Buchtipp: Arm und krank im 19. Jahrhundert von Manuela-Claire Warscher
NÖ. Wie erging es kranken Bauern, Arbeitern und Armen im 19. Jahrhundert? Ein neues Buch rückt die Armenmedizin in den Fokus und sorgt für interessante Erkenntnisse. Auch verschiedene Krankengeschichten aus Niederösterreich kommen darin vor.

Als der „Kinderwürger“, wie die Diphterie genannt wurde, im Frühjahr und Herbst 1894 in den zahlreichen Arbeitersiedlungen in Hainburg und den umliegenden Gemeinden wütete, rief man zu einer breitangelegten Spendenaktion auf, um das viel gepriesene Heilserum kaufen zu können. Mit Erfolg. Der Gemeindearzt Blumenfeld konnte zwischen Oktober und Dezember knapp 50 Kinder zwischen 15 Monaten und 13 Jahren impfen und 45 Kindern damit das Leben retten. Diese Errungenschaft ist eine von zahlreichen, die Armenärzte im 19. Jahrhundert in Österreich für ihre Patienten trotz widriger Umstände erzielen konnten.
Im neuen Buch „Arm und krank. Arbeiter und Bauern im Krankenbett des 19. Jahrhunderts in Österreich“ beschreibt Autorin Manuela-Claire Warscher viele Armenkrankheiten – von der „Krankheit des Elends“ bis hin zum „Tyrannenherrscher“ – aus der Sicht der Patienten und der Ärzte. Sie zeigt den Kampf der Ärzte zu einer Zeit, als es kaum Therapien für diese Krankheiten gab, und schildert den Einfallsreichtum der armen Patienten, wenn es darum ging, sich selbst zu helfen.


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