Mostbarone: "Wollen Streuobstwiesen erlebbar machen"
MOSTVIERTEL. Sie gelten als Hüter der Mostbirne: die Mostbarone. Jährlich wählen sie ihren neuen Obmann, den Primus. Heuer ist dies Augustin Frühwald, liebevoll auch „Hechal“ genannt. Tips hat mit dem Mostbaron von Reinsberg über Herausforderungen und Projekte im neuen Arbeitsjahr gesprochen.

„Für mich ist es einerseits eine große Ehre, dieses Jahr der Mostbaron-Runde vorzustehen. Andererseits birgt dieses Amt auch Herausforderungen“, erklärt der neue Primus Augustin Frühwald. Die Mostbarone stünden vor einigen Aufgaben, besonders in Hinblick auf die Landesausstellung 2026.
„Wir wollen die Gäste mit regionalen Produkten versorgen und das Mostviertel für sie erlebbar machen“, erklärt Frühwald.
Streuobstwiesen-Projekt
Ein besonderes Anliegen sei ihm und seinen Kollegen die Erhaltung der Streuobstwiesen in der Region. „Hier ist ein Projekt für die Landesausstellung in Planung. Gäste sollen die Streuobstwiesen erleben können – etwa mittels Streuobstspaziergängen begleitet von Naturvermittlern, Schautafeln, Handy-App und vieles mehr. Hier sind wir gerade in der Ideenfindung“, so Frühwald.
Auch auf die Tierwelt in der Streuobstwiese wollen die Mostbarone einen Fokus richten.
Dass die Österreichische Unesco-Kommission den „Streuobstanbau in Österreich“ in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufnimmt, sieht Frühwald naturgemäß sehr positiv: „Vor allem in der Außenwirkung hat dies eine große Bedeutung. Und für uns als Mostbarone ist es gut, dass wir das, was wir im Herzen tragen, offiziell bestätigt kriegen.“
Neuer Gourmetmost
Für Liebhaber des Mostes hat der neue Primus sehr gute Nachrichten, denn es wird heuer einen neuen, frischen Gourmetmost geben: „Die Gourmetmoste sind die Krönung im Schaffen der Mostbarone. Sie definieren Qualität und Geschmack neu – und das passend zu jeder Gelegenheit. Wir werden heuer eine neue, frische Füllung präsentieren: vom leichten spritzigen Brous über den eleganten Speisenbegleiter Preh bis hin zum kraftvollen Exibatur. Die Mostliebhaber dürfen sich also schon freuen“, verrät Frühwald.
„Wir hoffen heuer auf eine super Blüte“
In Sachen Obsternte blicken die Mostbarone auf zwei herausfordernde Jahre zurück, was die Menge betrifft: „Es waren einfach sehr wenige Birnen da. Die Zuckerwerte waren zwar gut, da der Sommer warm war, aber wir werden die Reserven aufbrauchen. Für heuer hoffen wir auf eine super Blüte und auf ein starkes Jahr mit Vollernte“, erklärt der Primus.
Immer mehr Sorgen macht den Mostproduzenten der sogenannte „Viröse Birnenverfall“. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der die Wurzeln regelrecht verhungern und eine zunehmende Welke des Birnbaumes zu beobachten ist. „Wir arbeiten hier mit dem Obstbauverband Mostviertel eng zusammen und setzen neue, eventuell resistentere Unterlagen ein“, so Frühwald.
Viele Veranstaltungen
Auch heuer wollen die Mostbarone die Mostkultur wieder mit vielen Veranstaltungen nach außen tragen, sei es bei der Mostbaronwallfahrt am 19. März in Reinsberg, wo Frühwald auch offiziell als Primus angelobt wird, beim Tag des Mostes am 21. April, gefolgt vom Tag der Streuobstwiese am 26. April, oder etwa bei den Mostkosten der Landjugend.
Unterstützung für das Mostbirnhaus
Unterstützen wollen die Mostbarone auch das Mostbirnhaus in Stift Ardagger, für das derzeit noch eine neue Leitung gesucht wird. Frühwald: „Für uns als Mostbaron-Betriebe ist es ein großes Anliegen, dass sich im Mostbirnhaus etwas weiterentwickelt. Es ist von großer Bedeutung für uns.“
Allgemein sieht Frühwald die Mostbarone „auf einem guten Weg“: „Wir haben Spitzen-Produkte und leben in einer tollen Region. Damit werden wir auch über die Grenzen des Mostviertels hinweg wahrgenommen, denke ich.“
Weitere Mitglieder willkommen
Derzeit gibt es 15 Mostbaron-Betriebe – und es dürfen gerne mehr werden: „Die Mostbarone sind eine offene Runde: Mostbauern, Hoteliers und Produzenten sind herzlich willkommen und können sich jederzeit melden! Unser Credo ist klar: Wir verstehen unsere Arbeit als ein Dienen am Mostviertel. Wir wollen weiterhin die Mostszene erhalten und die Mostkultur nach außen tragen“, fasst der neue Primus zusammen.


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