die fünf branchenübergreifende Netzwerke (Zukunftsakademie Mostviertel, Programmierschule 42 Vienna, PFI – Plattform für Innovation, beta campus, digital:talents) managt und begleitet.

Initiative MINT-Regionen
Die Bedeutung der sogenannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik – nimmt mit fortschreitender Digitalisierung und neuen Technologien zu, damit verbunden auch die Verfügbarkeit von Fachkräften aus dem MINT-Bereich. Trotz vieler Initiativen und Einzelbemühungen hat Österreich zu wenige Nachwuchskräfte. Mit der Initiative MINT-Regionen setzt sich nun der Bund für die Entwicklung von MINT-Regionen im Land ein, um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich durch Nachwuchsfachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nachhaltig zu stärken.

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