Moststraße: Obsternte 2019 war quantitativ sehr bescheiden, qualitativ jedoch top
BEZIRK. Der Obstbauverband Mostviertel und die LEADER Region Moststraße zogen Bilanz über das diesjährige Obstjahr.

„2019 haben wir das „Jahr der Mostbirne“ ausgerufen und gemeinsam zahlreiche Aktionen gesetzt“, betonte LAbg. Bgm. Michaela Hinterholzer (ÖVP), Obfrau der LEADER Region Moststraße. In diesem Zusammenhang sei etwa ein Sortenvielfalts-Projekt zu nennen, bei dem 248 Obstsorten bestimmt worden seien. „Entstanden ist hier ein schönes Nachschlagwerk“, so Hinterholzer. Weiters habe man ein Kräuterbuch herausgegeben, in Seitenstetten den Internationalen Streuobstkongress organisiert und durch Kooperationen mit den „Zeidlern“ und dem „Verein Wildbienen“ auch das Thema „Bienen“ vor den Vorhang geholt.
3000 Bäume gepflanzt
„Über einen Rekord dürfen wir uns bei der Obstbaumpflanzaktion freuen: heuer wurden 3000 Bäume gepflanzt, insgesamt waren es bisher rund 20.000 Bäume. Hier kommt uns das Klimaschutzthema entgegen“, erklärte Hinterholzer und verwies auch auf die Forschungs-Zusammenarbeit mit der Weinbauschule Klosterneuburg.
„Obsternte katastrophal“
Die Obsternte sei 2019 überschaubar gewesen. „Man kann ruhigen Gewissens sagen, dass die Obsternte beim Streuobst katastrophal war. Aufgrund der großen Vorjahresernte und der Witterung 2019 war die heurige Situation fast zu erwarten“, erklärte Hans Hiebl, Obmann des Obstbauverbandes. Die Situation habe sich durch alle Sorten durchgezogen. Und so seien oft „nur einige Hände voll Birnen pro Baum“ geblieben. Jene Früchte, die geerntet wurden, zeichnen sich laut Hiebl jedoch durch beste Qualität aus. „Mostliebhaber erwartet ein duftiger, toll gewürzter, mitunter sehr gehaltvoller Jahrgang 2019“, unterstreicht der Obmann.
Herkunftssicherheit der Säfte
Ein bedeutendes Thema sei 2019 auch die Herkunftssicherheit von Säften gewesen. „Der Obstbauverband hat Apfelsäfte im Einzelhandel untersucht. Das Resultat: zwei Drittel der Rohware in Apfelsäften stammt nicht aus Österreich. Bei nur 52 Prozent der mit „Österreich“ ausgelobten Apfelsäfte ist die Herkunft der Äpfel bekannt. Eine rot-weiß-rote Fahne auf dem Apfelsaft muss also nicht heißen, dass die Äpfel aus Österreich stammen. Deshalb ist es wichtig, das Etikett genau durchzulesen und Direktsaft aus der Region zu kaufen“, betont Andreas Ennser, Geschäftsführer des Obstbauverbandes Mostviertel.


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