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AMSTETTEN. Der Bauernbund Amstetten gab bekannt, dass in Österreich sowohl die Anzahl der Imker als auch der Bienenvölker im Steigen begriffen ist. In Niederösterreich werden zusätzlich über 600 verschiedene Wildbienen-Arten verzeichnet.

  1 / 2   Die beiden landwirtschaftlichen Vertreter Michaela Pfaffeneder und Hans Ebner unterstützen die Aktion „Hier geben Bauern Bienen Heimat“. Foto: Bauernbund Amstetten

Die 600 Wildbienen-Arten bedeuten die höchste Bienen-Diversität aller mitteleuropäischen Staaten mit mehr Arten als beispielsweise ganz Deutschland. Dies bedeute auch für die heimische Landwirtschaft eine gute Nachricht. „Wir leben in einer blühenden Kulturregion und arbeiten gerade in den Obstkulturen des Mostviertels mit den Bienen eng zusammen.“

„Tote Kuh kann man nicht melken“

Es macht mich immer wieder betroffen, wenn den Landwirten unterstellt wird gegen die Natur zu arbeiten. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Wir sind darauf angewiesen hier mit den Ressourcen sorgsam umzugehen, da auch die nächste Generation mit dem Land weiterarbeiten muss. Denn es gibt eine alte Bauernweisheit – eine tote Kuh kann man nicht melken“, sagt Landwirt Johann Ebner.

Anbau von Blühmischungen

Um zusätzlich den Bienen Nahrung zu geben, bauen Landwirte vielfach auf ihren stillgelegten Ackerflächen - sogenannten Biodiversitätsflächen - Blühmischungen an. Das Besondere daran ist, dass nicht wie gewohnt gemäht wird und die angebauten Mischungspartner blühen können. Erst später wird gemulcht, damit Unkräuter nicht die Überhand nehmen können. Ähnliches passiere auch bei den Dauerwiesen. Auch auf den Sonnenblumenfeldern und Rapsfeldern gebe es viel Nahrung für die Bienen.

Hauptfaktor Landwirtschaft

„Der WWF (World Wide Fund For Nature) begrüßt grundsätzlich verstärkte Maßnahmen der Landwirtschaft zur Förderung der Biodiversität“, sagt Magdalena Bauer von der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF Österreich. Trotzdem sei es unbestritten, dass die intensive und industrielle (also eine nicht nachhaltige) Landwirtschaft einen Hauptfaktor für die Schädigung (zum Beispiel durch Überdüngung und Verwendung von Pestiziden) der Ökosysteme und der Biodiversität und damit unserer Lebensgrundlagen darstellt.

Ökologische Produktion

„Blühflächen mit möglichst standortgerechtem und heimischem Saatgut anzulegen ist sicherlich ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, von dem nicht nur die Biodiversität sondern auch die Landwirte (durch eine Vielfalt an natürlichen Schädlingsbekämpfern und Bestäubern) profitieren“, so Bauer. Die genannten Monokulturen von Raps oder Sonnenblumen stellen jedoch nur sehr kurzfristig (während der Blüte) und nur für ausgewählte Arten eine temporäre Nahrungsgrundlage dar. Vielmehr sei es dringend erforderlich, das aktuelle Agrarförderprogramm in Österreich und auf EU-Ebene auf extensive und verstärkt ökologische Produktion umzustellen.


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