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AMSTETTEN. Nachdem ein Mitarbeiter des Landesklinikums Amstetten in einem anonymen Schreiben die Personalsituation im Krankenhaus kritisiert hatte, fand nun ein Runder Tisch statt, an dem Vertreter der NÖ Landesgesundheitsagentur, Betriebsräte, die Klinikleitung sowie Politiker aller Fraktionen teilgenommen haben. Ein weiteres Gespräch ist im Herbst 2023 geplant.

(V. l.) GR Christopher Hager, GR Sarah Hörlezeder, Bürgermeister Christian Haberhauer, GR Helfried Blutsch, Stadträtin Beate Hochstrasser, Pflegedirektorin Angelika Obermüller, GR Harald Wiesauer, Gabriele Polanezky, EU-Abgeordneter Günther Sidl, Vizebürgermeister Gerhard Riegler, Kaufmännischer Direktor Gernot Artmüller, GR Margit Huber, Stadträtin Doris Koch und GR Claudia Weinbrenner (Foto: Stadtgemeinde Amstetten)

Klar sei, dass durch die Pandemie im Gesundheitsbereich sehr viele Überstunden aufgebaut wurden. Auch mit Abklingen der Pandemie war es laut Landesgesundheitsagentur schwierig, Stunden abzubauen, da elektive Operationen nachgeholt werden mussten.

Bereits vor der medialen Berichterstattung habe man aber „alles unternommen, damit die Mitarbeiter ihre Überstunden abbauen können beziehungsweise diese ausbezahlt werden“.

„Trend zur Teilzeitbeschäftigung und Work-Life-Balance „

„Seit Längerem planen wir die Implementierung eines evidenzbasierten Personalberechnungsmodelles. Damit werden die sich verändernden Anforderungen der Mitarbeiter besser berücksichtig. Denn auch im Gesundheitsbereich ist der Trend zur Teilzeitbeschäftigung und Work-Life-Balance spürbar. Gleichzeitig ist es unser Auftrag, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, für unsere Patienten bestmögliche Gesundheitsversorgung zu garantieren,“ so die Geschäftsführerin der Region Gesundheit Mostviertel, Gabriele Polanezky.

Kollegiale Führung: „Sind immer gerne zu Gesprächen bereit“

Seitens der Kollegialen Führung des Klinikums Amstetten heißt es, dass das Krankenhaus „ein ausgezeichnetes Klinikum und attraktiver Arbeitgeber mit sehr vielen Benefits für seine Mitarbeiter“ sei. „Wir sind natürlich immer gerne zu Gesprächen bereit und für mögliche Lösungen nicht nur offen, sondern auch schon zum Teil in der Umsetzung von Maßnahmen, um das Arbeitsumfeld noch besser an die sich ändernden Bedürfnisse unseres Personals anzupassen“, betont die Kollegiale Führung.

Bürgermeister Haberhauer: „Planen Bildungsmesse für Gesundheitsberufe“

Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP): „Der Runde Tisch hat gezeigt, dass die kollegiale Führung des Klinikum Amstettens sehr bemüht um die Mitarbeiter ist und hier auch im direkten Gespräch mit dem Mitarbeiter Lösungen findet. Seitens der Stadtgemeinde Amstetten planen wir eine Bildungsmesse für Gesundheitsberufe, um speziell diese Berufssparte zu stärken. Die Messe ist derzeit in Vorbereitung und wird federführend von Bildungsstadträtin Doris Koch und Gemeinderätin Claudia Weinbrenner geplant und begleitet.“

EU-Abgeordneter Günther Sidl: Personalsituation muss „konsequent verbessert werden“

Auch Günther Sidl, Abgeordneter zum Europäischen Parlament (SPÖ), erklärte, „dass die Corona-Pandemie die Probleme in unserem Gesundheitssystem deutlich sichtbar werden lassen hat“. Die schwierige Personalsituation im medizinischen Bereich gehöre fraglos dazu.

Es müsse allen ein Anliegen sein, dass die Personalsituation – insbesondere auch im Krankenhaus Amstetten – konsequent verbessert werde.

„Denn die Lösung dieser dringenden Probleme ist nicht zuletzt auch eine Frage der Wertschätzung für alle, die sich Tag für Tag um unsere Gesundheit kümmern. Gleichzeitig gewinnen dadurch auch alle Amstettner, die sich jederzeit auf eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung verlassen können müssen!“, so Sidl.

Stadträtin Beate Hochstrasser: „Es braucht auf Bundes- und Landesebene rasche Maßnahmen“

Zufrieden über den Runden Tisch zeigte sich auch SPÖ-Stadträtin Beate Hochstrasser: „Zuerst möchte ich mich für die gute Gesprächsbasis unter allen Teilnehmern bedanken. Ich nehme mir aus den Gesprächen mit, dass allen Anwesenden die Probleme bewusst sind und wir uns einig sind, dass rasch Taten und gemeinsame Anstrengungen folgen müssen. Mit dem Landesklinikum Mostviertel haben wir einen guten Arbeitgeber in der Region, der sichtbar bemüht ist. Auf Bundes- und Landesebene braucht es hingegen rasche Maßnahmen und Verbesserungen. Dienstposten müssen geschaffen und alternative Möglichkeiten zur Entlastung der Belegschaft umgesetzt werden. Ich sehe mich in meiner Funktion auf kommunaler Ebene weiterhin in der Position, Probleme aufzuzeigen, anzusprechen und darauf zu achten, dass die Steuergelder auch wirklich im Sinne der Beschäftigten und der Bürger eingesetzt werden.“


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