Grand Prix der Biodiversität wird gefeiert
WEISTRACH. Rund 70 Projekte, die die Naturvielfalt in Österreich fördern, wurden im Rahmen des Grand Prix der Biodiversität ausgezeichnet. Darunter auch der landwirtschaftliche Betrieb von Hannes Kirchmayr aus Weistrach.

Durch die Projekte wurden über 135.000 Quadratmeter Blühflächen angelegt, neue Lebensräume geschaffen (276.730 Quadratmeter) und auf 155.700 Quadratmeter Pflegemaßnahmen durchgeführt. Das herausragende Engagement für die Natur wurde im Beisein von Christian Holzer, Leiter der Sektion „Umwelt und Kreislaufwirtschaft“, und Naturschutzbundpräsident Roman Türk in Wien präsentiert.
Bewusstsein für Artenvielfalt
„Mit dem Grand Prix der Biodiversität fördern wir die regionale Artenvielfalt und unterstützen nachhaltige Artenschutzprojekte. Wir freuen uns sehr, dass so rund 770 neue Nisthilfen gebaut und aufgehängt sowie über tausend Bäume und Sträucher neu gepflanzt wurden“, bedankt sich Christian Holzer bei den Gewinnern. Naturschutzbundpräsident Roman Türk ergänzt: „Mit dem Grand Prix der Biodiversität wollen wir auch ein Bewusstsein für die Artenvielfalt in Österreich schaffen. Im Zuge der prämierten Projekte wurden nicht nur 721 Veranstaltungen zur Wissensvermittlung, sondern auch über 250 wissenschaftliche Erhebungen durchgeführt.“
Grand Prix der Biodiversität
Um die Naturvielfalt in den Regionen Österreichs zu fördern und nachhaltige Artenschutzprojekte zu unterstützen, hat der Naturschutzbund heuer gemeinsam mit dem Bundesministerium für Klimaschutz den Grand Prix der Biodiversität ausgerufen. Für ihr herausragendes Engagement wurden die Initiatoren der rund 70 nachhaltigen Projekte mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro aus dem Biodiversitätsfonds prämiert.
Eine Weide für die Weide
Einer der Gewinner ist Islandpferdehof Gut Poellndorf. Das Gut ist ein traditioneller Vierkanter im Herzen des Mostviertels. 1985 wurde die Nutzung der Hofflächen (10 Hektar plus weitere 25 Hektar Pachtflächen im Umkreis von drei Kilometer) von Ackerbau auf Dauergrünland zur Pferdehaltung umgestellt. Zum Zeitpunkt dieser Übernahme standen etwa 100 Streuobstbäume um den Hof. Es wird versucht, diesen Bestand so lange wie möglich zu erhalten und durch Neupflanzungen zu erweitern. Im Rahmen des Grand Prix der Biodiversität konnten diese „Bauminseln“ durch weitere Baumreihen und Hecken vernetzt werden. Weitere Pflanzungen folgen im Herbst 2022. Ziel ist es, die Grünlandflächen teilweise zu beschatten, was für die weidenden Pferde im Sommer eine Steigerung der Haltungsqualität bedeutet. Außerdem soll die Biodiversität am Hof durch diese Flächen gesteigert werden. Es konnten bereits erste positive Auswirkungen auf Insekten, Lurche, Vögel und Niederwild beobachtet werden. Als Pferdehof ist es möglich, nicht jeden Quadratmeter Land intensiv bewirtschaften zu müssen. So soll der Betrieb auch in Zukunft im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ausgebaut werden.


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