Mostviertler Bildungshof: "Bäuerliche Lebenswerke übergeben und neu beginnen"
BEZIRK. Immer wieder stellt die Hofnachfolge landwirtschaftliche Betriebe vor Herausforderungen. Zugleich gibt es künftige Bauern, die auf der Suche nach einem Hof sind. Der Verein „Perspektive Landwirtschaft“ vermittelt hier. Am Mostviertler Bildungshof findet dazu ein Infoabend statt.

Die Initiative „Perspektive Landwirtschaft“ setzt sich für den Erhalt einer kleinstrukturierten und vielfältigen Landwirtschaft ein. Dafür werden mehr und nicht weniger Bauern gebraucht. Abgesehen von Veranstaltungen in ganz Österreich steht Hofsuchenden und Hofübergebenden eine Online-Plattform zur Verfügung.
Infoabend über rechtliche Aspekte
Beim Vortrag am Mostviertler Bildungshof (Landwirtschaftliche Fachschule Gießhübl) informiert Alfred Kalkus von der Rechtsabteilung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich unter dem Titel „Lebenswerke übergeben und neu beginnen“ über rechtliche Aspekte der (außerfamiliären) Hofnachfolge und Betriebsgründung.
Am Mostviertler Bildungshof studieren in diesem Schuljahr 250 Schüler in den Fachrichtungen „Landwirtschaft“ sowie „Betriebs- und Haushaltsmanagement“, in den weiterführenden Ausbildungen „Betriebs- und Dorfhilfe“ und im „Berufsreifelehrgang“ sowie in der Erwachsenenbildung in der „Bauern- und Bäuerinnenschule“.
Auch „Nicht-Landwirte“ am Mostviertler Bildungshof
„Circa drei Viertel unserer Schüler kommen aus Familien mit landwirtschaftlichen Betrieben. Da unsere Ausbildung sehr geschätzt wird, wollen auch viele 'Nicht-Landwirte' die Ausbildung an unserer Schule machen. Es wird viel praktisches und lebenspraktisches Wissen vermittelt. Da wir im Ausbildungszweig 'Betriebs- und Haushaltsmanagement' auch einiges im Bereich der Sozialen Dienste im Lehrplan haben – was nicht nur für spätere Hofnachfolger interessant ist – finden bei uns sehr viele ihre geeignete Ausbildungsstätte“, erklärt Schulleiter Johannes Reiterlehner.
Ausbildung
Der Schulleiter weiter: „Wir bereiten unsere Schüler im Bereich der Landwirtschaft in zwei Fachrichtungen Landwirtschaft/Betriebs- und Haushaltsmanagement in einer dreijährigen Ausbildungsform mit Fremdpraxis auf ihr weiteres berufliches Leben vor. In unseren Lehrplänen hat der praktische Unterricht einen besonderen Stellenwert und mit der von uns geführten Schulwirtschaft haben wir dazu die optimalen Ausbildungseinrichtungen. In einer vier monatigen Fremdpraxis schauen die Schüler über den Tellerrand hinaus und erwerben zusätzlich praktisches Wissen und Lebenserfahrung für ihr weiteres Leben.“
Hofnachfolge auch Thema in Ausbildungen
Die Hofnachfolge ist ein entscheidender Punkt für jeden Betriebsführer in seinem Wirken, geht es doch darum, dass der aufgebaute und gut entwickelte Betrieb entsprechend weiter geführt wird. Reiterlehner: „Der Erhalt unserer kleinbäuerlichen Strukturen ist auch ein Anliegen der Politik und somit eng mit der Frage einer geordneten Hofübergabe verbunden. Insofern hat dieses Thema auch einen hohen Stellenwert innerhalb unserer Ausbildungen.“
Projekte wie jene des Vereins „Perspektive Landwirtschaft“ erachtet Reiterlehner als sehr wichtig: „Alle Initiativen, die dazu beitragen, dass bäuerliche Betriebe bestehen bleiben, haben besondere Bedeutung und Wichtigkeit. Daher sind die Projekte des Vereins 'Perspektive Landwirtschaft' ein großer gesellschaftlicher Beitrag für unser Land.“
Direkte Anfragen von landwirtschaftlichen Betrieben, die auf der Suche nach einer außerfamiliären Hofnachfolge sind, erhält man am Mostviertler Bildungshof eher nicht. „Wir haben in diesen Fragen mit der Landwirtschaftskammer eine sehr gute Standesvertretung im bäuerlichen Bereich, wo auch zu diesem Thema Beratung und Hilfestellung geboten wird. Das wissen die Betriebe auch und wenden sich primär dort hin“, so der Schulleiter.
Mostviertler BildungsHoffest


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