Bis Jahresende arbeiten die Frauen gratis
AMSTETTEN. Bis Jahresende bekommen nur Männer ein Gehalt ausgezahlt. Zumindest statistisch betrachtet.

AMSTETTEN. Seit dem 21. September arbeiten die Frauen des Bezirks Amstetten unentgeltlich. Zumindest statistisch gesehen. Alles, was Männer von 21. September bis Jahresende verdienen entspricht der Summe, die sie mehr verdienen als Frauen. Die SPÖ-Frauen Amstetten weisen auf die Einkommenschere zwischen Frauen und Männern hin: Im Bezirk Amstetten liegt der Einkommensunterschied bei 27,7 Prozent. Die SPÖ Bezirksfrauenvorsitzende Birgitt Wallner verweist auf eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer, laut der österreicheweit 38 Prozent der Gehaltsunterschiede über die Ausbildung, das Alter, die Betriebszugehörigkeit, das Beschäftigungsausmaß und die Art des Arbeitsvertrages erklärt werden können. Die restlichen 62 Prozent seien nicht erklärbar und können nur als Diskriminierung gedeutet werden. Die Vorsitzende der SPÖ-Frauen der Stadt Amstetten Regina Öllinger meint, dass viele Frauen es einfach aus Sorge um den Arbeitsplatz nicht wagen, mehr zu verlangen. Um ein Gefühl zu bekommen, wieviel Gehalt angebracht wäre gibt es im Internet den Gehaltrechner, den die ehemalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek initiert hatte. Dort können durchschnittlichen Löhne der jeweiligen Branche berechnet werden. Öllinger rät Frauen auch, sich bei Diskriminierung an die Gleichbehandlungsanwaltschaft zu wenden.SPÖ Landesfrauenvorsitzende Ulrike Königsberger-Ludwig weißt darauf hin, wie wichtig Kinderbetreung sei, die auf die Arbeitszeiten der Frauen abgestimmt sind. Wenn Frauen teilzeitarbeiten, wirkt sich das negativ auf die spätere Pension aus. Außerdem regt sie an, dass mehr Männer in der Basispädagogik und in der Pflege arbeiten sollten. Dann würde sich das Lohnniveau in diesen Bereichen sehr schnell erhöhen.


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