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Rotes Kreuz Niederösterreich zieht Bilanz - Steigender Bedarf an Gesundheits- und Sozialen Diensten und Zivildienern

Thomas Lettner, 29.01.2019 08:37

ST. PÖLTEN. Das Rote Kreuz Niederösterreich zog eine Bilanz für das Jahr 2018: Während bei den freiwillig geleisteten Stunden ein leichter Rückgang  von knapp 2,9 auf 2,75 Millionen Einsatzstunden verzeichnet wird, steigen im Rettungsdienst die Einsätze von 2.250 auf 2.375 pro Tag.

(v.l.) Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig präsentieren die Leistungsbilanz des Roten Kreuzes Niederösterreich. Foto: RK NÖ / F. Schodritz

2018 leisteten 18.093 Freiwillige (2017 waren es noch 17.826) des Roten Kreuzes Niederösterreich insgesamt 2.751.371 Stunden für den Dienst am Nächsten. Das entspricht einem leichten Rückgang im Gegensatz zu den 2.892.032 Stunden im Jahr 2017. Dieser Rückgang entspricht dem generellen Trend, dass sowohl die Verweildauer bei Organisationen als auch die Stundenanzahl, die pro Person geleistet wird, rückläufig sind. Zudem kommt eine Reduktion der Einsatzstunden in den Gesundheits- und Sozialen Dienste auf Grund des Rückgangs im Bereich der Betreuung von Asylwerber/innen von 2017 auf 2018 hinzu.

Mangel an Zivildienern

Während das Freiwillige Sozialjahr immer besser angenommen wird – im vergangenen Jahr entschieden sich bereits 232 junge Menschen, davon 133 Frauen, diese Chance zu nutzen, um sich sozial zu engagieren, wird vor allem der Anteil der Zivildienstleistenden immer schwieriger zu besetzen. Dabei ist es gerade der Einrückungstermin im April, der bereits im vergangenen Jahr für Herausforderungen sorgt. „Auch heuer spüren wir wieder ganz deutlich die geburtenschwächeren Jahrgänge – während die anderen Einrückungstermine bis dato noch gut zu besetzen sind, suchen wir aktuelle für den April nach wie vor 117 junge Männer, die im Roten Kreuz im Bereich Rettungsdienst ihren Zivildienst leisten“, Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich.

Kostendeckung ein wichtiges Ziel

Während die Zahl der Einsätze weiter steigt – waren es 2017 durchschnittlich noch 2.250 Einsätze / Tag, so beläuft sich die Zahl 2018 bereits auf 2.375 – so kommt es parallel dazu zu einem Rückgang der Leistungsstunden durch Freiwillige. „Dementsprechend mussten wir auch 2018 zusätzlich hauptberufliches Personal auch im Rettungsdienst aufnehmen“, erläutert Schmoll. „Zur Finanzierung des gesamten Rettungsdienstes arbeiten wir derzeit intensiv mit dem Land, den Gemeinden und den Sozialversicherungen an einem Modell, um für die Zukunft eine Kostendeckung zu erzielen. Das ist ein wichtiger Schritt, den wir gemeinsam 2019 schaffen wollen.“

App für Notrufe

2018 wurden außerdem die Notarzteinsatzfahrzeuge auf VW T6 umgestellt und die neuen Durchführungsbestimmungen für Großeinsatzmanagement implementiert. Darüber hinaus konnte auch die Ausrollung der Team Österreich Lebensretter App in ganz Niederösterreich erfolgreich umgesetzt werden. Über die Team Österreich App werden – wenn ein Notruf abgesetzt wird – neben den Rettungskräften auch registrierte Ersthelfer/innen bei einem Herz-Kreislaufstillstand in der unmittelbaren Nähe alarmiert und können noch vor Eintreffen der Rettung mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen.

Gebäude für Katastrophenhilfe errichtet

Im Bereich der Katastrophenvorsorge setzte das Rote Kreuz Niederösterreich im Jahr 2018 ebenfalls wesentliche Schritte: Bereits im Jänner konnte das Logistikzentrum für Großunfälle und Katastrophen Mitte in Tulln eröffnet werden, kurz darauf erfolgte der Spatenstich für das Zentrum Süd in Münchendorf. Der Bau in Münchendorf konnte ebenfalls bereits fertiggestellt werden, derzeit erfolgt die Übersiedlung des bisherigen Katastrophenhilfezentrums in Mödling nach Münchendorf – die offizielle Eröffnung ist für Mai 2019 geplant.


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