„Langzeitarbeitslosigkeit konnte im Bezirk Amstetten fast halbiert werden“
BEZIRK AMSTETTEN. Trotz der größer werdenden Herausforderungen fällt die Bilanz 2022 für den heimischen Arbeitsmarkt positiv aus. Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice Amstetten, berichtet.

„Bei einer Reduktion der Arbeitslosigkeit im Gesamtjahr um knapp 21 Prozent, die mit einer weiteren Zunahme der Beschäftigtenzahl einhergeht, sinkt die durchschnittliche Arbeitslosenquote für den Bezirk 2022 auf 3,6 Prozent, den niedrigsten Wert seit 14 Jahren“, erklärt Vetter.
1.620 Personen (davon 724 Frauen) waren beim AMS Amstetten durchschnittlich pro Monat arbeitslos gemeldet, um 21,5 Prozent (-445) weniger als im Jahresdurchschnitt 2021. Gegenüber dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 ging die Arbeitslosigkeit in Amstetten ebenfalls um 17,5 Prozent zurück. Die Arbeitslosigkeit von Frauen sank im Jahr 2022 mit -25,7 Prozent deutlich stärker als die der Männer mit -17,8 Prozent.
„Generation 50+ profitierte“
„Die Generation 50+ profitierte besonders deutlich von der positiven Entwicklung. Mit 612 Personen waren 2022 jahresdurchschnittlich um 22 Prozent weniger Personen dieser Altersgruppe arbeitslos gemeldet als im Vorjahr“, betont Vetter. In der Gruppe der Jugendlichen bis 25 Jahre reduzierte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber 2021 um rund fünf Prozent auf knapp 180 jobsuchende Jugendliche im Monatsschnitt. Gegenüber dem Jahr 2019 beträgt der Rückgang sogar 21,5 Prozent. Die Arbeitslosen-Quote reduzierte sich gegenüber 2021 um 0,9 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent, das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2008 (ebenfalls mit 3,6 Prozent).
Durchschnittlich waren heuer 205 Personen ein Jahr oder länger beim AMS Amstetten arbeitslos gemeldet und damit um 47,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 beträgt der Rückgang bei langzeitarbeitslosen Personen immer noch 16,3 Prozent.
Nachfrage nach Arbeitskräften
„Aufgrund der guten Rahmenbedingungen war das Jahr 2022 von einer überaus starken Nachfrage der heimischen Wirtschaft nach Arbeitskräften geprägt. So wurden dem AMS Amstetten im Gesamtjahr 6.800 offene Stellen und Lehrstellen gemeldet. Um alle Personen, auch Langzeitarbeitslose, ältere Jobsuchende und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, in die Vermittlung miteinzubeziehen, bietet das AMS mit dem Land und den Sozialpartnern personalsuchenden Unternehmen attraktive Förderangebote. Denn etwa jeder dritte Jobsuchende beim AMS Amstetten hat gesundheitliche Einschränkungen beziehungsweise gehören fast 40 Prozent der Generation 50+ an“, so Vetter.
Großes Stellenangebot
2022 waren im Jahresdurchschnitt mit rund 1.800 freien Stellen um 40,3 Prozent mehr freie Stellen als im Vorjahr gemeldet worden. Im Vergleich mit 2019 beträgt der Zuwachs sogar fast 60 Prozent. „Die Berater des AMS Amstetten haben 2022 den arbeitsuchenden Kunden rund 27.500 Vermittlungsvorschläge gemacht“, berichtet Vetter. 4.368 freie Stellen von Betrieben des Bezirks konnten heuer mit einer passenden Arbeitskraft besetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Plus von fünf Prozent. 3.783 beim AMS Amstetten registrierte jobsuchende Personen konnten 2022 ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden.
Trendumkehr wird einsetzen
„Der Arbeitsmarkt im Bezirk befindet sich nach wie vor in guter Verfassung. Bislang haben sich die weltweiten Wachstumshemmnisse kaum am Arbeitsmarkt niedergeschlagen. Wir gehen davon aus, dass sich dies in den kommenden Monaten ändern wird und eine Trendumkehr einsetzt. Bereits im 3. Quartal hat eine spürbare Verrin-gerung der Konjunkturdynamik eingesetzt. Sinkende Auslandsnachfrage und hohe Energiepreise dämpfen österreichweit das wirtschaftliche Wachstum. Betroffen sind die Bauwirtschaft, die Industrie und auch der Dienstleistungssektor. 2023 sind folglich keine nennenswerten Wachstumsimpulse zu erwarten: Das BIP-Wachstum wird mit +0,3 Prozent kaum zulegen und somit erwarten wir einen moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit auch im Bezirk Amstetten“, so die Prognose des AMS-Geschäftsstellenleiters.
Ziele des AMS
Für 2023 stehen laut Vetter beim AMS drei arbeitsmarktpolitische Ziele im Fokus: Einerseits soll die Arbeitslosigkeit durch konsequente Vermittlung und Betreuung arbeitsloser Kunden ab dem 1. Tag ihrer Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich gehalten werden. „Obwohl wir 2022 die Langzeitarbeitslosigkeit im Bezirk Amstetten fast halbiert haben, gilt außerdem weiterhin der Fokus auf der Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit. Weiters möchten wir mit gezielten Ausbildungsangeboten für einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region sorgen“, so Vetter. Die Zielgruppe dabei seien vor allem arbeitslose Personen über 18 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder mit nicht mehr am Arbeitsmarkt verwertbaren Ausbildungen.


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