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AMSTETTEN. Die Stadtgemeinde Amstetten kaufte das gesamte Areal der Forstheide, das sich noch im Privatbesitz von Matthias Matschek befand. Der Kauf wurde mit den Stimmen der SPÖ und der Grünen beschlossen, die ÖVP stimmte dagegen.

Die Forstheide gehört nun den Bürgern von Amstetten. Foto: Bürgerinitiative Rettet die Forstheide

AMSTETTEN. Die Gesamtkosten für das gesamte Areal, das sich über eine Fläche von über 200 Hektar erstreckt, betragen 3,9 Millionen Euro.

SPÖ und Grüne jubeln

SPÖ und Grüne werten den Kauf als historischen Erfolg für die Rot-Grüne Koalition. „Seit Jahren bemühen wir uns gemeinsam um ein Zustandekommen des Kaufs. Das ist uns jetzt gelungen. Mit dem Erwerb ist nun der Bestand der grünen Lunge Amstettens auch für künftige Generationen gesichert. Eine große Investition in die Lebensqualität unserer Stadt“, erklärt Bürgermeisterin Ursula Puchebner (SPÖ). Auch der Amstettner Umweltstadtrat, Dominic Hörlezeder (Grüne), zeigt sich begeistert: „Ich bin unheimlich froh, dass es uns gelungen ist, die Forstheide in den Besitz der Stadtgemeinde zu bekommen. Ein jahrzehntelanger Grüner Traum wird somit realisiert. Daran sieht man deutlich, was eine Grüne Regierungsbeteiligung der Stadt bringt. Was Amstetten hier macht, ist Umwelt- und Klimaschutz in Reinform. Die Gemeinde bekennt sich natürlich ganz klar zum Schutz des Waldes. Geben wir den Menschen ihren Wald zurück.“

ÖVP grollt

Keine Freude mit dem überraschenden Kauf hat die ÖVP. Fraktionsobmann Markus Brandstetter: „Grundsätzlich kann man über den Kauf eines Waldes durch die Stadtgemeinde immer reden. Jedoch sollte eine Bewertung des zu kaufenden Waldes zuerst erfolgen, um den bestmöglichen Preis zu verhandeln. Ein Kauf unter Zeitdruck und ohne jegliche Prüfung ist wohl ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Gemeinden Österreichs! Dieser Zeitdruck ist wohl einzig und allein dem bereits vor dem Kaufbeschluss durch den Gemeinderat entstandenen Foto der Rot-Grünen Koalition geschuldet. Für uns als Volkspartei gilt – man kann nicht zwischen dem Suppenteller am Mittagstisch und beruflichen Terminen innerhalb von nur fünf Stunden eine Entscheidung über 3,9 Millionen Euro treffen. Daher konnte keine seriöse Zustimmung durch die Volkspartei erfolgen.“

BI Rettet die Forstheide freut sich

Sehr froh hingegen ist die Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“. Eva Mayer: „Die Sicherung dieses herrlichen Naturjuwels und Naherholungsgebietes für die künftigen Generationen ist ein historischer Schritt und wir sind ausgesprochen froh und erleichtert, dass sich die rot-grüne Stadtkoalition zu diesem Schritt entschlossen hat. Uns ist bewusst, dass die Verhandlungen nicht einfach waren und dass viel Arbeit hinter diesem Ergebnis steht.“ Für die Proponenten der Bürgerinitiative ist wichtig, dass nicht mehr die gewinnorientierten Aspekte dominieren, sondern dass sie sich unter dem sorgsamen Schutz der öffentlichen Hand schonend und naturnahe entwickeln kann.

Historiker ist überrascht

Überrascht vom Kauf der Forstheide ist auch der Historiker Heimo Cerny. Der Kauf erfolgte ohne Ankündigung genau am Tag des Druckes seines Buches „Kulturraum Forstheide“. (Siehe Seite 2).


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