RAINBOWS:Hilfe für Kinder in stürmischen Zeiten

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Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 06.04.2020 09:54 Uhr

AMSTETTEN. Die gemeinnützige Organisation RAINBOWS hilft auch in diesen Tagen den Eltern und Kindern nach Trennung oder Todesfällen per Telefon, Zoom oder Skype.

AMSTETTEN. Eine Krise, so wie sie derzeit erlebt wird, kann das seelische Gleichgewicht gehörig erschüttern. Wir sind derzeit täglich mit neuen Ereignissen und Eingriffen in das tägliche Leben konfrontiert, die wir nur in einem geringen Ausmaß selbst beeinflussen können. Es gilt, sich verstärkt um die Kinder und Jugendlichen zu kümmern und Warnsignale zu erkennen.

Selbstwirksamkeit herstellen

Kinder und Jugendliche, die die Trennung ihrer Eltern erlebt haben, haben in ihrem Leben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass sie auf eine Entscheidung, die auch ihr Leben direkt betrifft keinen Einfluss haben. Das führt zu Unsicherheit, Ängstlichkeit, Hilflosigkeit und dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Auch Kinder und Jugendliche, die den Tod eines nahestehenden Menschen erlebt haben, kennen diese Gefühle gut. „Die momentane Lebenssituation, die durch das Coronavirus bedingt ist, kann nun zusätzlich zu großer Verunsicherung führen und erneut das Gefühl des Ausgeliefertseins hervorrufen. Das kann alte, längst überwunden geglaubte sowie völlig neue Ängste, Sorgen und Nöte hervorrufen. Wichtig ist jetzt, auf die Ängste einzugehen und Möglichkeiten anzubieten, “etwas tun zu können„ – sich wieder selbstwirksam zu spüren.“, empfiehlt Marion Wallner, Leiterin von RAINBOWS-Niederösterreich zu bedenken.

Wallner berät vom Home-Office aus Eltern, die sich an RAINBOWS wenden, wie zum Beispiel eine Mutter einer siebenjährigen Tochter. Der Vater verstarb Ende Februar plötzlich. Beide sind mit ihrer Trauer ganz auf sich gestellt. Während das Mädchen nicht versteht, warum alles passiert ist und mit Wut und Verzweiflung reagiert, ist die Mutter mit ihrer eigenen Trauer über den großen Verlust des Partners und mit der Organisation des Alltags beschäftigt. Wenn Arbeitsräume und Schulrhythmus wegfallen, fehlen auch struktur- und haltgebende sowie „trauerfreie“ Räume.

Rückzugsplätze schaffen

Das Zusammenleben ausschließlich in den eigenen vier Wänden wird zur Belastung. Hilfreich ist, zu Hause Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, denn jeder braucht seinen ganz persönlichen Freiraum. Und es ist wichtig im Gespräch zu bleiben – miteinander und mit außenstehenden Personen wie Freunden oder professionellen Beraterin wie bei RAINBOWS.Kindern unter fünf Jahren kann man noch nicht erklären, warum sie derzeit zum Beispiel die Großeltern nicht treffen dürfen. Hier empfiehlt Wallner, sich auf klassische Medien zu besinnen. Enkelkinder und Großeltern können einander per Post etwa kleine Basteleien oder Zeichnungen schicken. Dann haben die Kinder etwas Physisches in der Hand, das wirkt mehr als ein Foto am Bildschirm – so die Großeltern überhaupt Zugang zu elektronischen Medien haben.

Auf Sorgen von Trennungskindern eingehen

Kinder brauchen nun die besondere Aufmerksamkeit ihrer Familie und einfühlsames Verständnis. „Auch sollten getrennte Paare unbedingt davon Gebrauch machen, dass auch jetzt Kontakte zu dem Elternteil, mit dem die Kinder gerade nicht zusammen leben, ausdrücklich erlaubt sind – natürlich unter Einhaltung der gebotenen Sicherheitsvorkehrungen“, betont Marion Wallner. Das kann in Zeiten von Homeoffice für alle Familienmitglieder eine Entlastung und Abwechslung sein. Es macht auch Sinn, die Kontaktregelungen für die nächsten Wochen im Einvernehmen so anzupassen, dass sie der Situation und allen Beteiligten gerecht werden.

Gemeinsame Rituale

RAINBOWS empfiehlt Eltern, in diesem veränderten Alltag nach Möglichkeiten zu suchen, in denen sie ihren Kindern Struktur und gemeinsame Rituale bieten. Zusammen Lesen, Bewegung, Musik, Spiele und auch kreatives Tun, wie Malen und Basteln tun allen gut.Wenn sich Eltern im Kontext von Trennung oder Todesfällen Sorgen machen, erhalten sie derzeit Unterstützung per Telefon/Skype oder Zoom von RAINBOWS-Niederösterreich. Denn gestärkte Eltern können ihren Kindern den Halt geben, den sie jetzt brauchen.

RAINBOWS-Gruppen

Die RAINBOWS-Gruppen wurden ausgesetzt und laufen erst weiter, wenn dies wieder erlaubt ist. Marion Wallner: „Hier ist zu sagen, dass die Lockerungen ja schrittweise erfolgen werden und wir sehr zuversichtlich sind, dass wir helfen dürfen, auch wenn Schulen den Regelbetrieb noch nicht aufnehmen dürfen. Es macht also Sinn, sich zu melden und eine Anmeldung noch für den Frühling zu machen, wenn Eltern den Start im März verpasst haben. Wir rechnen mit Mai/Juni.“

In Amstetten gibt es freie Plätze für zehn- bis zwölfjährige Kinder in zwei Gruppen.

 

RAINBOWS

Tel. 0650/673 08 27

Mail: noe@rainbows.at

Internet: www.rainbows.at

 

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