GDA verleiht „Energietrend 2022“ an Ertl und Winklarn
BEZIRK AMSTETTEN. Die Gemeinden Ertl und Winklarn haben den Ausstieg aus fossilen Energieträgern aktiv selbst in die Hand genommen und dafür die Prämierung „Energietrend 2022“ erhalten.

Zum 16. Mal hat der GDA (Gemeinde Dienstleistungsverband Region Amstetten für Umweltschutz und Abgaben) diese Auszeichnung für Pionierprojekte und Leistungen im Themenfeld „Klima, Energie & Umweltschutz“ verliehen. „Ohne Umsetzungen bleiben Klimaziele nur Schall und Rauch. Daher ist es wichtig, kommunale Erfolgsprojekte vor den Vorhang zu holen. Auch um andere Gemeindevertreter zu informieren und zu motivieren“, leitete GDA-Obmann Anton Kasser die Energietrendverleihung ein.
Energieverbrauch der Schule halbiert
Die Gemeinde Ertl hat den Energieverbrauch des Schulgebäudes durch eine Sanierung halbiert. Durch die Errichtung eines Nahwärme-Netzes im Ortskern sind die öffentlichen Gebäude und teilweise auch Privathaushalte nun ölfrei und werden mit Hackschnitzel beheizt. „Ohne den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten, allen voran des Umweltgemeinderats Manfred Kalkgruber, sind solche Projekte nicht umsetzbar.“, so Bürgermeister Josef Forster (ÖVP), der auch erläuterte, dass den Projekten „jahrelange Vorbereitungen und Diskussionen“ vorausgingen.
Fahrtendienst „EMIL“
Auch in Winklarn gibt es kein Öl und Erdgas mehr in öffentlichen Gebäuden. Stolz ist man auch auf den Fahrtendienst „EMIL“, welcher im letzten Jahr gestartet hat. „Ich bin stolz, dass sich Ehrenamtliche für die EMIL-Fahrten bereiterklären und wir somit eine praktische Ergänzung zum öffentlichen Verkehr schaffen“, freut sich ÖVP-Bürgermeisterin Sabine Dorner-Leyerer.
Photovoltaik-Vorreiter
In Punkto Photovoltaik sind Ertl und Winklarn ebenfalls Vorreiter. Beide haben durch Bürgerbeteiligungsprojekte „außergewöhnlich große PV-Anlagen“ errichtet. Offensichtlich sorgt dies für Nachahmer, denn auch bei Privathaushalten ist in ihren Gemeinden der PV-Anteil höher als in anderen Gemeinden.
Breite Beteiligung
Unisono wird von den Bürgermeistern betont, dass das Mitwirken aller Beteiligten ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei. Der Schulwart, die Bauhofmitarbeiterin, der EMIL-Fahrer, aber eigentlich jeder Gemeindebürger trage durch sein Handeln zum Gelingen von Energieprojekten bei.
„NÖ Klimaziele für Gemeinden“
Die „NÖ Klimaziele für Gemeinden“: Bis 2030 sollen unter anderem 50 Prozent aller Neuzulassungen klimafreundliche Fahrzeuge sein, 70 Prozent weniger Ölheizungen im Gemeindegebiet und - abhängig von der Gemeindegröße - sollen 2 kWp beziehungsweise 1 kWp pro Bürger an Photovoltaikleistung installiert sein. Weiters sollen bis 2030 sämtliche Straßenbeleuchtungen auf LED umgestellt, und 10 Prozent der öffentlichen Flächen ausgewiesene Biodiversitätsflächen sein.


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