Amstettner "Sport-Priester": "Olympische Spiele als Plattform des Friedens nutzen"
AMSTETTEN. Der derzeit in Amstetten wirkende langjährige Olympia-Seelsorger, Sportethiker und Salesianerpriester P. Bernhard Maier hat angesichts der vielen Konflikte weltweit an das International Olympic Committee (IOC) appelliert, die Spiele im Sommer (26. Juli bis 11. August 2024) in Paris für Friedensbemühungen zu nutzen.

Konkret schlägt der Priester vor, dass IOC-Präsident Thomas Bach zwischen Sportlern, die aufgrund der Feindschaften ihrer Staaten in Konflikt stehen, zu Begegnungstreffen einlädt. „Dabei könnten sich“, so der Vorschlag von Pater Maier, „die Athleten einmal ausreden und auch einander zuhören, was der andere am Herzen hat“.
Das unparteiische neutrale IOC sei dafür bestens geeignet und Präsident Bach habe die entsprechende Autorität. Maier habe diesen Vorschlag aufgrund seiner Kontakte auch schon an das International Olympic Committee übermittelt.
„Eisbrecher“
Der Salesianer Don Boscos erinnert daran, dass es bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona ein großes Religionszentrum mit dem Namen „Abraham“ gegeben hat – in Anlehnung an die drei abrahamitischen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam. Und diesen gehören ein Gutteil der Weltbevölkerung an.
Wenn im Rahmen dieser Olympischen Spiele Sportler jüdischen, christlichen, muslimischen oder anderen Glaubens zusammenkommen, könnte das vielleicht ein „Eisbrecher“ werden, hofft Pater Bernhard, der als Olympia-Seelsorger die Athleten bei 16 Spielen sowie bei sieben Paralympischen Wettkämpfen begleitete.
Verbindende Kraft des Sports
Zwei Gründe ermutigen den Priester zu diesem Appell. Vor Kurzem hat Papst Franziskus mit Blick auf die Olympischen Spiele 2024 die verbindende Kraft des Sportes hervorgehoben. Das Kirchenoberhaupt hoffe, „dass der Sport in dem besonders dunklen historischen Moment, den wir erleben, Brücken errichten, Barrieren abbauen und Beziehungen des Friedens fördern kann“.
Paris mit symbolischer Bedeutung
Außerdem habe Paris eine besondere symbolische Bedeutung: Vor 75 Jahren – am 10. Dezember 1948 – wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in der französischen Hauptstadt verkündet. An einen Punkt erinnert Pater Bernhard Maier abschließend: „Frieden ohne Gerechtigkeit kann es nicht geben! Jetzt müssten alle Menschen guten Willens mitarbeiten, Frieden zu bewahren und Frieden zu schaffen. Die Olympischen Spiele im Sommer in Paris sind dafür wie geschaffen!“


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