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NÖ/BEZIRK. Die Luftgüte in Niederösterreich entwickelt sich positiv – die Feinstaubbelastung konnte in den vergangenen 15 Jahren um 45 Prozent reduziert werden.

  1 / 2   Damit sich die Luftgüte in NÖ weiter verbessert, ist bei kurzen Wegen ein Verzicht aufs Auto und ein Umstieg aufs Rad unerlässlich. (Foto: Ody_Stocker/Shutterstock.com)

Untersucht worden sind die Zahlen aus dem Vorjahr sowie aus dem ersten Halbjahr 2021. „Zurückführen lässt sich diese erfreuliche Entwicklung auf die gesetzten Maßnahmen und technischen Entwicklungen im Verkehrsbereich, in der Landwirtschaft, im ökologischen Wohnbau und in der Energiewende (...)“, zeigt sich Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) erfreut.

43 Mess-Stellen in NÖ

43 Mess-Stellen würden rund um die Uhr die Luftqualität in Niederösterreich überwachen. „In den letzten 15 Jahren hat sich die Luftgüte in Niederösterreich absolut positiv entwickelt und die Feinstaubbelastung konnte um 45 Prozent reduziert werden“, so Pernkopf.

Messpunkt Amstetten: Reduktion von 48,28 Prozent

„Es ist erfreulich, dass sich die Feinstaubbilanz auch in unserer Region weiter verbessert hat. Im Mostviertel lag der durchschnittliche jährliche Feinstaub-Immissionswert im Jahr 2005 noch bei 29 µg/m³, 2020 waren es nur noch 15 µg/m³. Im ersten Halbjahr 2021 ist der Wert leicht auf 16 µg/m³ gestiegen“, informiert VP-Landtagsabgeordneter Bürgermeister Anton Kasser. Beim Messpunkt Amstetten seien im Jahr 2005 29 Mikrogramm pro Kubikmeter Feinstaub gemessen worden. „Im Jahr 2020 lag der jährliche Feinstaub-Immissionswert bei 16 µg/m³. Im ersten Halbjahr 2021 ist der Wert leicht auf 18 µg/m³ gestiegen. Vergleicht man die Jahre 2005 und 2020, so kam es zu einer Reduktion von 48,28 Prozent“, ergänzt Kasser.

Verzicht auf das Auto

Damit sich der Trend auch zukünftig fortsetzt, appelliert der Politiker an die Bevölkerung, bei kurzen Wegen aufs Auto zu verzichten und aufs Rad umzusteigen sowie in der Region einzukaufen. „So können lange Transportwege vermieden werden und unsere heimische Wirtschaft profitiert auch“, betont Kasser.

Kritik der Grünen NÖ

Die Grünen Niederösterreich kritisieren die Aussagen von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) in Sachen Luftqualität.“Wenn man die Luftgüte nur dort misst, wo überhaupt kein Schwerverkehr ist, überraschen mich die Jubelmeldungen von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf nicht“, sagt Landtagsabgeordneter Georg Ecker von den Grünen. „Einerseits schlägt sich natürlich die Pandemie zu Buche. Andererseits schummelt das Land Niederösterreich seit Jahren mit der Positionierung der Mess-Stellen“, meint Ecker.

Position der Mess-Stellen

Laut Gesetz (IG-L-Messkonzeptverordnung 2012) müssten die Mess-Stellen „höchstens zehn Meter vom Fahrbahnrand entfernt“ platziert werden und unter anderem an verkehrsnahen Belastungsschwerpunkten gemessen werden. „In Niederösterreich gibt es keine einzige Mess-Stelle, die innerhalb von zehn Metern vom Fahrbahnrand einer Autobahn platziert ist“, erklärt Ecker. Das sei „grob fahrlässig“, denn oftmals würden Anrainer nur wenige Meter von der Fahrbahn entfernt wohnen.

Beispiel St. Valentin

Als Beispiel führt Ecker Anrainer nahe St. Valentin an, die „auf bis zu neun Meter an den Fahrbahnrand der A 1 heran wohnen“. „Auf der Höhe von St. Valentin selbst gibt es eine Messstation – etwa 350 Meter von der Westautobahn entfernt. (...) An einer stark befahrenen Straße wie der A 1 braucht es verkehrsnahe Mess-Stellen (...). Nur so kann sichergestellt werden, dass die Anrainer in einer gesunden Umwelt leben können“, fordert Ecker Pernkopf zum Handeln auf und verweist darauf, dass die Verantwortung für die Positionierung von Lufgüte-Mess-Stellen „gesetzlich ganz klar beim Land NÖ liegt“.


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